„Die Menschen machen den Verein besonders“

Nachhaltigkeit
04.02.2026

Im Sommer 2025 hat Hasret Kayikçi nach 14 aktiven Jahren beim Sport-Club ihre Fußballkarriere beendet und wechselte als SC-Rekordspielerin in die Verwaltung der Frauenabteilung. Im Interview blickt die langjährige Kapitänin auf ihre „besondere“ Zeit beim Sport-Club zurück, spricht über veränderte Rahmenbedingungen und neue Ziele und erklärt, was es heißt, „mit dem Verein erwachsen zu werden".

Hasret, du hast deine Karriere verletzungsbedingt beendet, aber als Rekordspielerin des SC Freiburg. Was bedeutet dir Letzteres?

Ich hätte natürlich gerne noch weitergespielt, aber nach meinem dritten Kreuzbandriss war es Zeit zu sagen: Jetzt ist Schluss. Auch wenn man so eigentlich nicht aufhören möchte.Wenn ich auf meine Kariere zurückblicke, hatte ich trotzdem eine unglaublich schöne Zeit als Bundesligaspielerin – und auch als Nationalspielerin. Da ich schon häufig verletzt war, bin ich stolz darauf, als SC-Rekordspielerin aufzuhören. Ich hoffe aber trotzdem, dass meine Marke noch von einer anderen Spielerin geknackt wird. Denn das bedeutet dann, dass sie auch sehr lange beim SC Freiburg spielt. Es war für mich ein emotionaler Abschied mit meiner Auswechslung in der 11. Minute und den standing ovations (Anm. der Red.: Am 22. Spieltag der Saison 24/25 gegen Werder Bremen).

Du warst 14 Jahre hier am Ball, was macht den SC Freiburg für dich zu einem besonderen Verein?

Ich bin mit 19 Jahren zum SC gekommen. Man kann vielleicht sagen, dass ich dann beim und auch mit dem Verein erwachsen geworden bin. Die Menschen hier, auch die Fans, fand ich immer besonders. Sie machen für mich auch den Verein so besonders, genauso wie die familiäre Atmosphäre.

Der Sport-Club steht auch über den Fußball hinaus für bestimmte Werte.

Dass sich der SC Freiburg für Vielfalt, Toleranz, gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzt, fand ich immer wichtig. Der Verein steht meines Erachtens für die richtigen Werte. Deshalb ist es auch gut, wenn wir diese Werte vorleben und Jüngere das dadurch verinnerlichen.

Seit du im Jahr 2011 zum SC Freiburg gekommen bist, hat sich im Hinblick auf die Rahmenbedingungen für den Frauenfußball hier einiges getan.

Damals haben wir im Möslestadion gespielt und im Schönbergstadion trainiert. Natürlich waren das noch keine professionellen Strukturen, aber ich glaube, die allgemeine Entwicklung im Frauenfußball ist jetzt soweit, dass man als Verein nachziehen muss, wenn man konkurrenzfähig bleiben will. Der Umzug ins Dreisamstadion war für uns ein enorm wichtiger Schritt. Ganz allgemein gesprochen: Das nächste Ziel muss irgendwann sein, dass alle professionellen Spielerinnen vom Fußballspielen leben können.

Wenn die Umbauarbeiten am Dreisamstadion abgeschlossen sind, werden auch die Juniorinnen mit ihrem Trainings- und Spielbetrieb vom Schönbergstadion ins Dreisamstadion umziehen.

Was ebenfalls ganz wichtig ist, damit sie gute Trainingsbedingungen haben. Ich denke, dass der Frauen- und Mädchenfußball im Verein dadurch auch wieder einen großen Schritt nach vorne machen kann. Es ist ja die Philosophie des SC Freiburg, Jugendspielerinnen zu entdecken, zu fördern, zur ersten Mannschaft hochzuziehen und sie dann zu Bundesligaspielerinnen weiterzuentwickeln.

Hasret, mit all deiner Erfahrung: Was würdest du einer jungen Spielerin sagen, was wichtig ist, wenn sie den Weg bis in die Bundesliga schaffen will?

Dass sie sehr viel trainieren und sehr fleißig sein muss, sich aber nie einreden lassen soll, dass sie nicht gut genug sei. Das ist mein wichtigster Tipp an junge Spielerinnen. Aber ich glaube, wir haben beim SC Freiburg eine gute Balance zwischen Fordern und Fördern. Das ist in den Anfangszeiten der Karriere elementar. Und dass Spielerinnen hier auch die Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln.

Wie sieht deine aktuelle Rolle beim SC aus?

Seit Juli 2025 unterstütze ich die Abteilung Frauen- und Mädchenfußball in den Bereichen Management und Scouting. Es ist eine Aufgabe mit großen Herausforderungen, denn der Frauenfußball verdient es, weiter
professionalisiert zu werden. Ich freue mich sehr darüber, dass ich nun in neuer Funktion weiterhin ein Teil der SC-Familie bleibe.

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Interview: Dirk Rohde / Foto: Achim Keller

 
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