Sport-Club gewinnt Derby gegen den KSC
In einem tor- und kartenreichen Derby gewinnt die Freiburger U19 mit 4:3 (0:1) gegen den Karlsruher SC. Die Freiburger Treffer erzielen Benz (47. & 58.), Dianzenza-Nkoussou (49.) und Ouhssakou (87.).
Zum fünften Spieltag der Hauptrunde in der DFB-Nachwuchsliga empfing der Sport-Club den Karlsruher SC zum badischen Derby. Die Breisgauer hatten nach dem Remis bei der SGV Freiberg Fußball eine spielfreie Woche, die sie mit einem Testspiel gegen den FC Teningen überbrückte. Die Gäste aus Nordbaden hatten ihren Vergleich mit Freiberg vergangene Woche mit 3:0 gewonnen. SC-Trainer Julian Wiedensohler freute sich im Vorfeld auf das Duell und betonte, dass seine Mannschaft nach den vergangenen Wochen eine Reaktion zeigen wolle. Beide Teams gingen mit vier Punkten und einem geteilten vierten Tabellenplatz in die Partie, wobei der KSC bereits ein Spiel mehr absolviert hatte.
Sport-Club verpasst frühe Führung
Die Anfangsphase war von vielen kleinen Unterbrechungen und Vorstößen auf beiden Seiten geprägt, die zunächst jedoch selten bis ins letzte Drittel führten. Die erste große Gelegenheit gehörte dem Sport-Club: Nach einem Karlsruher Fehler kam der Ball über Kimi Baur zu Osagie Okungbowa, dessen Abschluss aus 15 Metern jedoch von KSC-Torhüter Kamil Günes pariert wurde (11.).
Nur drei Minuten bot sich die nächste Chance zur Führung. Nach hohem Pressing erzwangen die Freiburger einen Fehlpass, Okungbowa legte quer auf Baur. Günes war bereits überwunden, doch Emilio Ambrosius klärte Baurs Abschluss auf der Linie (14.). Die Gastgeber blieben am Drücker: Baur kam nach Vorarbeit von Malik Kassassir aus 16 Metern erneut zum Abschluss, verzog jedoch knapp (16.).
„Wir waren von Beginn an gut im Spiel, aggressiv und energetisch. Wir haben eine sehr gute Anfangsphase gespielt mit einem guten Mix aus Tiefe und Ballbesitz, gutem Gegenpressing und guter Arbeit gegen den Ball. In dieser Phase müssen wir uns unbedingt belohnen und in Führung gehen“, blickt Wiedensohler auf den Beginn der Partie zurück.
Auch der KSC setzte offensive Akzente. Simon Guggenbühler scheiterte mit zwei Abschlüssen an SC-Keeper Elias Etringer (17. & 30.). In der 34. Minute gingen die Gäste dann in Führung: Nach einer Ecke von Bassem El-Dor köpfte Fynn Baum den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Dem Standard war ein missglückter Rückpass vorausgegangen, den Etringer nicht kontrollieren konnte (34.). Mit dem 0:1-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.
Drei Freiburger Tore in elf Minuten
Nach dem Seitenwechsel gelang den Freiburgern der schnelle Ausgleich. Leon Sawas fand mit einem Zuspiel Jakob Benz, der den Ball zunächst mit der Brust annahm und anschließend per Kopf zum 1:1 traf (47.). Der Sport-Club blieb dran und drehte die Partie nur zwei Minuten später komplett: Chrisdy Dianzenza-Nkoussou nahm ein hohes Zuspiel von Kassassir auf und traf aus 17 Metern sehenswert zum 2:1 (49.).
Kurz darauf schwächten sich die Gäste selbst: Metin San sah in der 50. Minute die Gelb-Rote Karte. Die Überzahl nutzte der Sport-Club wenig später zum dritten Treffer. Ein Freistoß von Benz aus halbrechter Position flog durch den Strafraum direkt ins Tor (58.). „Wie wir aus der Halbzeit kommen und das Spiel innerhalb kurzer Zeit drehen, ist natürlich top“, freute sich Wiedensohler.
Doch auch der KSC meldete sich schnell zurück: Marlo Thürer verwandelte einen Freistoß aus rund 25 Metern direkt zum 2:3-Anschluss. Der Angreifer platzierte den Ball präzise ins linke Eck, nachdem er erkannte, dass Etringer zu weit rechts stand (60.).
Zweiter Platzverweis und zwei Treffer in der Schlussphase
In der Folge kontrollierte der Sport-Club die Partie weitgehend in Überzahl. Doch in der 81. Minute stellte sich das Kräfteverhältnis wieder her: Sawas sah ebenfalls die Geld-Rote Karte (81.). Kurz vor Schluss gelang Freiburg dennoch die vermeintliche Entscheidung. Nach einem Ballgewinn von Djamal Faram schalteten die Gastgeber schnell um. Mladen Mijajlovic spielte Essad Ouhssakou frei, der den Ball am Torhüter vorbei ins lange Eck schob und zum 4:2 traf (87.).
Die Gäste gaben sich jedoch nicht geschlagen. In der Nachspielzeit setzte sich Tim Boldt auf der linken Seite durch und traf mit einem platzierten Abschluss in den rechten oberen Winkel zum 3:4 (90.+2). In den verbleibenden Minuten boten sich beiden Teams weitere Möglichkeiten: Ouhssakou traf für Freiburg noch den Pfosten, während eine Karlsruher Hereingabe knapp keinen Abnehmer fand. Am Ende blieb es beim 4:3-Heimsieg für den Sport-Club. „Zusammenfassend würde ich sagen, dass unser Sieg heute absolut verdient ist. Das war genau die Reaktion, die wir sehen wollten“, bilanzierte Wiedensohler nach Abpfiff.
Auswärts in Regensburg
Am kommenden Wochenende (14. März) gastiert der Sport-Club beim SSV Regensburg. Anstoß in Regensburg ist um 11 Uhr.
Maximilian Geil
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Etringer (TW), Probst (C) (46., Gellert), Sawas, T. Schiertz, Boos, Kassassir (76., Mijajlovic), Okungbowa (76., Ouhssakou), Veit (87., Dreher), Baur (76., Faram), Benz, Dianzenza-Nkoussou (88., Richter) | |
| Trainer: Julian Wiedensohler | |
| Bank: Müller (TW) | |
| Aufstellung Karlsruher SC: Günes (TW), Baumstark (58., Boldt), Braun, Bierle, Ambrosius, Zor, Thürer, Sen (85., Matenda), Batolov, Guggenbühler (C) (69., Kaiser), El-Dor (58., Roos) | |
| Trainer: Martin Stoll | |
| Bank: Kuriata (TW), Treiber, Regler | |
| Tore: 0:1 Braun (34.), 1:1 Benz (47.), 2:1 Dianzenza-Nkoussou (49.), 3:1 Benz (58.), 3:2 Thürer (60.), 4:2 Ouhssakou (87.), 4:3 Boldt (90.+2) | |
| Gelbe Karten: 6/2 | |
| Gelb-Rote Karten: Sawas / San | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Maximilian Kroepfl | |
| Zuschauer/innen: 221 |
