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SC spielt 3:3 bei der TSG Hoffenheim

 

Spannend, intensiv und ereignisreich

In einem packenden und ereignisreichen badischen Bundesliga-Derby haben sich am Samstag der SC Freiburg und die TSG 1899 Hoffenheim 3:3 (2:2) getrennt. Vor 24.118 Zuschauern in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena traf zunächst Sejad Salihovic (9.) mit einem Foulelfmeter zur Führung für die Gastgeber - und sah gleich danach wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Oliver Sorg (13.), Kevin Volland (25.) und Karim Guédé (29.) waren vor der Pause ebenfalls noch erfolgreich. Bevor es in die Kabinen ging, musste auch Francis Coquelin vorzeitig das Feld verlassen. Der Franzose sah jedoch zu Unrecht Gelb-Rot (41.). Auch in der zweiten Hälfte blieb die Begegnung intensiv und spannend. Sebastian Freis (65.) brachte erstmals den Sport-Club in Führung, die Tobias Strobl (77.) aber noch ausglich. In der letzen Minute sah auch noch der eingewechselte Admir Mehmedi wegen einer Unsportlichkeit die Rote Karte (90.).

 

 

Zunehmend freundlich lautete die Tendenz des Derby-Wetters, wenn man sich am heutigen Samstag von Südbaden Richtung WIRSOL Rhein-Neckar-Arena im nördlichen Teil des Bundesland-Abschnitts Baden bewegte. Am Vormittag regnete es in Freiburg noch, trocken blieb es dagegen in Sinsheim, dem Stadionstandort der TSG Hoffenheim. Dort fand das badische Bundesliga-Duell zwischen den Gastgebern und dem Sport-Club an einem historischen Tag statt. Exakt heute vor 50 Jahren wurde die allererste Saison der Fußball-Bundesliga angepfiffen. Dieser ist als einziges Gründungsmitglied ohne einen Abstieg über das ganze halbe Jahrhundert nur der Hamburger SV erhalten geblieben.

 

Salihovic trifft und sieht Rot

 

Die Hamburger traten heute bei Aufsteiger Hertha BSC an. SC-Trainer Christian Streich musste seine Startelf am dritten Spieltag gegenüber dem Heimspiel gegen den FSV Mainz verletzungsbedingt auf einer Position umbauen. Mike Hanke hatte sich vor einer Woche eine Knieverletzung zugezogen und fehlte heute ebenso, wie weiterhin Vegar Eggen Hedenstad, Vaclav Pilar und Marco Terrazzino (alle im Aufbautraining). Für den Angreifer rückte Francis Coquelin in die Anfangsformation und dort auf die linke Mittelfeldseite. Karim Guédé spielte dafür neben Sebastian Freis im Angriff. TSG-Trainer Markus Gisdol vertraute exakt jener Anfangself, die am letzten Spieltag dem Liga-Gründungsmitglied HSV eine deutliche 1:5-Heimniederlage beschert hatte.

 

Über das Wetter brauchte man sich schon bald keine Gedanken mehr zu machen. Denn bereits die ersten 45 Minuten der Partie boten dermaßen viele packende Szenen, dass es die volle Konzentration erforderte, um immer auf der Höhe des Geschehens zu sein. Auch der Sport-Club begann äußerst konzentriert, zeigte sich vom Anpfiff weg entschlossen, bot ein gutes Pressingspiel und eine laufintensive Vorstellung. Dementsprechend kamen die Gäste auch zur ersten hochkarätigen Möglichkeit. Nach einem langen Ball ließ Sebastian Freis (8.) Verteidiger Jannik Vestergaard aussteigen, doch sein Linksschuss strich knapp am langen Pfosten vorbei. Gleich anschließend folgte die erste hoch turbulente Phase des ersten Durchgangs. Einen Zweikampf zwischen Oliver Sorg und dem heranstürmenden Kevin Volland im Strafraum bewertete Schiedsrichter Tobias Stieler als Foulspiel des Freiburgers. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Sejad Salihovic (9.) zur Führung für Hoffenheim. Mitten im anschließenden Jubel vor dem Freiburger Tor zeigte Stieler Salihovic dann plötzlich die Rote Karte. Der Grund: Der Hoffenheimer hatte im Getümmel SC-Kapitän Julian Schuster geohrfeigt.

 

Vier Tore und Gelb-Rot für Coquelin vor der Pause

 

Ab der zehnten Minute spielte der SC somit zunächst in Überzahl - auch das sollte sich bis zur Halbzeit wieder ausgleichen. Zuvor schaffte aber Oliver Sorg (13.) mit einem noch von Roberto Firmino abgefälschten Schuss aus rund 18 Metern den Ausgleich für den Sport-Club und erzielte dabei sein erstes Bundesligator. Die Gastgeber zogen sich jetzt weiter zurück und versuchten in erster Linie kompakt zu verteidigen. Das Team von Christian Streich spielte strukturiert und zielstrebig weiter. Nach einem Freistoß von Schmid versuchte es Coquelin (19.) sehenswert mit der Hacke, doch Torwart Koen Casteels wehrte ab. Einige Minuten später setzten dann die Gastgeber in Unterzahl einen weiteren empfindlichen Nadelstich. Einen langen Ball aus der eigenen Hälfte von Vestergaard nahm Kevin Volland (25.) im Lauf geschickt mit und lupfte ihn noch bevor Oliver Sorg und Fallou Diagne entscheidend eingreifen konnten, über Oliver Baumann hinweg zur erneuten Führung für die Gastgeber in den langen Winkel. Doch auch diesmal dauerte es erneut nur vier Minuten, bis der Gleichstand wieder hergestellt war. Casteels faustete einen Freistoß von Schmid aus dem Winkel, Schuster passte den Abpraller in die Mitte, wo Karim Guédé (29.) zu seinem ersten Saisontor einschob.

 

Auch anschließend blieb das Spiel umkämpft und leidenschaftlich. Der SC versuchte zu weiteren Chancen zu kommen. Schüsse von Sorg und Freis verfehlten jedoch ihr Ziel. Noch bevor Stieler zur Pause pfiff, war auch das Gästeteam zahlenmäßig dezimiert. Nach zwei Foulspielen in kurzer Folge, wovon das zweite nicht wirklich als Foul erkennbar war, sah Francis Coquelin (41.) die Gelb-Rote Karte. Und auch SC-Trainer Christian Streich wurde wegen vermeintlichen Reklamierens wenig später auf die Tribüne verwiesen. Zehn gegen Zehn hieß es somit im zweiten Durchgang, der erst einmal etwas gebremster begann - nicht ohne dann allmählich wieder eine ähnlich packende Derby-Dramatik zu entfalten, wie vor der Pause. Als eine Stunde gespielt war, hatten die 24.118 Zuschauer zwei weitere gute Chancen gesehen. Eine Direktabnahme von Schmid (54.) wehrte Casteels ab. Auf der Gegenseite zielte Modeste knapp vorbei. Beide Teams versuchten weiter zu agieren, ohne dem Gegner dabei entscheidende Angriffsflächen zu bieten.

 

Packendes Derby bis zum Schluss

 

Was aber nicht der entscheidende Grund dafür war, dass der SC zur erstmaligen Führung in dieser Partie wieder eine Standardsituation nutzte. Besser gesagt war es Sebastian Freis (65.), der einen Eckball von Schmid mit einem herrlichen Direktschuss aus elf Metern in die rechte Ecke zu seinem zweiten Saisontor verwertete. Hatte sich Christian Streich vor der Partie ein „umkämpftes und ausgeglichenes Spiel" gewünscht, sollte der SC-Trainer auch von der Schlussphase der Begegnung nicht enttäuscht werden. Das badische Bundesliga-Derby wurde bis zum Abpfiff in der vierten Minute der Nachspielzeit mit großer Leidenschaft weiter geführt - und es hatte weitere Höhepunkte zu bieten. Zunächst musste Baumann noch einmal alles aufbieten, um einen Schuss des eingewechselten Sven Schipplock (76.) abzuwehren. Machtlos war der SC-Keeper leider eine weitere Minute später. Nach einem Querpass war Fernandes weggerutscht, in seinem Rücken enteilte Tobias Strobl (77.), der nicht mehr entscheidend gestört werden konnte und den Ball aus rund 20 Metern im rechten Winkel versenkte.

 

Der erneute Ausgleich ließ auch die Spannung noch einmal ansteigen, vor allem darauf, ob diese ereignisreiche Partie am Ende noch einen Sieger sehen würde. Dem war letztlich nicht so, unter anderem, weil Modeste (90.+4) nach einer Flanke von TSG-Kapitän Andreas Beck Sekunden vor dem Schlusspfiff mit einer Direktabnahme nur den rechten Pfosten des SC-Tores traf. Zuvor kam der eingewechselte Nicolas Höfler noch zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga. Außerdem folgte für den ebenfalls eingewechselten Admir Mehmedi (90.) der dritte Platzverweis des Spiels. Der Schweizer hatte sich nach einem Freistoßpfiff an die Schläfe getippt und bekam von Stieler dafür die Rote Karte gezeigt. „Die Mannschaft hat toll gekämpft und alles gegeben, deshalb haben wir hier auch nicht verloren", sagte Christian Streich nach dem intensiven Derby. Und ergänzte: „Obwohl die Umstände brutal waren. Wenn ein Spieler von uns einen fairen Zweikampf bestreitet und die Konsequenz eine Gelb-Rote Karte ist, ist das natürlich Wahnsinn. Zumal wir ansonsten 80 Minuten mit Elf gegen Zehn gespielt hätten. Dazu musste ich auf die Tribüne, wo ich nicht mehr wie gewohnt mit der Mannschaft arbeiten konnte, obwohl ich selbst kein Wort zum Vierten Unparteiischen gesagt habe, sondern nur zu einem Hoffenheimer Kollegen. Das verstehe ich ebenfalls nicht."

 

Zumindest für die Zuschauer hatte dieses Derby, in dem der Sport-Club seinen ersten Punktgewinn in dieser Saison verbuchte, einen durchgehend hohen Unterhaltungswert. Ob sie nun alle aus Baden waren, oder nicht. Zu regnen begann es über Sinsheim schließlich ebenfalls, womit auch diese badischen Kräfteverhältnisse letztlich ausgeglichen waren. Für alle SC-Fans, die dort wohnen, hieß es dann: schnell zurück nach Südbaden. Die Zeit zum Regenerieren ist nicht allzu lang, denn am Dienstag (18.30 Uhr) gilt es den Sport-Club im vorgezogenen Spiel gegen den FC Bayern München schon wieder mit vollem Einsatz anzufeuern.

 

Dirk Rohde

 

 

Stenogramm:

TSG Hoffenheim: Casteels - Beck, Abraham, Vestergaard, Johnson - Polanski (72. Schipplock), Salihovic - Elyounoussi (33. Strobl), Firmino, Volland - Modeste

SC Freiburg: Baumann - Mujdza (83. Höfler), Diagne (75. Krmas), Ginter, Sorg - Schuster, Fernandes - Schmid, Coquelin - Freis, Guédé (72. Mehmedi)

Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)

Tore: 1:0 Salihovic (9., FE), 1:1 Sorg (13.), 2:1 Volland (25.), 2:2 Guédé (29.), 2:3 Freis (65.), 3:3 Strobl  (77.)

Gelb: Elyounoussi - Mujdza, Fernandes

Gelb-Rot: Coquelin (42., wiederholtes Foulspiel)

Rot: Salihovic (9., Tätlichkeit) - Mehmedi (90., Schiedsrichterbeleidigung)

Zuschauer: 24.188