Bereit für neue Aufgaben

Mit einem Heimspiel startet der SC Freiburg in die Bundesligasaison 2017/18. Der Sport-Club empfängt am Sonntag (15:30 Uhr, live bei Sky und im SC-Live-Ticker auf scfreiburg.com) im Schwarzwald-Stadion Eintracht Frankfurt.

 

Die Vorfreude sowie die Spannung auf die neue Bundesligasaison und das erste Spiel gegen Eintracht Frankfurt beim Sport-Club wurden am Donnerstag sicher noch einmal durch eine positive Nachricht gesteigert. Kurz vor dem Auftakt der 55. Erstliga-Spielzeit hat der SC Freiburg den Vertrag mit Christian Streich vorzeitig verlängert. „Ich freue mich, dass ich über die Saison hinaus hier arbeiten kann und darf", sagte der Coach, der seit Dezember 2011 Trainer des SC ist, noch einmal am Tag darauf auf der Pressekonferenz zum Saisonstart.

 

Streich blickt gespannt auf den Start

 

„Ich weiß, wo ich bin und mit welchen Leuten ich zusammenarbeiten kann und dass die Zusammenarbeit im engsten Kreis auf gegenseitigem Vertrauen beruht", so Streich. „Von daher hatte ich keine Zweifel, dass ich auch über diese Saison hinaus hier arbeiten möchte." Dass dies auch dem Wunsch des Vereins entsprochen habe, sei heutzutage „ja nicht selbstverständlich." Trotzdem stellt der Sport-Club mit Christian Streich schon etwas länger den aktuell dienstältesten Trainer in der Ersten Bundesliga. „Ich bin in einem super Verein und das ist es", fasste der 52-Jährige seine Entscheidung noch einmal prägnant zusammen.

 

Schwieriger gestalteten sich dagegen genaue Prognosen, wo die Mannschaft am Ende der knapp siebenwöchigen Saisonvorbereitung und vor dem ersten Punktspiel genau stehe. Die Anspannung, so Christan Streich, sei da und die Spannung auch: „Wir sind gespannt darauf, was wir am Sonntag leisten können." Es gebe natürlich noch „Fragezeichen bei uns, aber die gibt es bei Frankfurt auch", wie bei allen anderen Mannschaften vor dem ersten Saisonspiel. Die Stimmung in der Mannschaft sei gut, das Training zuletzt hochintensiv gewesen. Jetzt gelte es, diese Intensität beizubehalten, weitere Sicherheit zu bekommen und gleichzeitig eine gewisse Leichtigkeit zu entwickeln. „Aber vieles kann ich jetzt noch nicht wissen, dazu braucht es Spiele und die Spieler brauchen eine bestimmte Spielzeit", sagte der Coach.

 

Frankfurt mit weiterem Neuzugang Boateng

 

Wie es dann um Punkte wie Kreativität, Kompaktheit und Ballsicherheit stehe, „das wissen wir erst nach dem Spiel am Sonntag." Nach dem Ausscheiden in der dritten Europa-League Qualifikationsrunde gegen NK Domžale war dem Sport-Club am vergangenen Wochenende mit dem 2:1-Sieg im DFB-Pokal beim Regionalligisten VfB Germania Halberstadt die Generalprobe für den Punktspielstart gelungen. „Wichtig war, dass wir gewonnen haben, mit dem Erfolg in die Woche gehen und uns sauber auf das Spiel gegen Eintracht Frankfurt vorbereiten können", sagte Christian Streich anschließend. „Und wenn wir dieses erste Heimspiel erfolgreich gestalten würden, wäre das schon einmal großartig und gäbe zusätzliche Sicherheit."

 

Schwierig einzuschätzen sei freilich auch der erste Saisongegner Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft von Trainer Nico Kovac, die die letzte Saison nach einer sehr starken Hinrunde als Tabellenelfter beendete, hat ihr Gesicht im Sommer personell ein weiteres Mal stark verändert. Zu den zahlreichen Neuzugängen zählt auch der frühere Freiburger Gelson Fernandes. Am Freitag gaben die Hessen außerdem die Verpflichtung von Kevin-Prince Boateng bekannt. Der 30-jährige Mittelfeldspieler und ehemalige ghanaische Nationalspieler wechselte vom spanischen Erstligisten UD Las Palmas zurück in die Bundesliga. Eintracht Frankfurt erreichte am letzten Wochenende ebenfalls die zweite DFB-Pokalrunde. Den 3:0-Erfolg beim Regionalligisten TuS Erndtebrück realisierten die höherklassigen Gäste trotz früher Unterzahl nach einem Platzverweis für David Abraham (23.).

 

Neben Terrazzino auch Bulut wieder eine Option

 

„Einige Spieler haben Frankfurt verlassen und auch vom System her können sie unterschiedlich spielen. So mussten wir auch trainieren, was sehr anspruchsvoll war, denn je nach taktischer Formation entstehen unterschiedliche Möglichkeiten", beschrieb Christian Streich die nähere Vorbereitung auf die bevorstehende Aufgabe. Die Spieler seien dadurch auf verschiedene Möglichkeiten vorbereitet. „Wir werden sehen wie sie kommen, ob in einer 3-5-2-, 4-4-2- oder 3-4-3-Formation, und wie wir es machen. Aber Frankfurt weiß ebenfalls nicht wie wir spielen, auch taktisch wird es auf jeden Fall spannend", so der SC-Coach. Die personellen Überlegungen im Hinblick auf die Anfangself gegen Frankfurt seien zwar fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. „Vielleicht spielen wir ähnlich wie im Pokal, vielleicht anders, mehr möchte ich dazu noch nicht sagen."

 

In Halberstadt standen erstmals auch wieder die beiden U21-Europameister Janik Haberer und Marc Oliver Kempf in der Startelf. Beide waren erst im SC-Trainingslager in die Vorbereitung eingestiegen. Noch nicht dabei war im Pokalspiel der am Tag zuvor verpflichtete Marco Terrazzino gezählt. Anders soll dies am Sonntag sein. „Er ist auf jeden Fall im Kader. Vielleicht spielt er von Anfang an, vielleicht wird er eingewechselt", sagte Christian Streich über den nach Stationen beim VfL Bochum und der TSG Hoffenheim zum Sport-Club zurückgekehrten Mittelfeldspieler. Eine weitere zusätzliche Option ist auch Onur Bulut, der nach seinem Bänderriss wieder zur Verfügung steht. Fehlen werden beim Saisonstart weiterhin Karim Guédé (Aufbautraining) sowie Manuel Gulde, Georg Niedermeier (beide Rückenprobleme) und Jonas Meffert (Reha).

 

Für erfolgreichen Heimauftakt arbeiten

 

Dass aufgrund der herausragenden letzten Spielzeit mit dem siebten Tabellenplatz vor der neuen Saison eine unrealistische Erwartungshaltung entstanden sein könnte, glaubt der Freiburger Trainer nicht: „Wir reden nicht mehr über die vergangene Saison, denn wir wissen, was jetzt vor uns liegt. Ich denke, auch der ganz große Teil unserer Fans kann das richtig einordnen. Sie haben Vertrauen zu den Spielern, dass sie alles abarbeiten. Erfolgserlebnisse helfen jetzt wieder am meisten."

 

Und vielleicht trotzdem auch ein kurzer Blick zurück: In der Vorsaison konnte der Sport-Club mit einem 1:0 zuhause und einem 2:1 in der Commerzbank-Arena beide Vergleiche mit Eintracht Frankfurt knapp für sich entscheiden. Der Heimsieg im ersten Spiel, erinnerte sich Christian Streich, war verdient, „weil wir ein richtig gutes Spiel gemacht und an dem Tag einen Deut besser waren." Gelänge diesbezüglich am Sonntag eine Wiederholung im Schwarzwald-Stadion, wäre die Freude auf dem Platz und auf den Rängen sicher auch gleich schon wieder so groß wie in der letzten Saison.

 

 

Dirk Rohde