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SC spielt 0:0 in Mönchengladbach

 

Starke Elf mit starker Nummer eins

Der SC Freiburg hat sich am Samstag mit einem 0:0 beim Tabellendritten Borussia Mönchengladbach den ersten Auswärtspunkt in der Rückrunde erkämpft. Vor 52.207 Zuschauern im Borussia-Park zeigte die Mannschaft von Trainer Christian Streich von Beginn an eine hoch konzentrierte und taktisch äußerst disziplinierte Leistung. Die Gastgeber kamen erst in den Schlussminuten zu hochkarätigen Möglichkeiten, scheiterten aber am glänzend haltenden SC-Torwart Oliver Baumann. Der Sport-Club blieb zwar Vorletzter, hat nun aber nur noch einen Punkt Rückstand auf die vor ihm liegenden Teams von Hertha BSC Berlin und des FC Augsburg.


Wenn der Borussia-Park eine Grünanlage wäre, würden sich die Mönchengladbacher Fans in dieser Saison wohl so vorkommen, als wandelten sie durch einen Märchenwald. Denn das Team von Trainer Lucien Favre, Drittletzter in der vergangenen Saison und nur über die Relegation in der ersten Bundesliga geblieben, spielt in dieser Saison um die Champions-League-Plätze mit. Dritter lautete der Tabellenstand vor der Partie gegen den Sport-Club, aus der Sicht der Gastgeber ein wahrhaft bezauberndes Zwischenergebnis. Da macht es auch nichts, wenn bei der Annäherung an das Stadion von Borussia Mönchengladbach mit seinen großzügig darum herum verteilten Autoabstellflächen klar wird: Der Begriff Park leitet sich hier eher von Parkplatz ab.

 

Ginter ersetzt Höhn, Mujdza kehrt zurück

 

SC-Trainer Christian Streich dürfte sich vor dem Spiel zunächst vor allem auf dem Laufenden darüber gehalten haben, wie die U19 des Sport-Club, deren Trainer er bis zum letzten Sommer über 15 Jahre lang gewesen war, zuhause am Vormittag ihr Halbfinale im DFB-Junioren-Vereinspokal gegen den Hamburger SV gestaltete. Dass der eigenen A-Jugend beim 3:1-Sieg zum insgesamt vierten Mal und zum zweiten Mal in Folge der Einzug ins Endspiel in Berlin glückte, dürfte Streich mehr als glücklich gemacht haben. Ist dies doch nicht zuletzt ein weiterer großer Erfolg und Beleg für die nachhaltige Jugendarbeit in der Freiburger Fußballschule.



Genauso wie die Tatsache, dass in der heutigen SC-Startelf mit Oliver Baumann, Jonathan Schmid, Johannes Flum, Oliver Sorg, Matthias Ginter und Daniel Caligiuri wieder sechs ehemalige Jugendspieler aufliefen. Mit Immanuel Höhn, der in den letzen fünf Partien als Innenverteidiger gespielt hatte, fehlte ein weiterer diesmal wegen eines Muskelfaserrisses. Seinen Part im Abwehrzentrum übernahm Ginter, so dass Flum auf seiner angestammten Position im Mittelfeld spielen konnte. Ebenfalls neu und erstmals seit seinem Mittelfußbruch wieder in der Anfangsformation stand Mensur Mujdza, der links verteidigte. Sowohl Michael Lumb als auch Andreas Hinkel hatten die Reise an den Niederrhein verletzungsbedingt nicht mitmachen können. Ansonsten spielte die gleiche Elf wie beim Heimsieg gegen Schalke, also auch wieder Sebastian Freis als vorderste Spitze. Und auch von der Bank gab es Erfreuliches zu vermelden: Kapitän Julian Schuster saß dort erstmals in der Rückrunde und seit seiner langwierigen Knieverletzung.

 

Ohne Gegentor in die Pause gekämpft

 

„Wir wollen weiter nach vorne, aber wir müssen sehr aufpassen gegen diese spielstarke Freiburger Mannschaft", hatte Lucien Favre vorab gesagt. Der SC, so Christan Streich, wolle „alles reinwerfen und Mönchengladbach bekämpfen", um auch auswärts einmal wieder zu punkten. Und das taten die Gäste im ersten Durchgang nachdrücklich und in überzeugender Manier. „Mal wieder mit einem 0:0 in die Pause gehen", so Streich vor der Partie weiter, „das wäre auch schon etwas." Denn zuletzt hatte der SC vor allem in den Auswärtspartien in Wolfsburg, Mainz und Stuttgart trotz aller guten Vorsätze frühe Gegentore hinnehmen müssen. Diesmal jedoch blieb die Null zur Halbzeit stehen, auf beiden Seiten zwar, aber vor allem dank einer hoch konzentrierten und äußerst disziplinierten ersten Freiburger Hälfte.



Der Sport-Club stand von Beginn an hoch, nahm den Gegner, der unübersehbar tororientiert auftrat, früh auf und störte die Gladbacher durch ein kompaktes und engmaschiges Spiel gegen den Ball meist erfolgreich. Auch Fehler leistete sich das Team kaum. Als Ginter in der Vorwärtsbewegung einen Mönchengladbacher anschoss, entstand daraus die beste Chance für die Gastgeber im ersten Durchgang. Nach dem Ballverlust parierte zunächst der wieder starke Oliver Baumann einen Schuss von Mike Hanke (10.), den zweiten gefährlichen Versuch von Marco Reus wehrte dann Ginter vor der Torlinie ab. Die Gladbacher taten sich schwer damit, zu weiteren klaren Möglichkeiten zu kommen. Nach einem langen Ball war erneut der auch gut mitspielende Baumann vor Roman Neustädter (16.) zur Stelle. Wenige Minuten später kamen auch die Gäste zu ihrer ersten guten Möglichkeit. Nach einer Flanke von Oliver Sorg schoss Freis (21.) einen Abpraller aus der Drehung knapp am Tor vorbei. Dann war noch einmal Baumann vor Reus da und nachdem Oskar Wendt aus der Distanz das SC-Tor verfehlt hatte, folgte nach dem ersten Freiburger Eckball die beste Freiburger Möglichkeit vor der Pause. Schmid führte aus und im Kopfballduell mit Jan Rosenthal traf Tony Jantschke (43.) die Querlatte des eigenen Tores.

 

Baumann sichert am Ende den Punkt

 

Kräftig durchatmen und dann weiterkämpfen, hieß es für das SC-Team in der Halbzeit und tatsächlich konnte die Mannschaft nach der Pause nahtlos an ihre starke Vorstellung anknüpfen. Weiter extrem gut organisiert hielt sie den Gegner auch nach dem Wiederanpfiff erfolgreich vom eigenen Tor fern und gestattete dem Tabellendritten weiterhin lange Zeit kaum Torchancen. Das von der Taktik geprägte Spiel erinnerte phasenweise an eine Schachpartie. Offen blieb die Frage, ob einem der beiden Kontrahenten noch der entscheidende Zug gelingen würde. Zunächst setzten die Gäste bei Schüssen von Flum, Caligiuri und nach einer Stunde durch Jonathan Schmid verheißungsvolle Akzente. Zugleich blieb der Druck auf den Mönchengladbacher Spielaufbau groß. Reus (67.) gab nach einem langen Ball von Dante den ersten Torschuss der Borussia nach der Pause ab. Gleich danach kam nach einer Flanke von Freis Schmid zum Kopfball doch Marc André ter Stegen parierte. Dann hieß es wieder Luft anhalten im SC-Fanblock: Der eingewechselte Igor de Camargo (70.) tauchte nach einem Steilpass frei vor Baumann auf, zielte jedoch um Zentimeter am langen Eck vorbei.


Beim SC kam Julian Schuster zu seinem Rückrundendebüt und er erlebte eine Schlussphase, in der sein Team weiter beherzt kämpfte und diszipliniert verteidigte und in der vor allem Torhüter Oliver Baumann herausragte und am Ende mit drei weiteren starken Paraden den ersten Auswärtspunkt in der Rückserie sicherte. Zunächst rettete der herausgelaufene SC-Keeper spektakulär gegen Reus (85.), dann lenkte er einen Gewaltschuss von Filip Daems (88.) zur Ecke und als der Borussen-Kapitän gleich darauf dynamisch in den SC-Strafraum stürmte, wehrte Baumann auch seinen Schrägschuss glänzend ab. „In den ersten 20 Minuten habe ich mich schon ein bisschen geärgert, weil wir nach der großen Chance für Mönchengladbach gute Balleroberungen hatten und mit einem schlechten Rhythmus und manchmal einem Kontakt zuviel weitergespielt haben. Aber ansonsten haben wir alles gegeben", sagte Christian Streich, „Mönchengladbach spielt mit einem wunderbaren Rhythmus und einer wunderbaren Balance Fußball und da mussten wir immer weiter dagegenhalten. Ich freue mich für Mensur Mujdza, dass er nach der langen Pause ein so gutes Spiel auf der linken Seite gemacht hat. Wenn Weihnachten und Ostern heute zusammen gefallen wären, hätten wir hier vielleicht auch gewinnen können."


Bis Ostern, wenn der 1. FC Nürnberg im MAGE SOLAR Stadion zu Gast ist, ist es allerdings noch einen knappen Monat hin. Als nächstes kann der Sport-Club am kommenden Samstag im zweiten Auswärtsspiel in Folge beim Hamburger SV vorösterliche Punkte sammeln. Zumindest scheint klar, wie der SC dort anfangen sollte: einfach da weiter machen, wo er heute aufgehört hat.


Dirk Rohde

 

 

Stenogramm

 

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Arango, Reus, Wendt (71. Ring) - Hanke (66. de Camargo)

SC Freiburg: Baumann - Sorg, Ginter, Diagne, Mujdza (79. Jendrisek) - Flum (73. Schuster), Makiadi - Schmid, Rosenthal (82. Santini), Caligiuri - Freis

Gelbe Karten: Stranzl, Jantschke - Caligiuri

Schiedsrichter: Sippel (München)

Zuschauer: 52.207