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Vierstündiger Auftakt zum Dialog

 

Rund 1000 Interessierte kamen am Freitagabend zum öffentlichen Bürgergespräch zu den Planungen eines neuen SC-Stadions am Flugplatz. Die vierstündige Veranstaltung soll Auftakt sein zu einem Dialogverfahren mit allen Beteiligten.


Macht es Sinn, hier zu sein - oder ist ohnehin schon alles entschieden? Mit dieser Frage eröffnete Oberbürgermeister Dieter Salomon das Bürgergespräch in der sehr gut gefüllten Halle 1 der Messe Freiburg. Der OB gab die Antwort gleich selbst und wiederholte sie am Abend noch mehrmals: Es macht Sinn miteinander zu reden, denn das Verfahren zu einem möglichen Standort des neuen SC-Stadions am Flugplatz stehe erst ganz am Anfang.

 

Salomon skizzierte zu Beginn noch einmal den bisherigen Verlauf der Suche nach einem Platz für ein Stadion. 24 mögliche Standorte im gesamten Stadtgebiet wurden intensiv geprüft und bewertet. Die Stadt und der SC kamen im April gemeinsam mit dem Gutachter Ernst & Young zu dem Ergebnis, dass der „Wolfswinkel" die nach jetzigem Stand günstigste Option für den Bau eines neuen Stadions sei. „Der Standort Wolfswinkel erfüllt die wesentlichen Anforderungen: Der Flugbetrieb kann erhalten bleiben und die angrenzende Wohnbebauung liegt mindestens 450 Meter vom Stadion entfernt", sagte Baubürgermeister Martin Haag.

 

Viele Anwohner brachten ihre Sorge zum Ausdruck, dass der Stadtteil Mooswald vor allem unter den Besucherströmen zum Stadion leiden könnte. Dieter Salomon verwies darauf, dass ein großer Teil der Zuschauer, wie am jetzigen Standort im Freiburger Osten auch, über den öffentlichen Personennahverkehr zum Stadion gelangen werde. Durch die Haltestellen der neuen Stadtbahnlinie an der 11. Fakultät und der Neuen Messe würden keine Zuschauer durch den Stadtteil geleitet. Auch Parkplatz suchende Autofahrer müssten, wie an der Schwarzwaldstraße seit Jahren praktiziert, aus dem Wohngebiet ferngehalten werden.

 

In mehr als dreistündiger Diskussion sprachen sich Vertreter der Bürgervereine, Bürgerinitiativen und Flugplatznutzer dafür aus, an einem anderen Standort zu bauen und brachten viele unterschiedlichst motivierte Aspekte und Befürchtungen gegen den Standort Flugplatz vor. Mehrmals in Verlauf des Abends wurde auf dem Podium darauf hingewiesen, dass das Verfahren erst am Anfang stehe und viele Detailfragen wie etwa zu Flugsicherung, Lärmbelastung, Altlasten der ehemaligen Mülldeponie Wolfsbuck oder Umweltaspekte erst durch weitere Gutachten erörtert werden müssten.

 

Fritz Keller, der gemeinsam mit Vorstandskollege Heinrich Breit den Sport-Club vertrat, erhielt von Standortgegnern und Befürwortern viel Beifall, als er sagte, dass ein neues Stadion nur im ganz engen Dialog mit den Anwohnern machbar sei. Gleichwohl machte der Erste Vorsitzende noch einmal deutlich: Ohne eine neue Spielstätte sei der SC mittelfristig im Profifußball nicht mehr konkurrenzfähig. Und der Verein wolle in der Stadt bleiben.

 

Der Weg dorthin dürfte noch ein weiter und von viel Überzeugungsarbeit geprägter sein. Ein wichtiger Schritt ist die Gründung einer Dialoggruppe mit Vertretern der Stadt, des Vereins und den unterschiedlichsten Interessensgruppen.

 

 

Sascha Glunk