„Die Entwicklung steht über den Ergebnissen“
Mit dem Start in die Hauptrunde gegen Heidenheim beginnt für die U17 ein neues Kapitel. Nach dem knappen Verpassen der Liga A stehen nun Entwicklung, Kompaktheit und Konstanz im Mittelpunkt.
Bano, mit etwas Abstand Richtung Dezember: Wie bewertest du die Vorrunde und den verpassten Einzug in Liga B?
Ivica Banovic: Ja, natürlich war das Ziel mit der U17 des SC Freiburg ganz klar, in die Liga A einzuziehen. Grundsätzlich geht es aber nicht ausschließlich um die Hauptrunde oder die Liga A, sondern um die Entwicklungsschritte der Jungs. Wenn man sich die Vorrunde anschaut, war die Leistungsdichte extrem hoch. In vielen Spielen – mit Ausnahme der Partien gegen Bayern und Stuttgart – waren es echte 50:50-Spiele.Am Ende hat sich gezeigt, dass Konstanz entscheidend ist. Gerade die Stuttgarter Kickers waren über die gesamte Vorrunde hinweg etwas konstanter und hatten am Schluss zwei oder drei Punkte mehr. Deshalb standen sie am Ende auch verdient vor uns. Insgesamt sind die Mannschaften weitergekommen, die in dieser Phase einfach die stabilsten Leistungen gezeigt haben.
Kannst du uns einmal in eure Vorbereitung bis zum ersten Pflichtspiel mitnehmen?
Banovic: Unsere Vorbereitungszeit ist deutlich kürzer, als im Sommer. Einzelne Spieler durften bereits Trainingseinheiten bei der U19 absolvieren, andere können sich neu beweisen. In dieser kurzen Zeit versuchen wir, möglichst viele Inhalte zu vermitteln. Wir haben einige Testspiele gegen wirklich gute Gegner bestritten. Trotzdem wird man erst am Ligastart wieder sehen, wo wir im Vergleich zu den anderen Mannschaften stehen.
Habt ihr euch für die Hauptrunde klare Schwerpunkte gesetzt? Woran habt ihr in der Vorbereitung konkret gearbeitet?
Banovic: Ein ganz zentraler Schwerpunkt war unsere Kompaktheit – sowohl gegen den Ball als auch mit dem Ball. Es geht nicht darum, nur zu arbeiten, sondern richtig zu arbeiten. Natürlich wollen wir vorne anlaufen und mannorientiert pressen. Aber wenn wir überspielt werden, müssen wir sofort eine enge Kompaktheit herstellen. Diese Kompaktheit ist entscheidend für die Duelle. Wenn ein Spieler weiß, dass in seiner Nähe Unterstützung ist, kann er aggressiv nach vorne verteidigen. Genauso wichtig war uns die Kompaktheit mit Ball. Wenn wir im Eins-gegen-eins den Ball verlieren, müssen wir sofort ins Gegenpressing kommen. Ziel war es, aus dieser Kompaktheit – egal ob bei Ballverlust oder Ballgewinn – immer Zugriff auf das Spiel zu haben.
Die Enttäuschung über das Verpassen der Liga A war natürlich da. Welche Chancen bietet euch jetzt die Liga B?
Banovic: Liga B bietet enorme Möglichkeiten. Das haben wir schon im vergangenen Jahr gesehen. Die Entwicklung der Spieler steht dabei noch einmal mehr über den Ergebnissen. Es besteht die Chance, dass Spieler, die bislang viel Spielzeit bekommen haben, bei der U19 erste Erfahrungen sammeln können. Gleichzeitig bekommen andere Spieler, die sich in der U17 bisher weniger zeigen konnten, mehr Einsatzzeit. Letztes Jahr haben wir das bei einigen beobachten können: Plötzlich waren sie Leistungsträger, und man hat gesehen, welches Potenzial in ihnen steckt. Ich hoffe sehr, dass wir das auch in dieser Saison wieder erleben. Dass drei oder vier Spieler, die in der Hinrunde vielleicht nur ein- oder zweimal von Beginn an gespielt haben, jetzt über mehr Einsatzzeit Selbstvertrauen tanken und zeigen: Ich bin da, ich bin konkurrenzfähig und ein Kandidat für die U19 im nächsten Jahr.
Ihr seid auch noch im SBFV-Pokal vertreten. Wo steht ihr dort aktuell und was ist euer Ziel?
Banovic: Ja, wir sind noch im Pokal dabei. Wir spielen das Viertelfinale Anfang März nicht weit entfernt von hier beim PTSV Jahn Freiburg. Unser Ziel ist es, ins Finale zu kommen und den Pokal zu holen. Wir gehen als Favorit in den Wettbewerb – und diesem Anspruch wollen wir auch gerecht werden.
Foto: SC Freiburg

