Erster Auswärtssieg in der Liga
Am sechsten Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga konnten die Frauen des SC Freiburg den 1. FC Köln mit 0:1 (0:0) besiegen. Den einzigen Treffer des Tages erzielte Carina Brunold.
Im letzten Ligaspiel vor der anstehenden Länderspielpause trafen die SC-Frauen auf den 1. FC Köln. In der Vorwoche setzten sich sowohl die Breisgauerinnen als auch die Domstädterinnen im DFB-Pokal jeweils mit 2:1 gegen einen Zweitligisten durch. Vor zweieinhalbtausend Fans wollten beide Teams unter blauem Himmel nun im Franz-Kremer-Stadion nachlegen.
In einer Partie, in der die Kölnerinnen über weite Strecken spielbestimmend agierten, zeigte sich der Sport-Club defensiv höchstdiszipliniert und vorne effizient. Kurz nach dem Seitenwechsel gingen die Breisgauerinnen durch einen glücklichen Treffer von Carina Brunold in Front und brachten ihre knappe Führung anschließend bis ins Ziel.
„Natürlich freuen wir uns sehr über diesen Sieg. Wir wussten bereits im Vorfeld, dass Köln ein starkes Team ist, von daher hat es heute eine richtig starke Leistung der Mädels gebraucht, um hier zu gewinnen“, zeigt sich Cheftrainer Marco Konrad zufrieden mit dem Auftritt seiner Mädels.
Drei Wechsel, Arfaoui startet im Jubiläumsspiel
Cheftrainer Marco Konrad stellte sein Team im Vergleich zum Pokalsieg in Andernach auf drei Positionen um. Für Lorena Barth kehrte Anna Reimann zwischen die Pfosten zurück, zudem bekleidete Lisa Kolb die für sie ungewohnte Position der Rechtsverteidigerin, da Emma Memminger ihrem Coach angeschlagen nicht zur Verfügung stand. Zudem rotierte Axtmann anstelle von Maas wieder in die erste Elf zurück.
Neben Memminger fehlten weiterhin Jana Vojteková (muskuläre Probleme), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha), Nia Szenk (Adduktorenprobleme) sowie Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurðardóttir und Meret Felde (alle Schwangerschaftspause).
Köln zu Beginn aktiver
Die Gastgeberinnen kamen in den ersten Minuten besser in die Partie und suchten Wege vor das Freiburger Tor. Fündig wurden sie erstmals in der fünften Spielminute, nachdem Zeller mit einer flachen Hereingabe die heranrauschende Bremer bediente. Die Stürmerin schloss mit dem ersten Kontakt ab, kam aus kürzester Distanz jedoch nicht an der stark parierenden Reimann vorbei.
Die Freiburgerinnen überließen dem Gegner zunächst die Kontrolle und konzentrierten sich auf das Spiel gegen den Ball. Dabei ordnete sich das Team von Marco Konrad im gewohnten 4-2-3-1-System an und erwartete Köln auf Höhe der Mittellinie.
Verletzungsunterbrechungen nehmen den Spielfluss
Im Anschluss sorgten mehrere Zusammenstöße für längere Pausen. Zunächst war es SC-Torfrau Anna Reimann, die ihre Farben in der zehnten Spielminute in Schrecken versetzte, als sie nach einem Luftzweikampf mit Sophie Nachtigall mit einer Kopfverletzung liegen blieb. Für die 17-Jährige ging es nach einer Behandlung glücklicherweise ebenso weiter wie für die Kölner Kapitänin Marina Hegering, die von Açıkgöz abgeräumt wurde (16.).
Der Bruch im Spiel kam den Gästen aus Freiburg zugute, die erstmals selbst längere Stafetten mit Ball aufweisen konnten und sich erstmals in die Nähe des Kölner Tors begaben. Zwingende Chancen waren allerdings auf beiden Seiten Mangelware, es entwickelte sich ein umkämpftes Spiel mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld.
Açıkgöz prüft das Aluminium
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit erlangten die Kölnerinnen die Spielkontrolle zurück, fanden gegen einen gut sortierten SC allerdings weiterhin kein Durchkommen. Stattdessen war es Freiburg selbst, das in Person von Ilayda Açıkgöz zu einer nennenswerten Torchance kam. Brunold blieb zunächst im gegnerischen Strafraum hängen, Arfaoui erzwang durch offensives Gegenpressing jedoch den Kölner Ballverlust. Über Ojukwu landete das Leder bei Açıkgöz, die aus der zweiten Reihe mit links abzog und die Latte traf (31.).
Der Aluminiumtreffer schien dem Sport-Club vorübergehenden Auftrieb zu verleihen. Fünf Minuten später steckte Arfaoui mit einem schönen Pass auf Brunold durch, die im Eins-gegen-Eins auf Schmitz im Kölner Tor zulief. Laura Vogt eilte jedoch im letzten Moment zur Rettung heran und klärte durch eine starke Grätsche.
Bis zum Halbzeitpfiff kamen die Kölnerinnen über Außen des Öfteren in den Freiburger Strafraum, immer wieder fehlte jedoch die entscheidende Präzision im letzten Pass oder Abschluss, sodass die große Gefahr weitestgehend ausblieb. In der zweiten von vier Minuten Nachspielzeit wurde es dann jedoch nochmal brenzlig. Eine Flanke von links nahm Effzeh-Spielerin Dora Zeller per Volley aus der Luft. Reimann tauchte stark ins rechte Eck ab und konnte den Rückstand für den SC verhindern.
„Vor allem in der Arbeit gegen den Ball haben wir heute eine richtig gute Partie abgeliefert. Wir haben kaum Chancen zugelassen, das war ein sehr reifer Auftritt“, hebt Konrad das Abwehrverhalten hervor.
Ähnliches Bild nach dem Seitenwechsel, Brunold mit Führungstreffer
Nach 7:1-Torschüssen zugunsten von Köln wechselte Marco Konrad zum Wiederanpfiff doppelt. Maj Schneider ersetzte Selina Vobian, Luca Birkholz kam für Amira Arfaoui in die Partie (46.). An der Dynamik des Spiels änderte das zunächst wenig, die Kölnerinnen hatten den Ball in ihren Reihen und suchten die Lücke in der Freiburger Hintermannschaft.
Dennoch war es der Sport-Club, der in der Folge in Führung ging. Nach einer schönen Seitenverlagerung von Ojukwu hatte Brunold mit Ball am Fuß auf der rechten Seite viel Grün vor sich. Die Österreicherin im Trikot des SC setzte zur Flanke an, die Hereingabe fälschte Leimenstoll jedoch unglücklich ab und bugsierte den Ball an die Latte des eigenen Gehäuses. Die überraschte Lisa Schmitz segelte im Kasten am Ball vorbei, sodass dieser nach einem Abpraller über die Linie ging (52.). Der zweite Saisontreffer für den Sommerneuzugang.
Teams neutralisieren sich, Freiburg mit den besseren Chancen
Die Kölnerinnen waren nun um eine Antwort bemüht, bissen sich in der Offensive allerdings ein ums andere Mal die Zähne an der Freiburger Abwehr aus. Somit sprangen kaum echte Torchancen aus den Aktionen der Rheinländerinnen heraus. Bremer traf aus spitzem Winkel das Außennetz (57.), Reimann wäre jedoch zur Stelle gewesen. Nachtigall setzte sich zehn Minuten später stark gegen die eingewechselte Seghir durch, ihre scharfe Hereingabe konnte Zeller jedoch nicht kontrollieren (67.).
Die große Schlussoffensive aufseiten Kölns blieb anschließend aus. Stattdessen kam Freiburg im Konterspiel über die eingewechselten Vincze und Birkholz in der Nachspielzeit zu Gelegenheiten, das Spiel zu entscheiden. Beide scheiterten jedoch an Schmitz (90+1., 90+3.).
„Hinten heraus haben wir noch die Gelegenheiten, mit dem zweiten Tor alles klarzumachen. Insgesamt war es einfach eine geschlossen gute Mannschaftsleistung. Hier wächst gerade etwas zusammen, das Team agiert als Einheit. Das ist für uns der richtige nächste Schritt“, so Cheftrainer Marco Konrad.
Schlussendlich sollte es dennoch für den ersten Freiburger Ligasieg auf fremdem Geläuf reichen, auch weil die Defensive ein ums andere Mal gut im Verbund verteidigte. Durch seinen dritten Sieg im sechsten Spiel geht der Sport-Club nun mit zehn Zählern in die Länderspielpause. Am Freitag, 16. Oktober, eröffnen die Freiburgerinnen anschließend um 18:30 Uhr gegen RB Leipzig im heimischen Dreisamstadion den siebten Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga.
Matias Hartmann
Foto: Oliver Kälke (DeFodi Images)
Stenogramm
| Aufstellung Heimteam: Schmitz - Leimenstoll, Hegering (46. Bohnen), Vogt, Degen (82. Andrade), Sterner - Feiersinger, Elsen, Nachtigall - Zeller, Bremer (62. Ziemer) (87. Imping) | |
| Trainer: Britta Carlson | |
| Bank: Nelles (Tor), Zawistowska, Donhauser, Kerschbaumer, Weber | |
| Aufstellung Auswärtsteam: Reimann - Karl, Stierli, Axtmann (82. Maas), Kolb - Açıkgöz (82. Vincze), Ojukwu - Vobian (46. Schneider), Arfaoui (46. Birkholz), Bienz (66. Seghir) - Brunold | |
| Trainer: Marco Konrad | |
| Bank: Barth (Tor), Memminger | |
| Tore: 0:1 Brunold (52.) | |
| Gelbe Karten: Nachtigall - Vincze | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichterin: Levke Scholz | |
| Zuschauer/innen: 2.530 |
