Deutliche Niederlage in Leverkusen
Die SC-Frauen unterliegen am 23. Spieltag bei Bayer Leverkusen deutlich mit 1:4 (0:3). Den späten Anschlusstreffer erzielte die eingewechselte Alena Bienz.
Nach der vierwöchigen Pokal- und Länderspielpause hatte sich Edmond Kapllani mit den SC-Frauen viel vorgenommen. „Mit dem heutigen Auftritt bin ich daher absolut nicht zufrieden“, sagt der Freiburger Coach. „Wie ich schon vor dem Spiel betont habe, war die Energie innerhalb der Trainingswoche gut, ich hatte ein positives Gefühl. Dann starten wir schlecht in die Partie, kassieren Gegentore, über die wir in den vergangenen Tagen noch gesprochen haben.“
Im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim rotierte Kapllani auf vier Positionen: Für die muskulär verletzte Nia Szenk startete Greta Stegemann auf der rechten Abwehrseite. Maj Schneider rotierte für Meret Felde auf die Sechs, Leela Egli und Luca Birkholz starteten in der Offensive anstelle von Sophie Nachtigall und Svenja Fölmli.
Rückstand nach wenigen Minuten
Auf dem Rasen des Ulrich-Haberland-Stadions erwischte dann die gesamte Freiburger Auswahl vor 719 Zuschauer/innen einen katastrophalen Start: Bereits nach neun Minuten musste SC-Torfrau Rebecca Adamczyk schon zwei Bälle aus dem eigenen Tornetz holen, die Leverkusener Gastgeberinnen führten komfortabel mit 2:0.
Zunächst setzte sich die Werkself am Freiburger Strafraum fest. Der SC-Abwehrreihe gelang es nicht, das Spielgerät aus der gefährlichen Zone zu klären, sodass Katharina Piljic die Kugel unhaltbar ins rechte obere Toreck schlenzte (4.). Vom frühen Gegentreffer sichtlich geschockt, gelang es den Freiburgerinnen auch in der Folge nicht, ins Spiel zu finden. Die Gastgeberinnen kombinierten sich über die linke Angriffsseite, Vanessa Fudalla legte auf Estrella Merino Gonzalez ab, die die Führung der Werkself bereits nach neun Minuten verdoppelte.
Nach dem 0:2-Rückstand schüttelten sich die SC-Frauen zwar, Leverkusen blieb aber klar tonangebend. Nach einer Viertelstunde setzte Carlotta Wamser Cornelia Kramer in Szene, Adamczyk verhinderte aber gerade noch den dritten Treffer des Nachmittags (17.). Nach 20 Minuten meldete sich dann auch die Kapllani-Elf im Spiel an: Einen Eckball von Selina Vobian platzierte Alina Axtmann knapp am Pfosten vorbei.
Leverkusen erhöht vom Punkt
In der Folge schalteten die Gastgeberinnen zwar einen Gang zurück, setzten mit schnellen Bällen durch die Halbräume aber stets gefährliche Nadelstiche – und zeigten sich vor dem Pausenpfiff auch noch ein drittes Mal treffsicher: Wamser lief in der 38. Minute frei auf Adamczyk zu, die die Leverkusenerin im Strafraum zu Fall brachte. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Kramer zum 3:0. Und Kramer war es auch, die nur wenige Minuten später erneut Adamczyk prüfte – die SC-Keeperin parierte den Kopfball der Leverkusenerin aber aus kurzer Distanz stark.
„Leverkusen war griffiger, hat uns in jeder Sekunde wehgetan und wollte den Sieg unbedingt. In der Pause haben wir ein bisschen was angepasst, in der zweiten Halbzeit habe ich dann auch eine andere Körpersprache gesehen“, sagt Kapllani, der mit Meret Felde und Ingibjörg Sigurdardottir zwei frische Kräfte brachte. Felde war es schließlich auch, die sich aus rund 20 Metern das erste Mal im zweiten Durchgang probierte, ihr Abschluss stellte Ex-Freiburgerin Rafaela Borggräfe im Bayer-Tor aber vor keine Probleme.
Weil der Sport-Club der Werkself nun mehr und mehr Paroli bot, egalisierten sich beide Teams weite Strecken über schon im Mittelfeld. Nach 57 Minuten brach Leverkusen mit Loreen Bender dann aber doch einmal durch die Freiburger Defensive und bediente Kramer, die auf Wamser ablegte – spätestens mit dem vierten Treffer des Nachmittags beendete Bayer alle verbliebenen SC-Hoffnungen. „Wir waren in fast allen Aktionen einen Schritt zu spät. Der Gegner hat uns clever überspielt und die Räume genutzt. Das haben wir vor der Partie thematisiert, Leverkusen war heute aber einfach im Kopf und auf dem Platz schneller als wir“, so Kapllani.
Bienz gelingt der späte Anschluss
In der Schlussphase brachte die eingewechselte Svenja Fölmli nochmal etwas mehr Energie auf den Platz, hatte zunächst nach einem Eckball (70.) den Anschluss auf dem Kopf und wenig später mit einem weiteren Schussversuch (81.) auch auf dem Fuß. Den Ehrentreffer erzielte der Sport-Club dann aber doch noch: Birkholz setzte sich gegen Borggräfe durch, ihren Abschluss blockte Wamser handspielverdächtig auf der Linie. Einem potenziellen Strafstoß samt roter Karte entging die Leverkusenerin dann aber mit viel Glück, weil Alena Bienz den abgeblockten Ball noch zum 1:4-Endstand über die Linie drückte.
„Wir werden das Spiel aufarbeiten, wollen den Fokus aber schnell auf den kommenden Gegner und unser Spiel in Jena richten“, sagte Kapllani nach Schlusspfiff. „Dort will ich einen bestimmteren Auftritt und den unbedingten Willen, drei Punkte zu holen, sehen.“ Anstoß beim FC Carl Zeiss Jena ist am kommenden Sonntag, den 3. Mai, erneut um 16 Uhr.
Niklas Batsch
Foto: DeFodi Images
Stenogramm
| Bayer Leverkusen: Borggräfe – Merino Gonzalez, Wenger, Ostermeier, Wamser – Bender (61. Grant), Zdebel, Piljic (74. Daedelow), Kögel (89. Coskun) – Kramer (73. Mickenhagen), Fudalla (61. Haim) | |
| Trainer: Roberto Pätzold | |
| Bank: Voll, Friedrich, Lindner, Mädl | |
| SC Freiburg: Adamczyk – Stegemann (70. Schick), Axtmann (46. Sigurdardottir), Stierli, Karl – Schneider (46. Felde), Ojukwu – Kolb (70. Bienz), Vobian, Egli (57. Fölmli) – Birkholz | |
| Trainer: Edmond Kapllani | |
| Bank: Dübel, Nachtigall | |
| Tore: 1:0 Piljic (4.), 2:0 Merino Gonzalez (9.), 3:0 Kramer (38., FE), 4:0 Wamser (57.), 4:1 Bienz (85.) | |
| Gelbe Karten: Bender – Schneider, Axtmann, Stegemann | |
| Gelb-Rote Karten: - | |
| Rote Karten: - | |
| Schiedsrichterin: Nadine Westerhoff | |
| Zuschauer/innen: 719 |
