In der 2. Liga weiter hart arbeiten

Frauen & Mädchen
31.08.2022

Nach dem Zweitliga-Auftakt für die U20-Frauen haben wir mit Anne Rotzinger über ihr neues Amt als Kapitänin, ihre Mehrfachbelastung mit Studium und die ersten Eindrücke von der neuen Spielklasse gesprochen.

scfreiburg.com: Anne, vor wenigen Tagen wurdest Du zur Kapitänin der U20-Frauen gewählt. Was bedeutet Dir dieses Amt?

Anne Rotzinger: Ich freue mich natürlich sehr über das Vertrauen meiner Mitspielerinnen und des Trainerteams. Mir ist es wichtig, dass sich alle in ihren Rollen innerhalb der Mannschaft sehr wohl fühlen. Wir sind ein sehr junges Team und ich möchte mit meiner Erfahrung Rückhalt geben – nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Denn ich denke, dass fußballerische Qualität mehr ist als die Summe aller Einzelleistungen. Insbesondere die Teamharmonie und wie wir untereinander interagieren haben einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg und determinieren somit maßgeblich die sportliche Teamleistung.

Hattest Du mit dem Wahlergebnis gerechnet?

Ich hatte es zumindest nicht erwartet, weil ich nicht die typische Kapitänin bin. Ich bin eher eine etwas zurückhaltende Person. Aber ich habe einen guten Draht zu allen Mitspielerinnen, werde oftmals auch von den Jüngeren um Rat gefragt. Deshalb kann ich mich mit der neuen Rolle gut identifizieren. Ich sehe mich als jemanden, die im Hintergrund die Fäden zusammenhält und mit meiner Erfahrung gut zwischen Trainerteam und Mannschaft interagieren kann. Und auf dem Platz bin ich durchaus eine selbstbewusste Spielerin, würde mich auch als gewissen „Typ“ bezeichnen.

Und den SC kennst Du ja auch schon länger…

Ich habe meine ganze fußballerische Ausbildung in Freiburg absolviert. Über die Füchsletage kam ich zur U15, dann zur U17 und zur U20. Danach habe ich beim SC Sand gespielt, habe dort leider zwei Mal das Pokalfinale aufgrund von Verletzungen verpasst. In dieser Zeit lag meine Priorität mehr auf dem Studium. Mit meinem Wechsel zurück nach Freiburg möchte ich mich jetzt nochmal mehr auf den Fußball fokussieren.

Was aber gar nicht so einfach ist: Du spielst jetzt 2. Liga, hast täglich Trainingseinheiten und beginnst ein weiteres Studium.

Das stimmt. Ich habe schon einen Bachelor in International Business Management mit dem Schwerpunkt Sportmanagement und habe in diesem Bereich auch gearbeitet. Jetzt möchte ich nochmal etwas anderes machen und habe mich für Physiotherapie entschieden. Deshalb werde ich tagsüber viel für mein Studium machen müssen, abends geht es dann ins Training – und viel Zeit bleibt dann wirklich nicht mehr. Mein Tag hat tendenziell zu wenig Stunden für all das, was ich machen muss.

Denn die 2. Liga bedeutet auch einige neue Herausforderungen, auch für das gesamte Team. Wie ist denn die Stimmung bei euch?

Dafür, dass wir einen recht großen Umbruch hatten und wir uns alle noch nicht so lange kennen, ist die Harmonie im Team wirklich gut. Alle fühlen sich wohl. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass wir alle ein Team sind und an einem Strang ziehen. Das ist mir auch schon in der vergangenen Saison positiv aufgefallen.

Wie groß ist der Respekt vor der 2. Liga?

Klar haben wir Respekt. Aber für unseren Werdegang ist es wichtig, dass wir das Ganze nicht zu hoch gewichten und sich der Respekt nicht in Angst umwandelt. Wir haben genug Selbstvertrauen, damit wir unseren eigenen Fußball auf den Platz bringen können.

Das hat man auch am Sonntag beim Auftaktspiel in Andernach gesehen.

Das stimmt, sehr viel hat nicht gefehlt. Klar geht am Ende die 1:3-Niederlage in Ordnung, die Stimmung war dann auch ein bisschen gedrückt. Wir waren es zuletzt auch einfach nicht mehr gewohnt zu verlieren. Ich glaube, wir müssen uns in der Liga nicht verstecken. Wir haben verloren, weil wir uns selbst an die Nase fassen müssen. Wir waren von Anfang an da, haben dem Gegner wenig Raum gelassen und waren gerade in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe mit Andernach. Die zweite Halbzeit war dann nicht mehr so gut, wir haben Andernach zu viele Räume gelassen und es ihnen zu einfach gemacht. Aber das sind alles Dinge, die wir selbst beeinflussen und im nächsten Spiel besser machen können. Es war nicht so, dass wir verloren haben, weil der Gegner viel zu übermächtig war. Wir konnten gut dagegenhalten und müssen nun weiter individuell und taktisch arbeiten.

In drei Wochen findet das erste Heimspiel statt. Ihr empfangt Gütersloh, die den SC Sand mit 5:1 in der 2. Liga begrüßt haben…

Wir haben das Spiel auf der Hinfahrt angeschaut und können das Ergebnis recht gut einordnen. Wir gehen mit Respekt in die Partie, werden uns aber sicherlich nicht von diesem Spielstand beeindrucken lassen. Wir werden uns im Training und in der Videoanalyse gut vorbereiten und es Gütersloh nicht leicht machen. Am Spielaufbau und in der Kreativität nach vorne arbeiten wir auch weiter.

Als eine der erfahrensten Spielerinnen in unserem U20-Kader hast Du bereits 2. Liga gespielt und auch schon Dein Bundesliga-Debüt gegeben. Wie schätzt Du die nächsten Wochen und Monate ein?

Wir als Team müssen auf jeden Fall die höhere Zweikampfhärte annehmen. 2. Liga ist kein „Mädchenfußball“ mehr, sondern „Frauenfußball“. Auch das Tempo ist höher. Vieles, was auf dem Platz passiert, geht aber bereits im Kopf los: Wenn Du von Anfang an hellwach und konzentriert bist, wirkt sich das auch auf das Spiel auf dem Platz aus. Die 2. Liga ist auch eine mentale Herausforderung. Wir dürfen uns nicht von außen beeinflussen lassen, sondern müssen unser Ding durchziehen.

Interview: Niklas Batsch

Foto: SC Freiburg

 

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