Heimniederlage nach langer Unterzahl
Die Frauen des SC Freiburg haben am siebten Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga gegen RB Leipzig mit 0:3 (0:0) verloren. Nach einer frühen Roten Karte für Verteidigerin Julia Stierli (18.) entschieden die Gäste die Partie nach der Pause durch Tore von Alieke Tuin (68.) und Nikée van Dijk (78./84.).
Nach der ersten Länderspielpause in dieser Saison wurde der siebte Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga bei noch einmal milden Temperaturen im Dreisamstadion eröffnet. Zum Freitagabendspiel unter Flutlicht empfingen die SC-Frauen als Tabellensechster den Neuntplatzierten RB Leipzig. Am Ende einer Begegnung, die durch einen frühen Platzverweis für den Sport-Club geprägt wurde, stand für die SC-Frauen die zweite Heimniederlage in dieser Saison.
„Ich möchte gar keinen Hehl daraus machen, dass uns die Rote Karte für Freiburg in die Karten gespielt hat, denn wir sind schwer ins Spiel reingekommen“, sagte Gästetrainer Jonas Stephan nach der Partie. „Ich möchte zur Schiedsrichterin nicht viel sagen“, erklärte dagegen SC-Trainer Marco Konrad. „Aber mit einem VAR wäre das Spiel sicher anders ausgegangen. Auch vor dem zweiten Tor hatte unsere Torhüterin Anna Reimann schon die Hand auf dem Ball. Aber vor allem möchte ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen, denn sie hat in Unterzahl ein richtig gutes Spiel gezeigt.“
Eine Änderung nach der Länderspielpause
Weiterhin nicht entspannt zeigte sich nach der Länderspielpause die personelle Situation beim Sport-Club. Nach wie vor keine Optionen waren Laura Benkarth, die in dieser Woche erstmals Mutter geworden ist, Ingibjörg Sigurðardóttir, Meret Felde (beide Schwangerschaftspause), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha), Nia Szenk (Adduktorenprobleme), Jana Vojteková (muskuläre Beschwerden) und Emma Memminger (Weichteilverletzung am Oberschenkel). Auch Verteidigerin Mia-Lena Maas fehlte krankheitsbedingt.
Mit Luisa Jansen und Pauline Ihme saßen deshalb zwei Abwehrspielerinnen aus der U20 des Sport-Club erstmals auf der Bank des Bundesligateams. Gegenüber dem 1:0-Sieg beim 1. FC Köln vor zwei Wochen gab es in der Anfangsformation nur eine Veränderung: Anstelle von Amira Arfaoui begann Maj Schneider in der Offensivreihe.
Frühe Unterzahl nach Platzverweis für Stierli
Die SC-Frauen begannen angriffslustig und offensiv präsent. Drei Eckbälle nach drei Minuten und Abschlüsse durch Bienz, deren Schuss geblockt wurde, und Brunold, die eine Kopfball am Tor vorbeisetzte, brachten dies zum Ausdruck. Doch auch die Gäste setzten in der temporeichen Anfangsphase durch Schüsse von Emanuela Pfister und Alieke Tuin erste Akzente.
Die Kräfteverhältnisse in der bis dahin ausgeglichenen und eher vom Sport-Club dominierten Partie veränderten sich nach 18 Spielminuten entscheidend – zumindest personell. Bei einem Leipziger Konter versuchte Julia Stierli die davoneilende Pfister noch durch eine Berührung an der Schulter zu irritieren. Die Leipzigern kam dabei zu Fall und Schiedsrichterin Daniela Kottmann wertete die Aktion als Notbremse und zeigte Stierli die Rote Karte. Eine zumindest harte Entscheidung, da sich zwei Freiburgerinnen noch in der Nähe befanden. „Man nennt das dann clever aus Sicht der Leipziger Spielerin. Im Sinne des Sports und der Fairness war es sicher nicht“, bewertete Marco Konrad die Szene.
Erste Halbzeit bleibt ohne Tore
Somit wurde die Begegnung, in der Nicole Ojukwu beim Sport-Club in die Viererkette zurückrücke, nach nicht einmal 20 Minuten eine andere Partie. RB Leipzig übernahm nun die Spielkontrolle, die SC-Frauen versuchten in Unterzahl zunächst vor allem kompakt zu verteidigen, Die nächste Möglichkeit besaßen die Sächsinnen. Tuin traf mit einem Flachschuss den linken Pfosten (26.). Wenig später ging ein Kopfball von Delice Boboy über das Tor. Einen weiteren Versuch von Pfister parierte SC-Torhüterin Anna Reimann.
Aber auch der Sport-Club versuchte weiterhin zu Möglichkeiten zu kommen. Bei einem Konter über die rechte Seite wurde SC-Kapitänin Lisa Karl aber kurz vor dem Strafraum noch gestoppt (33.). Auch Brunold blieb mit einem Dribbling nahe des Leipziger Tores hängen. Viele Chancen für die Gäste hatten die Freiburgerinnen auch in Unterzahl nicht zugelassen. Zur Pause hatte das torlose Remis weiter Bestand.
Gäste entscheiden Partie nach der Pause
Zur zweiten Halbzeit kam Luca Birkholz für Selina Vobian in die Partie, während Leipzig mit Charlotte Hulst und Sandra Starke doppelt eingewechselt hatte. Das Übergewicht der Gäste hielt an, aber die SC-Frauen stemmten sich weiterhin beherzt dagegen und ließen zunächst nur wenige Abschlüsse zu. Für RasenBallsport setzte Pfister einen Distanzschuss am Tor vorbei (57.). Deutlich gefährlicher geriet kurz darauf ein Schuss von Brunold, den Torhüterin Elvira Herzog gerade noch über die Latte lenkte – ohne dass es anschließend den fälligen Eckball für den Sport-Club gab.
Ebenfalls aus der Distanz prüfte danach Boboy Reimann (65.). Die SC-Keeperin parierte erneut sicher und lenkte kurz darauf auch einen Schuss von Jasmien Mathys am Tor vorbei. Dann musste sich Reimann aber doch geschlagen geben. Nach einem abgewehrten Ball traf Tuin mit einer flachen Direktabnahme in die lange Ecke (68.). Der Druck der Gäste nahm jetzt weiter zu. Reimann wehrte auch einen Schuss von Emilia Asgeirsdottir ab (77.) – und musste sich kurz darauf dennoch zum zweiten Mal geschlagen geben.
Doppelpack von Jokerin van Dijk
Nach einem Freiburger Abspielfehler im eigenen Strafraum erhöhte Nikée van Dijk aus kurzer Distanz für die Sächsinnen (78.). Van Dijk war es auch, die einige Minuten später eine flache Hereingabe zum dritten Leipziger Treffer über die Linie drückte (84.). Trotzdem erarbeitete sich auch der Sport-Club in der Schlussphase noch zu Chancen auf einen eigenen Treffer. „Die Mannschaft hat trotz der Rückschläge alles versucht. Von daher war es auch eine Leistung, auf der wir trotz der Niederlag aufbauen können“, sagte SC-Trainer Konrad.
Auswärts geht es für den SC Freiburg am kommenden Wochenende an der Weser weiter. Zur Partie des achten Bundesliga-Spieltags sind die SC-Frauen am Sonntag, den 25. Oktober (14 Uhr), beim SV Werder Bremen zu Gast.
Dirk Rohde
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| SC Freiburg: Reimann – Kolb, Axtmann (76. Arfaoui), Stierli, Karl – Ojukwu, I. Açıkgöz – Bienz (85. Vincze), Schneider, Vobian (46. Birkholz) – Brunold (76. Seghir) | |
| Trainer: Marco Konrad | |
| Bank: Barth (Tor), Ihme, Jansen, Scherer, Simmen | |
| RB Leipzig: Herzog – Mathys, Dudek, Mertens (46. Starke), Tuin (73. Simonsson) – Pusztai – Norheim (80. Veefkind), Pfister (62. van Dijk), Schimmer (46. Hulst), Asgeiersdottir – Boboy | |
| Trainer: Jonas Stephan | |
| Bank: Waldbillig (Tor), Lindner | |
| Tore: 0:1Tuin (68.), 0:2 van Dijk (78.), 0:3 van Dijk (84.) | |
| Gelbe Karten: Trainer Konrad – Tuin | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: Stierli (18., Notbremse) | |
| Schiedsrichterin: Daniela Kottmann (Ehingen) | |
| Zuschauer/innen: 1.915 |
