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SC trennt sich von Marcus Sorg

 

Christian Streich wird Cheftrainer

Der SC Freiburg hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Marcus Sorg getrennt. Nachfolger und neuer Chefcoach der Profimannschaft wird der bisherige Co-Trainer Christian Streich. Die Entscheidung gab SC-Sportdirektor Dirk Dufner am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im badenova-Stadion bekannt.   

Es gebe Tage im Fußball, "die machen nicht so viel Freude. Der heutige gehört dazu", sagte der Sportdirektor des SC Freiburg, Dirk Dufner zu Beginn einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag. Dann teilte er mit, dass "wir uns gestern dazu entschieden haben, unseren Cheftrainer Marcus Sorg von allen seinen bisherigen Aufgaben freizustellen." Ab sofort, ergänzte Dufner, werde "der bisherige Co-Trainer Christian Streich die Aufgaben von Marcus Sorg als Cheftrainer des SC Freiburg übernehmen."

 

Diese Entscheidung, sagte der Sportdirektor in Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden des Sport-Club, Fritz Keller, habe sich der Verein nicht leicht gemacht. Fachlich halte man Sorg für einen hervorragenden Trainer, dazu "charakterlich für einen besonderen Menschen." Deshalb sei man Marcus Sorg "unheimlich dankbar, denn wir haben ihm nichts vorzuwerfen. Aber manchmal fehlt einfach Fortune. Wir hatten das Gefühl, dass der Glaube daran, enge Spiele zu gewinnen, in der Mannschaft nicht mehr so da war." Und letztlich gebe es Entscheidungen, "die man unabhängig vom Menschlichen treffen muss."

 

Nachdem man vor ein paar Tagen in einem ersten Schritt bei der Mannschaft angesetzt habe und einigen Spielern mitgeteilt hatte, dass man sportlich nicht mehr mit ihnen plane, habe man im Verein weitere Überlegungen angestellt, "ob dies ausreichend ist." Oberste Priorität hätte das Ziel, "alles dafür zu tun, dass der der SC Freiburg in der Ersten Bundesliga bleiben kann." Unter dem Strich, so Dirk Dufner, sei man zu dem Entschluss gekommen, "auch auf der Trainerposition einen neuen Impuls zu setzen, um alles dafür zu tun, um die Klasse zu halten."

 

Deshalb habe sich der Sport-Club ganz bewusst für Christian Streich als Nachfolger von Marcus Sorg als Cheftrainer entschieden. Der 46-jährige Streich, der bisher im fünften Jahr als Co-Trainer der SC-Profis arbeitete, sei "ein ganz anderer Typ, von dem wir das Gefühl haben, dass er in der Lage ist, die paar Prozente aus der Mannschaft herauszukitzeln, die nötig sind." Denn grundsätzlich habe man in der Hinrunde, die der SC als Tabellenletzter beendete, gesehen, "dass die Mannschaft funktioniert, dass sie sehr nah dran ist und nur ein paar Stellschrauben im Gefüge verändert" werden müssten.

 

Christian Streich, der früher selbst Profi war und auch in der Bundesliga spielte, der seit 1995 bis zum vergangenen Jahr als Jugendtrainer beim Sport-Club arbeitete, davon 15 Jahre die A-Junioren trainierte, mit denen er dreimal den DFB-Junioren-Vereinspokal und einmal die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft gewann, und der in den letzten zehn Jahren außerdem zur sportlichen Leitung der Freiburger Fußballschule zählte, sagte Dufner, "hat es sich in all den Jahren unheimlich verdient", jetzt mit dieser neuen Aufgabe betraut zu werden. Deshalb habe man Streich gebeten, die Position des Cheftrainers zu übernehmen und diese gleichzeitig als "langfristige Lösung, die für die erste und die zweite Liga gilt", konzipiert. Der Vertrag von Christian Streich, teilte der Sportdirektor mit, laufe bis zum 30. Juni 2014.

 

Der neue Cheftrainer des SC sagte: "Es war ein schwieriger Moment für mich und ich musste sehr lange überlegen. Aber ich glaube, dass jetzt einfach der Zeitpunkt gekommen war, um Ja zu sagen. Der SC braucht jetzt jemand, der lange hier ist und der die Unterstützung im Verein hat. Die habe ich. Es war trotzdem eine schwierige Entscheidung, vielleicht die bisher schwierigste in meinem Leben", erklärte Christian Streich. Zum Sportlichen sagte er: "Die Mannschaft lebt, sie hat immer gelebt, denn wir hatten viele enge Spiele in der Hinrunde gehabt. Ich bin davon überzeugt, wenn wir an ein paar kleinen Schrauben drehen und intern noch näher zusammenrücken, ist es möglich, unser Ziel zu erreichen, nicht abzusteigen."

 

 

Entscheidend dafür, so Streich, sei neben möglichen Ergänzungen und Verstärkungen des Kaders ab dem Trainingsstart am 2. Januar "auf dem Platz - und zwar auf dem Trainingsplatz. Dort werden wir zusammenkommen und dann gilt es zu arbeiten und alles dafür zu tun, um die Klasse zu halten." Als neuer Co-Trainer, teilte Streich mit, werde A-Junioren-Cheftrainer Lars Voßler ins Trainerteam der Profis aufrücken. Voßler übernahm die U19 im vergangenen Sommer hauptverantworlich von Christian Streich, dessen Co-Trainer bei der U19 er zuvor mehrere Jahre gewesen war.      

 

Was die Entscheidung aus der letzen Woche betreffe, Mittelfeldspieler Yacine Abdessadki fristlos zu kündigen und den Spielern Heiko Butscher, Felix Bastians, Maximilian Nicu, Kisho Yano und Manuel Salz mitzuteilen, dass sie in den sportlichen Planungen für das Profiteam künftig keine Rolle mehr spielen werden, sagte Dirk Dufner, bleibe es auch unter dem neuen Cheftrainer dabei. "Diese Entscheidung haben wir gemeinsam, auch mit Christian Streich und unabhängig von der jetzigen Entscheidung in der Trainerfrage getroffen."

 

Für Christian Streich beginnt die Arbeit als SC-Cheftrainer offiziell zum Trainingsstart im neuen Jahr am 2. Januar. "Dann werden wir gemeinsam intensiv arbeiten", so Streich. "Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Spieler in dieser Mannschaft sind, die extrem hungrig auf Fußball und auf Erfolg sind. Ich habe im Kopf noch keine Mannschaft geformt. Die Spieler, die da sind, steigen dann ein. Es ist bekannt, dass wir noch Bedarf auf der linken Abwehrseite und im defensiven Zentrum haben. Da werden wir schauen, was wir eventuell noch hinbekommen. Natürlich sehe ich mich als bisheriger Co-Trainer auch mitverantwortlich für den 18. Tabellenplatz. Aber künftig ist meine Position eine andere. Ich kenne die Leute um mich herum und sie kennen mich sehr gut. Vor allem trainiere ich jetzt nicht irgendeinen Fußballverein, sondern ich trainiere den Fußballverein, in dem ich schon sehr lange arbeite."                

 

Ein Statement von Christian Streich sehen Sie hier.

 

 

Dirk Rohde

 

 

ZUR PERSON:

 

Christian Streich (46), ledig, zwei Kinder, wurde am 11. Juni 1965 in Weil am Rhein geboren. Er spielte in der Jugend für die SpVgg Märkt-Eimeldingen und den FV Lörrach sowie von 1983 bis 1985 für den Freiburger FC (56 Spiele/8 Tore). Seine Stationen als Profifußballer waren: 1985 bis 1987 Stuttgarter Kickers (21 Zweitligaspiele/2 Tore), 1987 bis 1988 SC Freiburg (22 Zweitligaspiele/2 Tore) und 1988 bis 1990 FC 08 Homburg (10 Bundesligaspiele, 21 Zweitligaspiele/1 Tor). Anschließend spielte er von 1991 bis 1994 erneut für den Freiburger FC (77 Spiele/27 Tore).

Begann seine Trainerlaufbahn 1995 beim SC Freiburg, wo er von Juli 1996 bis zum Sommer 2011 Cheftrainer der A-Junioren war. In dieser Zeit gewann er mit der U19 vier Titel: die Deutsche Meisterschaft 2008 und 2006, 2009 und 2011 den DFB-Junioren-Vereinspokal. Seit 2001 bildet Christian Streich außerdem gemeinsam mit Klemens Hartenbach das sportliche Leitungsteam der Freiburger Fußballschule. Seit dem Sommer 2007 war er dazu Co-Trainer der Profimannschaft des SC Freiburg.