3:0-Testspiel-Sieg zum Jahresauftakt
Gegen den VfB Stuttgart siegten die SC-Frauen am Sonntagmittag mit 3:0 (1:0). Leela Egli, Nia Szenk und Ingibjörg Sigurðardóttir waren die Freiburger Torschützinnen.
Das neue Jahr startet für die Bundesliga-Frauen des Sport-Club erfolgreich: Im badisch-schwäbischen Vergleich besiegten die Freiburgerinnen die Gäste aus der Landeshauptstadt mit 3:0. Auf dem Papier war es ein souveränes Ergebnis, das der Aufstiegsaspirant aus der 2. Bundesliga jedoch durch zwei verpasste Hochkaräter durchaus knapper hätte gestalten können. „Es geht in Testspielen zwar in erster Linie nicht um das Ergebnis, dennoch ist es ein schönes Gefühl und gibt Selbstvertrauen, mit einem Sieg ins neue Jahr zu starten“, sagt SC-Trainer Edmond Kapllani.
Aus Stuttgart kehrten mit den beiden Torhüterinnen Kiara Beck und Eve Boettcher sowie Stürmerin Julia Glaser drei ehemalige Freiburgerinnen zurück an die Dreisam. Auf der anderen Seite verzeichnete der Sport-Club gleich sieben Ausfälle: Noch keine Kaderoption waren Ally Gudorf, Aurélie Csillag (beide persönliche Gründe), Meret Felde, Laura Benkarth (beide Aufbautraining nach Erkältung), Alina Axtmann, Sophie Nachtigall (beide Aufbautraining nach Reha) sowie Luca Birkholz (krank).
Der reduzierte Tross bot SC-Coach Edmond Kapllani aber auch die Möglichkeit, einigen jungen Wilden aus der U20 Spielpraxis in der ersten Mannschaft zu bieten. So kamen gegen den VfB mit Zoe Schick, Weena Simmen, Pauline Ihme und Luisa Jansen vier Spielerinnen aus dem Regionalliga-Team zum Einsatz.
Egli trifft sehenswert zur frühen Führung
Der Sport-Club wollte von Beginn an zeigen, wer im Dreisamstadion zu Hause ist. Doch auch die schwäbischen Gäste hielten von der ersten Minute an stark dagegen und versuchten, das Freiburger Spiel intensiv zu stören. Die ersten Chancen verzeichnete der SC durch Svenja Fölmli (6.) und Selina Vobian (8.) – beide Versuche blieben aber zu unpräzise. Deutlich besser gelang das Freiburger Zusammenspiel dann nach zehn Minuten: Nach einem Eckball von Vobian landete das Spielgerät am Fünfmeterraum, von wo aus Leela Egli die Kugel artistisch mit der Hacke rückwärts über den Kopf zum 1:0 ins Netz beförderte.
In der Folge setzte der VfB vermehrt Nadelstiche, ohne zwingend zum Abschluss zu kommen. Die besten Stuttgarter Chancen entschärfte nach einer halben Stunde SC-Keeperin Rebecca Adamczyk sicher: Zunächst versuchte es Fabienne Dongus aus der zweiten Reihe (31.), ehe die Stuttgarter Kapitänin wenig später erneut aus der Distanz abzog (34.). Beide Male reagierte Adamczyk stark.
Auf der Gegenseite versuchte der SC, schnell über die Flügel umzuschalten. Ein solcher Angriff landete nach 38 Minuten bei Svenja Fölmli, die im Eins-gegen-Eins-Duell mit VfB-Keeperin Eve Boettcher aber das Nachsehen hatte. Kurz vor der Pause verpassten dann die Gäste die bis dato größte Chance auf den Ausgleich: Nach einer wichtigen Adamczyk-Parade hätte Rosa Rückert aus kurzer Distanz frei vor der Torlinie einschieben können – setzte das Kunstleder aber neben den Pfosten (39.). Fast im Gegenzug war es dann der Sport-Club, der durch Lisa Karl und Svenja Fölmli nochmal hätte erhöhen können – aber ebenfalls nicht zum Torerfolg kam (44.).
Szenk und Sigurðardóttir legen nach
Zum Wiederanpfiff rotierte der Sport-Club fast die gesamte Mannschaft – nur Fölmli und Julia Stierli sollten noch einige Minuten zusätzlich erhalten. Der zweite Durchgang zeigte sich den gut 200 Zuschauer/innen im frostigen Dreisamstadion deutlich zerfahrener, hielt aber auch noch zwei sehenswerte Treffer bereit.
Nach rund einer Stunde nahm sich Nia Szenk aus halbrechter Position, rund 25 Meter vom Tor entfernt, ein Herz und zog einfach mal ab. Weil noch ein Stuttgarter Bein den Schuss leicht abfälschte, landete die Kugel unhaltbar zum 2:0 im linken, oberen Toreck (58.). Wenig später verpassten die schwäbischen Gäste dann den zweiten Hochkaräter des Nachmittags: Jana Beuschleins Abschluss trudelte Richtung Torlinie, doch SC-Schlussfrau Sarah-Lisa Dübel bekam die Kugel noch gerade so von der Linie gekratzt.
In der Folge spielte sich das Geschehen insbesondere im umkämpften Mittelfeld ab. Viele Torannäherungen konnten sich weder der Sport-Club, noch der VfB erarbeiten. Und so war es fast folgerichtig, dass der dritte Treffer der Partie durch einen Standard fiel: Nach Eckball stieg Ingibjörg Sigurðardóttir am höchsten und nickte mit dem Hinterkopf zum 3:0 ein (86.). Ein weiterer Treffer blieb Tessa Blumenberg in der Schlussminute verwehrt: Ihren Schuss parierte die VfB-Keeperin stark.
„Wir wollten taktisch das eine oder andere ausprobieren und in unserem Spiel ein wenig flexibler werden“, sagte Kapllani nach Schlusspfiff. „Insgesamt habe ich auf jeden Fall einige gute Sachen gesehen, aber auch Dinge, die noch nicht so gut funktioniert haben, was aber völlig normal ist. Dafür nutzen wir ja solche Testspiele.“ Noch ein weiterer Test wartet auf Kapllani und seine Freiburgerinnen: Zum Abschluss der Wintervorbereitung spielen die SC-Frauen am kommenden Sonntag um 15 Uhr im Dreisamstadion gegen die TSG Hoffenheim. Der Eintritt ist erneut frei.
Niklas Batsch
Foto: SC Freiburg
Der Sport-Club spielte mit: Adamczyk (46. Dübel) – Kolb (46. Szenk), Maas (46. Stegemann), Ojukwu (46. Sigurðardóttir), Stierli (60. Jansen), Karl (46. Ihme) – Schick (46. Blumenberg), Bienz (46. Schneider), Vobian (46. Simmen) – Fölmli (60. Vobian), Egli (46. Scherer)

