Deutlicher Auswärtssieg in Jena
Die Frauen des SC Freiburg haben am 24. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga beim nun als Absteiger feststehenden FC Carl Zeiss Jena mit 5:1 (3:0) gewonnen. Zweimal Svenja Fölmli (1./87.), Lisa Kolb (34.), Ingibjörg Sigurðardóttir (42.) und Sophie Nachtigall (62., FE) trafen in Thüringen.
Nach zuvor drei Niederlagen konnten sich die SC-Frauen bei der vorletzten Auswärtspartie der Saison in der ad-hoc-Arena im Ernst-Abbé-Sportfeld in Jena wieder über drei Punkte und den zehnten Saisonsieg freuen. Allzu ausgelassen fiel der Jubel freilich nicht aus. Stattdessen galt es den Gegenspielerinnen nach dem Schlusspfiff zunächst auch Trost zu spenden, denn für Carl Zeiss Jena bedeutete die Niederlage gegen den Sport-Club den vorzeitigen Abstieg aus der Bundesliga.
„Man hat von Anfang an gesehen, dass es die Mannschaft besser machen wollte, als bei der Niederlage in Leverkusen vor einer Woche“, sagte SC-Trainer Edmond Kapplani. „Jede einzelne Spielerin hat versucht, jeden Zweikampf für sich zu entscheiden. Dazu haben wir Tore nach schönen Kombinationen erzielt. Es war sehr warm, wir wussten, dass es für Jena um alles geht. Deshalb ein großes Kompliment an die Mannschaft, wie sie das alles von der ersten bis zur letzten Minute angenommen hat. Der Sieg war deshalb auch von der Höhe verdient.“
Startelfdebüt für Schick in Thüringen
Nach der 1:4-Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen vor einer Woche veränderte Kapllani seine Anfangsformation in Jena gleich auf sechs Positionen. Anstelle von Greta Stegemann spielte Zoe Schick auf der rechten Abwehrseite. Die 17-Jährige aus dem Team der U20-Frauen des SC gab nach zwei Einwechslungen in dieser Saison ihr Startelfdebüt.
In der Innenverteidigung lief Ingibjörg Sigurðardóttir für Julia Stierli auf. Im Mittelfeld begannen Sophie Nachtigall, Meret Felde und Alena Bienz anstelle von Maj Schneider, Nicole Ojukwu und Selina Vobian, während Svenja Fölmli im Angriff Leela Egli (muskuläre Probleme) ersetzte. Verzichten musste der Sport-Club weiterhin auf Ally Gudorf (persönliche Gründe), Laura Benkarth (schwanger), Nia Szenk (Muskelverletzung) und Tessa Blumenberg (Knieverletzung).
Fölmli mit Führung in der ersten Minute
Das umformiert Team präsentierte einen Blitzstart. Kurz nach dem Freiburger Anstoß dauerte es nur 39 Sekunden, bis Svenja Fölmli zur Führung traf. Eine flache Hereingabe von Lisa Kolb versenkte die Schweizerin aus rund 15 Metern per Direktschuss ins linke Eck. Anschließend spielte der Sport-Club mit Tempo und Entschlossenheit weiter. Eine weitere Flanke von Kolb verpasste Luca Birkholz vor dem Tor knapp. Kurz darauf lenkte Torhüterin Jasmin Janning einen Schuss von Alena Bienz gerade noch über die Latte (10.).
Die erste Chance für die Gastgeberinnen war allerdings auch gleich eine hochkarätige. Olivia Alcaide lief nach einem Pass in die Tiefe allein auf Rebecca Adamczyk zu, doch die SC-Torhüterin wehrte ihren Schuss mit einer klasse Reaktion ab (13.). Auch die nächste Möglichkeit in der intensiven Begegnung besaß Carl Zeiss Jena. Noemi Gentile zirkelte einen Freistoß aus rund 22 Metern an die Latte (19.). Kurz darauf musste beim SC die frühere Jenaerin Luca Birkholz verletzt vom Feld, für sie kam Selina Vobian in die Partie.
Kolb und Sigurðardóttir erhöhen zur Pause
Der Tabellenletzte hielt weiterhin kampfstark dagegen, der Sport-Club blieb gefordert, um weitere Chancen zu verhindern und den Vorsprung zu verteidigen. Zumal sich Jena nach einer halben Stunde mehr Ballbesitz erarbeitet hatte und hoch presste. Was die SC-Frauen schließlich zu einem Konter und zum zweiten Treffer nutzten. Eingeleitet wurde der Angriff von Nachtigall, dann bediente Kolb zunächst Fölmli, deren Schuss Janning noch abwehrte. Der Ball landete jedoch wieder vor den Füßen von Kolb, die aus wenigen Metern einschoss (34.).
Dass der Sport-Club seinen Vorsprung noch vor der Pause weiter ausbaute, lag an einer gut ausgespielten und effektiv genutzten Standardsituation. Einen Freistoß von Vobian aus dem rechten Halbfeld beförderte Fölmli per Direktabnahme Richtung Tor, wo Ingibjörg Sigurðardóttir den Ball noch über die Linie verlängerte (42.). Es war das erste Saisontor der Isländerin, die somit für eine deutliche Freiburger Pausenführung sorgte, mit welcher auch der Abstieg der Gastgeberinnen näher gerückt war.
Nachtigall trifft per Elfmeter, Jaron für Jena
Jenas Trainer Florian Kästner versuchte zur zweiten Halbzeit noch einmal mit einem Vierfachwechsel dagegen zu steuern. Die erste Chance nach dem Wiederanpfiff besaß aber wieder Sigurðardóttir, deren Kopfball nach einer Ecke von Vobian am Tor vorbeiging (54.). Für Jena zog die eingewechselte Isabella Jaron einen direkten Freistoß über die Querlatte. Aufgegeben hatten sich die Gastgeberinnen keinesfalls, aber der Sport-Club stand in der weiterhin lebendigen Partie defensiv stabil.
Am vierten SC-Treffer war erneut Sigurðardóttir beteiligt. Nach einem Freistoß von Nicole Ojuwu wurde die Verteidigerin von Lara Schenk im Jenaer Strafraum zu Boden gezogen, was einen Elfmeterpfiff zur Folge hatte. Nachtigall führte aus und verwandelte sicher in die linke Ecke (62.). Unmittelbar nach Nachtigalls erstem Saisontor traf auch Jena noch. Nach einem Steilpass zog Jaron an Adamczyk vorbei und verkürzte (63.).
Fölmli setzt auch den Schlusspunkt
Die nächste große Chance bot sich Felde, die nach einem Pass in die Tiefe auf Janning zulief, beim Abschluss aber an der Torhüterin scheiterte (79.). Vier Minuten später rutschte Fölmli nach einer Vobian-Hereingabe knapp am fünften Treffer vorbei. Noch knapper verpasste diesen gleich danach Ojukwu, die aus der Distanz die Latte traf. Dafür leitete die Österreicherin mit einem feinen Pass auf Fölmli, welche an Janning vorbei einschob und den Doppelpack schnürte, schließlich das letzte Tor der Partie ein (87.).
Zum letzten Bundesliga-Heimspiel in dieser Saison empfangen die SC-Frauen, die mit jetzt 33 Punkten weiterhin Tabellensiebter sind, am kommenden Wochenende den VfL Wolfsburg. Die Begegnung im Dreisamstadion am Samstag, den 9. Mai, beginnt um 14 Uhr.
Dirk Rohde
Foto: Marco Steinbrenner (DeFodi Images)
Stenogramm
| FC Carl Zeiss Jena: Janning – Juckel, Schenk, Ihlenburg, Sträßer (46. Mühlemann) – Reske, Andersson (46. Gaißer) – Bonsu (46. Häring), Tietz (73. Lehmann), Gentile (46. Jaron) – Alcaide | |
| Trainer: Florian Kästner | |
| Bank: Etzold (Tor), Julevic, Schmid, Börner | |
| SC Freiburg: Adamczyk – Schick (56. Stegemann), Axtmann, Sigurðardóttir (68. Maas), Karl – Kolb (56. Ojukwu), Nachtigall (68. Scherer), Felde, Bienz – Birkholz (24. Vobian), Fölmli | |
| Trainer: Edmond Kapplani | |
| Bank: Dübel (Tor), Stierli, Schneider | |
| Tore: 0:1 Fölmli (1.), 0:2 Kolb (34.), 0:3 Sigurðardóttir (42.), 0:4 Nachtigall (62., FE), 1:4 Jaron (63.), 1:5 Fölmli (87.) | |
| Gelbe Karten: Sträßer, Tietz – Nachtigall, Vobian, Axtmann | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Viechtach) | |
| Zuschauer/innen: 716 |
