Mit positiver Energie nach Hessen

Am 31. Spieltag in der Bundesliga erwartet den SC Freiburg die vorletzte Auswärtsreise dieser Saison. Der Sport-Club ist am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky und im SC-Live-Ticker auf scfreiburg.com) im Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor beim SV Darmstadt 98 zu Gast.

Die Fans fiebern auch im Endspurt dieser Saison weiter tatkräftig mit. Zum wiederholten Male wird im Darmstädter Jonathan-Heimes-Stadion am Samstag der Gästeblock bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Alle 2300 Tickets, die dem Sport-Club für die Partie zur Verfügung standen, waren bereits im Vorverkauf vergriffen.

 

Vorletzte Auswärtsreise ans Böllenfalltor

 

Dies dürfte wiederum nur zum Teil daran liegen, dass die Fahrt zum Auswärtsspiel bei den Lilien die kürzeste in der Bundesliga-Rückrunde ist. Es ist zugleich auch schon die vorletzte Reise in dieser Spielzeit, auf der die Anhänger ihre Mannschaft begleiten und unterstützen können. Vor allem aber bleibt es nach dem letzten 2:1-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen, mit dem der SC seinen sechsten Tabellenplatz verteidigte, spannend, welches Ergebnis die Endabrechnung nach dem Zieleinlauf beim Saisonfinale am 20. Mai beim FC Bayern München mit sich bringen wird. Vorerst, sagte Christian Streich auf der Pressekonferenz zur kommenden Begegnung in Hessen, gehe es vor allem darum, „stabil zu bleiben und gegen Darmstadt wieder eine gute Leistung zu zeigen, nachdem wir soviel Lob für unser Spiel gegen Leverkusen bekommen haben."

 

Auch der SC-Trainer blickte zunächst noch einmal auf die vielen erfreulichen Aspekte der Begegnung am vergangenen Sonntag zurück. Zu den besonderen davon zählte, dass der Sport-Club im letzten Spiel mit jetzt 44 Punkten auch rechnerisch den vorzeitigen Klassenerhalt gesichert hat. Den feierten die Fans im Schwarzwald-Stadion mit den Spielern ausgelassen nach dem Schlusspfiff. Eine weitere interne Feier, so Christian Streich, habe es aber nicht gegeben: „Aber wir haben uns natürlich äußergewöhnlich gefreut über den Verlauf des Spiels gegen Leverkusen und die Art und Weise, wie wir gegen sie Fußball gespielt haben." Die Mannschaft habe defensiv wie offensiv gut miteinander gearbeitet, die Abstände auf dem Platz, der Rhythmus und die Abstimmung hätten gepasst. Qualitäten, die es neben der mutigen Herangehensweise im kommenden Spiel zu bestätigen gelte.

 

Gastgeber mit ungebrochenem Kampfgeist

 

Zumal der Maßstab zur Einschätzung des Bundesliga-Schlusslichtes SV Darmstadt 98, wie der SC-Trainer betonte, weder der Tabellenplatz noch die elf Punkte Rückstand der Hessen auf den Relegationsrang sein dürften. Trotz der nur noch theoretischen Chancen auf den erneuten Klassenerhalt für den Aufsteiger der vergangenen Saison, bewiesen die Darmstädter zuletzt nach wie vor Kampfgeist. Mit einem 2:1 gegen den FC Schalke 04 am Ostersonntag und einem erneuten 2:1 beim Hamburger SV am letzten Wochenende gelangen der Mannschaft des seit Januar amtierenden Trainers Torsten Frings ungeachtet der fast aussichtslosen Lage im Abstiegskampf in den vergangenen beiden Spielen zwei Siege. Der Erfolg beim HSV brachte für die Lilien darüber hinaus die ersten Auswärtspunkte in dieser Saison.

 

„Für mich ist das keine Überraschung", erklärte Christian Streich. Darmstadt habe schon zuvor gute Spiele gezeigt, aber nicht immer das nötige Glück gehabt. Dazu sei Torsten Frings mit seiner reichhaltigen Erfahrung als früherer Profi auch als Trainer sehr ehrgeizig und fokussiert. Der ehemalige Nationalspieler versuche dabei, das Optimale aus der Mannschaft herauszuholen und diese, findet Christian Streich, sei „fußballerisch richtig gut aufgestellt." Das zeige auch die Tatsache, dass Spieler wie der frühere Freiburger Jan Rosenthal und Nationalspieler Sidney Sam zuletzt sogar auf der Bank saßen. Ansonsten führte der Freiburger Coach den erfahrenen Hamit Altintop, den laufstarken Jerome Gondorf, den schnellen Marcel Heller oder den fußballerisch versierten Mario Vrancic als Beispiele an. „Darmstadt hat es Hamburg zuletzt absolut schwer gemacht und völlig verdient dort gewonnen", so Streich. Den SC erwarte am Samstag ein „enorm aggressiver sowie läuferisch und fußballerisch sehr guter Gegner."

Philipp wieder zurück im Mannschaftstraining

 

Ob der Sport-Club am Böllenfalltor möglicherweise wieder mit der am Sonntag erfolgreichen Formation beginnt, ließ der Trainer noch offen. Im Angriff hatte das lange nicht mehr von Beginn an aufgebotene Duo Nils Petersen und Florian Niederlechner auch im Zusammenspiel eine gute Leistung gezeigt. Petersen gelang mit der frühen Führung sein neuntes Saisontor und das erste als Startelfspieler. „Sie haben es gut gemacht und es kann sein, dass sie wieder zusammenspielen, aber wir werden noch überlegen, wie wir es genau machen", sagte Streich. Wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist in dieser Woche Maximilian Philipp. Der 23-Jährige könnte nach seinem Muskelfaseriss im Oberschenkel für das Spiel in Darmstadt vielleicht wieder eine Rolle spielen, so Christian Streich. Zunächst gelte es aber die weiteren Einheiten abzuwarten.

 

Ebenfalls zurück auf dem Trainingsplatz sind Julian Schuster (nach Kniereizung) und Lukas Kübler (Infekt), die in der letzten Partie gefehlt hatten. Ein Fragezeichen stand zunächst auch noch hinter Angreifer Håvard Nielsen. Der Norweger, der gegen Leverkusen kurz vor Schluss die Vorlage zum Siegtor durch Pascal Stenzel gab, hat im Training einen Schlag auf die Wade abbekommen. Definitv verzichten muss der Sport-Club auch in Darmstadt noch auf Vincenzo Grifo, der einen Innenbandanriss im Knie auskuriert. Innenverteidiger Marc Torrejón steht nach einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich ebenfalls noch nicht zur Verfügung. Jonas Föhrenbach sammelte am vergangenen Wochenende erneut Wettkampfpraxis bei der Zweiten Mannschaft.

 

Besonderer Erinnerungsort für den SC-Trainer

 

Mit dem Stadion am Böllenfalltor, wo der Sport-Club zuletzt im November 2001 im DFB-Pokal zu einem Pflichtspiel antrat, verbindet Christian Streich noch Erinnerungen aus seiner eigenen Zeit als Profi. „Da habe ich als junger Kerl selbst gekickt und ich mag dieses Stadion und seine spezielle Atmosphäre sehr", sagt er. In seiner ersten Partie dort als Trainer erwartet Christian Streich zunächst eine ähnlich enge und spannende Begegnung wie beim Freiburger 1:0-Sieg im Hinspiel: „Der ganz große Druck ist bei beiden Mannschaften weg. Ich könnte mir vorstellen, dass es kein unattraktives Spiel wird."

 

Gegen die lauf- und kampfstarken Gastgeber gelte es aber zunächst auf Augenhöhe zu kommen: „Dafür müssen wir ganz viel von der Leistung am letzten Sonntag mitnehmen und von Beginn an auf den Platz bringen." Damit dort, wo der Freiburger Trainer früher selbst um Punkte gekämpft hat, am Ende wieder positive Erinnerungen mitgenommen werden können.

 

Dirk Rohde