Mit der richtigen Balance ins Flutlichtspiel
Die SC-Frauen empfangen zum Auftakt des 17. Spieltags der Google Pixel Frauen-Bundesliga den FC Bayern München. Anstoß im Dreisamstadion ist am Freitagabend um 18.30 Uhr (live bei DAZN und MagentaSport sowie im Hörfunk bei baden.FM).
Am Freitagabend erhellt wieder einmal das Flutlicht des Dreisamstadions den Freiburger Osten. Um 18.30 Uhr sind die Deutschen Meisterinnen vom FC Bayern an der Schwarzwaldstraße zu Gast. Und wer ein bisschen wohlwollend in die Statistik der jüngeren Vergangenheit blickt, der merkt, dass den SC-Frauen Heimspiele gegen den FC Bayern gar nicht so ungelegen kamen.
In den vergangenen beiden Spielzeiten trat der Sport-Club ebenfalls freitagabends gegen das Münchener Topteam an – und erspielte sich zwei Mal in Folge ein 2:2-Remis: „Vor dem Spiel würde ich sagen: Das Ergebnis nehme ich auch dieses Mal gerne mit“, bestätigt Edmond Kapllani augenzwinkernd. „Natürlich wissen wir, dass solche Statistiken nur wenig aussagen, aber vielleicht geben sie nochmal ein paar Prozente für den Kopf mit. Wir haben Respekt vor den Bayern, wollen aber dennoch auch befreit und voller Vorfreude auftreten.“
Das können die SC-Frauen insbesondere deshalb, weil sie am vergangenen Wochenende die Pflichtaufgabe beim HSV mit drei Punkten bestanden haben. Von einem Willenssieg sprach der Freiburger Trainer direkt nach Abpfiff, ein paar Tage später ordnet Kapllani den 2:0-Auswärtssieg auch weiterhin positiv ein: „Wir hätten das Spiel schon früher entscheiden können. In Überzahl waren wir dann aber phasenweise zu hektisch, hatten nicht mehr den Zugriff, den wir wollten. Trotzdem haben wir keine gegnerischen Chancen zugelassen und das wichtige zweite Tor nachgelegt“, so der SC-Coach. „Wichtig wird für uns aber sein, zukünftig wieder über 90 Minuten präsent und griffig zu agieren.“
Das wird auch am Freitagabend gegen den derzeitigen Tabellenersten von Beginn an relevant. „Jeder weiß, über welche Qualität der FC Bayern verfügt. Sie sind unbestritten der Favorit der Partie, wir müssen uns in dieses Spiel richtig reinarbeiten. Dazu brauchen wir die Kulisse und die Fans im Rücken“, sagt Kapllani. Umso wichtiger sei der Auswärtsdreier in Hamburg gewesen: „Man hat gemerkt, dass die Mädels den Sieg unbedingt wollten, um mit Selbstvertrauen ins Heimspiel gegen Bayern gehen zu können.“
Das wird nötig sein, da die Münchenerinnen auch in dieser Saison wieder unangefochten an der Tabellenspitze rangieren. Im Hinspiel zeigte der FC Bayern dem Sport-Club mit einem 4:0 deutlich die Grenzen auf, ins neue Jahr ist der amtierende Meister mit einem ebenfalls klaren 3:0-Sieg gegen Leipzig gestartet. „Wir müssen defensiv hellwach sein, wollen aber auch Nadelstiche setzen und eigene Chancen kreieren“, sagt Kapllani. „Uns ist bewusst, dass das eine schwere Aufgabe sein wird, für die wir auch das nötige Spielglück, viel Engagement und Laufbereitschaft brauchen. Es geht darum, die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden.“
Für eine Freiburgerin wird die Partie unter Flutlicht ganz besonders sein: Laura Benkarth, SC-Urgestein, lief zwischen 2018 und 2023 auch schon für die Münchenerinnen auf, wurde mit dem FCB zwei Mal Deutscher Meister. „Ich kenne noch einige Mädels aus der damaligen Zeit, mit ein paar von ihnen habe ich davor sogar noch gemeinsam beim SC gespielt“, sagt die Freiburger Keeperin. „Mit der Unterstützung unserer Fans und der Dreisamstadion-Kulisse wollen wir dem FC Bayern das Leben so schwer wie möglich machen.“
Vor Freitagabend ist die Personalsituation bei den Freiburgerinnen unverändert: Nia Szenk steht nach ihrer Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung, Ally Gudorf fällt hingegen weiterhin aus persönlichen Gründen aus.
Niklas Batsch
Foto: Harry Langer (DeFodi Images)

