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SC-Mitgliederversammlung 2012

 

Wieder ein Rekordergebnis erzielt

Einen Tag nach dem furiosen 5:3-Sieg gegen die TSG Hoffenheim fand im Paulussaal am Montag die diesjährige Mitgliederversammlung des Sport-Club Freiburg statt. Der Erste Vorsitzende, Fritz Keller, blickte auf „ein außergewöhnlich gutes und erfolgreiches Jahr - sportlich ganz genauso wie wirtschaftlich" zurück. Denn neben dem Klassenerhalt in der Bundesliga erzielte der SC finanziell erneut ein Rekordergebnis. Wie Schatzmeister Dr. Heinrich Breit erklärte, beliefen sich die Einnahmen, vor allem aufgrund außerordentlich hoher Transfererlöse, erstmals auf knapp über 50 Millionen Euro. Davon, so Breit, „konnten wir einen Betrag von fünf Millionen Euro als Zukunftssicherung in die Rücklagen unseres Vereins zuführen."


Auf der Jahreshauptversammlung des SC Freiburg ging es vielleicht nicht ganz so spektakulär zu, wie einen Tag zuvor im MAGE SOLAR Stadion, wo der Sport-Club in einem packenden badischen Bundesliga-Derby die TSG Hoffenheim mit 5:3 bezwungen hatte. Gleichwohl waren die Resultate des abgelaufenen Geschäftsjahres, die der Erste Vorsitzende Fritz Keller in seinem Tätigkeitsbericht, und der Stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeister Dr. Heinrich Breit in seinem Rechenschaftsbericht an der Seite ihres dritten Vorstandskollegen Martin Weimer präsentierten, nicht weniger bemerkenswert. „Der SC hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut - und wie auch schon im letzten Jahr - ein Rekordergebnis erzielen können", kündigte Fritz Keller zu Beginn seines Berichts an, was Heinrich Breit den 242 anwesenden Mitgliedern später im Detail darlegen sollte.

 

Bilanzen eines erfolgreichen Jahres

 

Eingangs hatten die SC-Mitglieder bei der Totenehrung zunächst des verstorbenen Ehrenspielführers Fridolin „Friedel" Egle gedacht. Egle war 75 Jahre lang Mitglied des Sport-Club und hatte als C-Jugendlicher noch im alten Winterer-Stadion auf dem Flugplatz gespielt. „Für mich war er immer eine moralische Instanz", sagte Fritz Keller – bevor er seinen Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr vortrug. Dabei würdigte er die Tatsache, dass die wirtschaftlich „erneut außerordentlich positiven Zahlen auch im besten Sinne des Wortes hausgemacht" seien. So werde in der sportlichen Abteilung unter Leitung von Sportdirektor Dirk Dufner mit Augenmaß gewirtschaftet. Erneut gesteigert worden seien aber auch die Erlöse aus dem Marketing und Verkauf, ein Verdient der Abteilung unter Leitung von Marketing-Chef Hanno Franke.

 

Glückwünsche des Vorsitzenden galten auch der Frauenabteilung des SC Freiburg. Die Erste Mannschaft mit ihrem Trainerteam um Milorad Pilipovic sicherte nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga souverän den Klassenerhalt. Erst vor einer Woche kehrten die SC-Spielerinnen Melanie Leupolz, Anja Maike Hegenauer und Laura Benkarth als Vize-Weltmeisterinnen von der U20-WM zurück und Sara Däbritz wurde vom DFB mit der Fritz-Walter-Medaille 2012 in Bronze als beste deutsche Nachwuchsspielerin ihres Jahrgangs ausgezeichnet. „Das ist eine ganz außerordentliche Anerkennung - für die junge Frau und ihre Leistungen ganz genauso wie für die Talentförderung in unserer Mädchen- und Frauenabteilung", sagte Keller, worauf ein erster kräftiger Applaus folgte.

 

Als beispielhaft für eine nachhaltige und äußerst erfolgreiche Talentförderung stehe weiterhin die Freiburger Fußballschule und ihre Ausbildungsphilosophie. Beleg dafür sei nicht nur, dass alle SC-Juniorenteams weiterhin in der jeweils höchst möglichen Spielklasse spielen. Oberstes Ziel der Ausbildung sei es, möglichst viele junge Spieler an die Profiabteilung heranzuführen. „In der herausragenden Rückrunde, die unsere Profis in der letzten Saison gespielt haben", sagte der SC-Vorsitzende, „wurden auch dabei bemerkenswerte Bestmarken erzielt." Neun in der Fußballschule ausgebildete Spieler zählten in der Rückrunde der vergangenen Saison zum Kader der Profis. Jeweils fünf oder sogar sechs von ihnen standen in allen Spielen dieser Rückserie in der Startelf. „Chapeau vor der Leistung dieser Jungs - aber auch vor allen, die sie über Jahre hinweg an dieses Leistungsvermögen heran geführt haben."

 

Tolle Rückrunde mit vielen Eigengewächsen

Spieler wie Oliver Sorg, der im der vergangenen Winter von der Zweiten Mannschaft zu den Profis hoch gezogen und dort sofort Stammspieler geworden sei, oder Matthias Ginter, der im Winter den Sprung aus der A-Jugend in die Bundesligamannschaft geschafft habe, seien dafür nur zwei Beispiele. Dazu beglückwünschte Fritz Keller Matthias Ginter noch einmal ausdrücklich dazu, dass er kürzlich vom DFB mit der Fritz-Walter-Medaille 2012 in Gold ausgezeichnet wurde - als bester deutscher Nachwuchsspieler des Jahrgangs U18. Ein weiterer Glückwunsch galt den Trainern der U19 des Sport-Club, Martin Schweizer, Ali Gasmi und Bernhard Weis, die mit ihrer Mannschaft, zu der im Finale in Berlin übrigens auch Matthias Ginter gehörte, im Mai zum vierten Mal den DFB-Junioren-Vereinspokal für den SC gewonnen hatten. All das seien Belege, so Keller, die zeigen: „Die enge Verzahnung von Profi- und Nachwuchsbereich ist beim SC Freiburg mehr als nur ein Schlagwort. Sie wird hier tatsächlich gelebt." Sein Dank galt deshalb "allen Trainern, den sportlichen Leitern Klemens Hartenbach und Xaver Zembrod, allen Spielern und dem gesamten Team der Freiburger Fußballschule unter Leitung von Jochen Saier."

 

Was den Wechsel auf dem Posten des Cheftrainers von Marcus Sorg zu Christian Streich betreffe, sei dies im vergangenen Dezember eine sehr schwere Entscheidung gewesen. Aber, unterstrich Fritz Keller, „wir haben ganz bewusst eine Entscheidung getroffen, die Perspektive haben sollte. Wir waren überzeugt davon: So wie Christian Streich die Aus- und Weiterbildungsphilosophie gelebt und mit geprägt hat, ist er prädestiniert dafür, den Trainerstab des SC längerfristig zu leiten." Diese Überzeugung habe in den vergangenen neun Monaten noch weiter zugenommen. Was nicht nur mit dem sportlichen Erfolg zu tun habe, „sondern auch viel damit, wie Christian Streich in dieser Zeit ein, wenn nicht sogar: das Gesicht des SC geworden ist." Außerdem könne man wohl sagen: „Lange hat man in Freiburg, in der Region und auch noch weit darüber hinaus nicht mehr so mit dem SC gefühlt und gefiebert wie in diesem letzten dreiviertel Jahr."

 

Das habe natürlich viel mit der großartigen Rückrunde der Profis zu tun, mit der sie dem SC zum dritten Mal in Folge die Klasse sicherten. Es habe darüber hinaus aber auch sehr viel damit zu tun, wie die Protagonisten dieser Erfolge, und dabei zuvorderst Christian Streich, den SC Freiburg auf und neben dem Platz repräsentiert haben. „Für all das", so Keller, „möchte ich mich auch im Namen aller Mitglieder noch einmal bei unseren Spielern, ihrem Cheftrainer Christian Streich und seinem gesamten Team mit den Co-Trainern Lars Voßler und Patrick Baier, Torwarttrainer Andreas Kronenberg und Athletik-Trainer Simon Ickert ganz, ganz herzlich bedanken."


Füchsleclub bringt auch Mitgliedernachwuchs

Anschließend kam der Vorsitzende des Sport-Club noch einmal auf die Nachwuchsarbeit zurück. Mit ihr ziele der Verein neben der Förderung von regionalen Talenten in der Spitze seit jeher ganz bewusst darauf ab, den regionalen Fußball auch an der Basis und damit in die Breite zu stärken. Deshalb fördere der SC Freiburg den regionalen Fußball an der Basis ganz gezielt mit unterschiedlichen Projekten der Fußballschule. Unterstützt werden diese mit der Arbeit des Fördervereins Freiburger Fußballschule und - zusammen mit der Stadt Freiburg - mit der Arbeit der Achim-Stocker-Stiftung Freiburger Fußballschule. Vorstand und Stiftungsrat der Achim-Stocker-Stiftung zusammen mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Horst Kary gelte deshalb ebenso ein Dank für ihr Engagement, wie den Verantwortlichen des Fördervereins Freiburger Fußballschule mit seinem Vorstand Udo Lay.

 

Als großen Erfolg würdigte Fritz Keller auch den seit einem Jahr bestehenden Füchsleclub für junge SC-Fans bis 13 Jahre. Durch den Füchsleclub habe der SC innerhalb eines Jahres mehr als 1000 Fans, die jünger als 13 Jahre sind, als SC-Mitglieder gewinnen können. Auch dadurch sei die Gesamt-Mitgliederzahl des SC Freiburg im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp über 1000 Mitglieder auf jetzt 4.885 gestiegen - von denen 1200 Jugendliche unter 18 Jahren seien. „Aber noch wichtiger als diese nackten Zahlen", sagte Keller, „erscheint mir, dass den jüngsten Fans und Vereinsmitgliedern über die Angebote des Füchsleclubs auch Werte vermittelt werden, für die der SC Freiburg steht und auch künftig stehen soll." Besonders für die Gründung des Füchsleclubs eingesetzt habe sich im Verein sein Vorstandskollege Martin Weimer, dem dafür großer Dank gebühre. Seiner Initiative sei es auch zu verdanken, dass der SC kurz davor stehe, zusammen mit der Stadt und dem Jugendhilfswerk und quasi als Fortführung des Füchsleclub-Angebots ein Jugendprojekt für die älter als 13-jährigen ins Leben zu rufen. Gemeinsam wolle man so gezielt sozialpädagogisch und präventiv gegen negative Entwicklungen in der Fanszene angehen, insbesondere was ihre Gewaltbereitschaft angehe.

 

In der Stadionfrage, teilte Keller mit, „erwarten wir in den nächsten Wochen das Ergebnis eines unabhängigen Gutachtens, das die Stadt Freiburg in Auftrag gegeben hat. Es soll endgültig Aufschluss darüber geben, ob überhaupt, und wenn ja zu welchen Konditionen ein qualifizierter Stadionumbau am bisherigen Standort möglich wäre. Auf Basis dieses Gutachtens soll dann - vermutlich im kommenden Frühjahr - die Entscheidung Umbau oder Neubau getroffen werden." Die Erarbeitung dieses Gutachtens begleite der SC in einem Arbeitskreis zusammen mit der Stadtverwaltung und Vertretern aller Fraktionen. „Mein Eindruck ist", ergänzte Keller, „dass die meisten von ihnen es auch als Verpflichtung sehen, bei der Lösung der Stadionfrage mit uns zusammen einen gleichermaßen sinnvollen wie gangbaren Weg zu finden. Dafür möchte ich mich ganz ausdrücklich bedanken."

 

Schatzmeister präsentiert eindrucksvolle Zahlen 

Einmal mehr schwarze, in einem gewissen Maße sogar rosige Zahlen und eine eindrucksvolle Bilanz, die erneut ein Rekordergebnis für den SC Freiburg beinhaltete, präsentierte anschließend Schatzmeister Dr. Heinrich Breit in seinem Rechenschaftsbericht für das Geschäftsjahr 2011/2012. Das letzte Wirtschaftsjahr, so Breit, sei „nicht nur sportlich extrem spannend" gewesen. Gleich mehrere große Prüfungen wie eine Betriebsprüfung und eine Lohnsteuerprüfung habe der Verein „ohne Probleme" durchlaufen. Vor allem aber habe der Sport-Club bei den Gesamteinnahmen „erstmals die 50-Millionen-Euro knapp überschritten." Was in erster Linie an „außerordentlichen Einnahmen in sehr großer Größenordnung" im Bereich der Transfererlöse gelegen habe. Diese Einnahmen stiegen von zuvor 1 Million Euro auf 14 Millionen Euro und beinhalten unter anderen die Transfererlöse für Ömer Toprak und Papiss Cissé. „Das sind Einnahmen von einem außerordentlichen Charakter, die für etwas besonderes verwendet werden sollten", sagte Breit.

 

Aber auch die Erlöse im Bereich Werbung seien um knapp 20 Prozent gestiegen. Die Einnahmen Spielbetrieb blieben mit 8 Millionen Euro gleich, die Medienerlöse sanken dagegen um 1,2 Millionen Euro. Wobei der Schatzmeister auf das komplexe System der Verteilung der Fernsehgelder verwies und bereits verkünden konnte, dass in der kommenden Saison dafür zwei Millionen Euro mehr an Medienerlösen als in der letzten Saison zu erwarten seien. Bei den Ausgaben habe man im Bereich Personalaufwand Spielbetrieb mit 18.2 Millionen Euro ebenfalls eine Rekordsumme erreicht. Den extrem hohen Transfererlösen stünden somit auch erhöhte Ausgabe gegenüber.

 

Insgesamt, so Breit, „konnten wir den Verein, vor allem dank der äußerst positiven Transferbilanz, ein Stück in der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit stärken." Konkret bedeute das Ergebnis der Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres, „dass wir einen Betrag von fünf Millionen Euro als Zukunftssicherung den Rücklagen unseres Vereins zuführen können." Als Zustiftung zur Achim-Stocker-Stiftung hat der Verein außerdem einen Betrag von 250.000 Euro verwendet. Im Ausblick erwartet Heinrich Breit auch „für die Saison 2012/2013 einen ausgeglichenen Etat. Bei den Einnahmen ist zu erwarten, dass wir 40 Millionen Euro überschreiten."

 

Jugendleiter und Fanbeauftragter bestätigt

 

Nachdem Fritz Keller, Heinrich Breit und Sportdirektor Dirk Dufner noch einige kritische Fragen zu den Themen Stadion, dem Umgang mit dem früheren SC-Profi Yacine Abdessadki im vergangenen Winter und zu der Unterzeichnung des DFB-Verhaltenskodex durch den Verein anlässlich der Sicherheitskonferenz in Berlin im Juli beantwortet hatten, bat der Vorsitzende des Wahlausschusses, Gundolf Fleischer, die Mitglieder um die Entlastung des Geschäftsführenden Vorstands. Dem entsprachen die 241 stimmberechtigten Mitglieder bei zwölf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mit überwältigender Mehrheit. Als Jugendleiter wiedergewählt wurde ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung Jochen Saier. Und auch der Fanbeauftragte des SC Freiburg heißt weiterhin Marc Schmid, der bei 21 Gegenstimmen und vier Enthaltungen ebenfalls mit großer Mehrheit erneut gewählt wurde. Satzungsgemäß als Mitglied des Gesamtvorstands bestätigt wurde schließlich bei vier Enthaltungen Rolf Ziegelbauer, der Leiter der SC-Tennisabteilung.

 

Auch die Tennisabteilung des SC Freiburg verzeichnete im vergangenen Jahr einen Zuwachs von rund zehn Prozent auf jetzt 360 Mitglieder. Die Herren 50 plus schafften den Aufstieg in die Regionalliga Südwest und damit in die höchst mögliche Spielklasse. Was sie wiederum mit all den SC-Junioren-Fußballspielern verbindet, die einen oder ein paar Aufschläge weit neben der Tennisanlage in der Freiburger Fußballschule um Punkte spielen – und dabei auch davon träumen, einmal ganz oben beim Sport-Club und bei Christian Streich in der Profiabteilung anzukommen.

 

Dirk Rohde

 

 

Die Tätigkeitsberichte 2011/2012 der einzelnen Abteilungen des SC Freiburg finden Sie hier ...