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SC-Jahreshauptversammlung 2011

 

Fritz Keller als Vorsitzender bestätigt

Das Votum fiel eindeutig aus. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Sport-Club Freiburg im Paulussaal am Montag bestätigten die Mitglieder mit überwältigender Mehrheit den bisherigen Geschäftsführenden Vorstand. Zu dessen Vorsitzenden wurde für weitere drei Jahre Fritz Keller gewählt. Seine beiden Stellvertreter bleiben Dr. Heinrich Breit und Martin Weimer.

Auf dem Podium im Freiburger Paulussaal hing zum ersten Mal neben dem Tisch des SC-Vortstands auch wieder die Ehrenfahne des Sport-Club. Der Verein hatte die Fahne, die auf der Vorderseite und auf rotem Grund das Siegel des SC Freiburg zeigt und auf der weißen Rückseite die Wappen der Stadt Freiburg und das des Landes Baden trägt, nach alter Klub-Tradition neu anfertigen lassen. Insgesamt 235 SC-Mitglieder, von denen 229 stimmberechtigt waren, kamen zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Bundesligisten.

 

Ein sehr gutes Jahr - sportlich und wirtschaftlich

 

Vor seinem Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr versicherte der Vorstandsvorsitzende Fritz Keller dem anwesenden Trainerteam um Chefcoach Marcus Sorg seinen bedingungslosen Rückhalt. Seit die Einladungen zur Mitgliederversammlung verschickt wurden seien mit den letzten Spielen zwar einige Sorgen hinzugekommen. Diese Sorgen, so Keller, „teilen wir und gehen die Sache so an, wie bisher auch beim Sport-Club: zusammen, mit Zuversicht und viel Arbeit." Anschließend gedachte die Versammlung bei der Totenehrung der im vergangenen Jahr verstorbenen Ehrenmitglieder und Mitglieder des Ältestenrates, Egon Ehret und Hans Wieczorek.

 

Seinen Rückblick leitete Keller, der auf der Mitgliederversammlung vor einem Jahr bis zum Ende der Amtsperiode des Geschäftsführenden Vorstands als Nachfolger des im November 2009 verstorbenen Achim Stocker bis zum Ende der Amtsperiode des Vorstands als SC-Vorsitzender gewählt worden war, mit dem Resümee ein: „Es war ein sehr gutes und erfolgreiches Jahr für den Sport-Club - sportlich und auch wirtschaftlich." Denn, wie Keller im Vorgriff auf den Bericht von Schatzmeister Heinrich Breit erklärte: „Der SC hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis erzielen können." Auf der sportlichen Seite sei das herausragende Ergebnis der neunte Platz in der Bundesliga gewesen. Deshalb bedankte sich Keller noch einmal ausdrücklich „für die hervorragende Arbeit des Trainerteams mit Robin Dutt an der Spitze."

 

Bei der Nachfolge von Robin Dutt sei man wieder einen ganz ähnlichen Weg gegangen wie bei seiner Verpflichtung: „Wir haben mit Marcus Sorg einen verhältnismäßig jungen Fußballlehrer in die Verantwortung berufen. Aber einen, dem wir - zusammen mit seinem Team - trotzdem ohne Wenn und Aber zutrauen, die Klasse zu halten." Die Tatsache, dass „vier unserer fünf Profitrainer aus der eigenen Fußballschule kommen, zeige, dass „die Freiburger Fußballschule mittlerweile auch erfolgreiche Aus- und Weiterbildungarbeit bei den Trainern leistet." Die Freiburger Fußballschule feiere in diesem Jahr nicht nur ihr zehnjähriges Jubiläum, sie habe sich seit ihrer Gründung und vor allem „dank der gleichermaßen erstklassigen wie auch leidenschaftlichen Arbeit aller Mitarbeiter, Trainer und Spieler weit über Freiburg hinaus großes Ansehen erworben."

 

Top-Ergebnisse bei Profis und Nachwuchsförderung

 

Erneut im vergangenen Jahr, als die Fußballschule des SC Freiburg bei der im Auftrag von DFB und DFL seit 2007 im Drei-Jahres-Turnus durchgeführten Zertifizierung der Leistungszentren durch ein unabhängiges Institut erneut mit drei Sternen, der höchstmöglichen Wertung ausgezeichnet worden sei. „Aber nicht nur das", so Keller, „im Vergleich der 36 Erst- und Zweitligisten hat die Fußballschule außerdem auch mit der höchsten Punktzahl und damit als das beste unter allen deutschen Nachwuchsleistungszentren abgeschnitten." Dafür bedankte sich der SC-Vorsitzende noch einmal beim gesamten Team der Fußballschule unter der Leitung von Jochen Saier. Ebenso wie bei Christian Streich, dem sportlichen Leiter der Fußballschule und Co-Trainer der Profis, der in der vergangenen Saison, seiner letzten als verantwortlicher A-Junioren-Trainer, zum dritten Mal den DFB-Junioren-Vereinspokal mit der U19 gewonnen und damit bei drei DFB-Pokalsiegen und der Deutschen Meisterschaft 2008 vier Titel in fünf Jahren geholt hat. „Eine herausragende Leistung", so Keller.

 

Die größten Erfolge der Ausbildungsarbeit in den vergangenen Jahren seien aber „die Spieler gewesen, die den Sprung aus der Fußballschule zu den Profis geschafft haben." Sechs Absolventen der Fußballschule standen in der vergangenen Saison im Kader der Profis, gleiches gelte auch für die laufenden Saison. Dank und Anerkennung gelte deshalb auch den anderen Juniorenteams des SC und ihren Trainern. Ebenso wie allen, die sich im Förderverein Freiburger Fußballschule und in der Achim-Stocker-Stiftung Freiburger Fußballschule engagierten. Beide zusammen haben im vergangenen Jahr „die Nachwuchsarbeit des SC Freiburg und in der Region mit rund 200.000 Euro gefördert. Dankeschön dafür." Gefördert werde dabei seit zwei Jahren auch der Mädchenfußball beim SC Freiburg und in Südbaden. Besonders erfreulich, so Fritz Keller, sei deshalb der gelungene Wiederaufstieg der Ersten Frauenmannschaft in die Bundesliga. Dafür galt der Dank Trainer Milorad Pilipovic und dem gesamten Team.

 

Mitgliederzahl steigt rapide, neues zur Stadionfrage

 

Auch was die Mitgliederzahl des SC Freiburg angeht, konnte der Vereinchef positives mitteilen: „Im Moment haben wir 4040 Mitglieder. Darunter sind 954 jugendliche unter 18 Jahren. Das sind fast genau 1000 Mitglieder mehr als zum 30. Juni 2010, also ein Zuwachs von fast 33 Prozent." Der große Zuwachs habe auch mit dem im Frühsommer gegründeten Füchsleclub zu tun. Seine Mitglieder sind jugendlichen SC-Mitgliedern gleichgestellt - wie ungekehrt alle SC-Mitglieder unter 13 Jahren als Füchsleclub-Mitglieder registriert werden. Der Füchsleclub hat, wie Martin Weimer später mitteilte, in der kurzen Zeit seines Bestehens schon 633 Mitglieder gewinnen können.

 

Weiter nach einer „guten und angemessenen Lösung" gesucht werde so Fritz Keller abschließend, „auch auf unserer größten Baustelle: in der Stadionfrage." Seit der Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit der Stadt Freiburg im März sei man bei der Erörterung der Möglichkeiten bezüglich eines Standorts für ein neues Stadion auf einem guten Weg. Am Mittwoch, kündigte Keller an, werde die Arbeitsgruppe auf einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Recherchen präsentieren. Parallel zu der Arbeitsgruppe prüfe der Verein neben den Möglichkeiten eines Neubaus in Zusammenarbeit mit Experten auch die Rahmenbedingungen für einen qualitativen Umbau des badenova-Stadions. Aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit, sagte Keller weiter, „werden wir auf Sicht nur eine Chance im Profifußball haben, wenn wir in Sachen Stadion einen entscheidenden Schritt nach vorne kommen. Ich persönlich glaube sogar, dass dieser Schritt nur der Neubau eines Stadions sein kann."

 

Auch Schatzmeister Heinrich Breit griff dieses Thema am Ende seines Rechenschaftsberichtes noch einmal auf. Er erinnerte an die „unzulängliche Infrastruktur" im badenova-Stadion, die den Regeln der DFL nicht entspreche und daran, dass der SC dort aufgrund der nicht regelkonformen Spielfeldlänge mit einer Ausnahmegenehmigung spiele. „Wir können aber nicht davon ausgehen, dass sie für immer Bestand hat und dürfen die Hände nicht in den Schoß legen." Die Variante, das Stadion umzubauen, sei auf jeden Fall mit der Investition eines zweistelligen Millionenbetrages verbunden. „Dann ist es legitim zu fragen: Ist es sinnvoll, an anderer Stelle einen Neubau zu machen." Verbunden mit weiteren Fragen wie denen nach dem Standort, der Finanzierbarkeit, den möglichen Folgekosten und den möglichen Unterhaltungsgskosten. „Die letzte Entscheidung", so Breit, „hängt davon ab, wie wir das finanzieren." Und ob durch das mögliche Gesamtpaket die Wettbewerbsfähigkeit in der Bundesliga nachhaltig gestärkt werde, ohne sich bei einem erneuten Zweitligaaufenthalt zu verschlechtern.

 

Rekordeinnahmen dank hoher Fernsehgelder

 

Zunächst hatte der Schatzmeister des Sport-Club wirtschaftlich einmal mehr stolze Bilanzen präsentiert. Zum wiederholten Mal seien für diese Saison alle Prüfungen der DFL „problemlos verlaufen." Weshalb es für den SC Freiburg weder Auflagen noch Bedingungen zur Erlangung der Lizenz zu erfüllen gab. Dies lag neben dem gewohnt soliden und seriösen Umgang mit den finanziellen Ressourcen auch an einem Rekord-Einnahmeergebnis in der vergangenen Saison. Auf insgesamt 36,7 Millionen Euro beliefen sich die Gesamteinnahmen in der Spielzeit 2010/2011. Was einer Steigerung von 5,7 Millionen Euro gegenüber dem Jahr davor entspricht. Zum einen sei die Stadionauslastung von 95 Prozent praktisch mit ausverkauft gleichzusetzen, zum anderen stehe der Verein, was die Werbeeinnahmen betreffe, „mittlerweile auf mehr Füßen und wir sind breiter aufgestellt." Als „Quantensprung" bezeichnete Breit die Entwicklung der Einnahmen aus Fernsehgeldern. Hier habe man, auch dank des guten sportlichen Abschneidens, dass sich über ein komplexes System auch positiv auf die Fernsehgelder auswirke, ein „absolutes Rekordergebnis" von 17,4 Millionen Euro erzielt.

 

Investiert wurde das Geld „in die Mannschaft und das Team drumherum." Der „Personalaufwand Spielerbetrieb" wurde um 1,4 Millionen Euro auf aktuell 16,1 Millionen Euro aufgestockt. Nebenbei seien in den letzen vier Jahren auch die Rücklagen des Vereins um 1,5 Millionen Euro erhöht worden. „Was absolut notwendig ist", so Breit, „denn wir sind darauf angewiesen, solide zu wirtschaften. Alles andere gefährdet unsere Existenz im Profifußball." Dass die Fernseheinnahmen in dieser Saison wieder geringer ausfallen, hat Heinrich Breit bei den Kalkulationen für die aktuelle Saison bereits eingeplant. „Das werden wir kompensieren über Transfererlöse, die wir bereits erwirtschaftet haben." Nach den laufenden Planungen winkt für die Saison 2011/2012 trotzdem das nächste Rekordergebnis: Dann rechnet der SC-Schatzmeister mit Einnahmen von 37,5 Millionen Euro, die den Personalaufwand Spielbetrieb noch einmal um knapp 1,5 Millionen Euro auf dann 17,5 Millionen Euro klettern lassen sollen. Allerdings präsentierte Heinrich Breit noch andere interessante Zahlen. Unter den sechs wirtschaftlich schwächsten Klubs der Bundesliga, gerechnet auf die letzten Jahre, hatte der SC Freiburg zuletzt nur 69 Prozent der Summe zur Verfügung, die die anderen fünf Konkurrenten in ihr sportliches Personal investierten. Mit dem letzten Jahr, so Breit, wären es 75 Prozent.

 

Alle Kandidaten begeistert wiedergewählt

 

Der Schatzmeister kündigte außerdem an, dem SC als Vorstandsmitglied „in spätestens drei Jahren nicht mehr in der bisherigen Form zur Verfügung zu stehen." Eigentlich keine schöne Perspektive, doch zunächst votierten die SC-Mitglieder nach der Entlastung des Geschäftsführenden Vorstandes bei dessen Neuwahlen einstimmig für die nächste dreijährige Amtszeit von Heinrich Breit als Schatzmeister und Stellvertretenden Vorsitzenden des Sport-Club. Zuvor war bereits Fritz Keller mit überwältigender Mehrheit bei drei Gegenstimmen und 13 Enthaltungen erneut zum Vorstandsvorsitzenden gewählt worden. „Ich nehme das überwältigende Votum als Motivation, mich weiter für unseren gemeinsamen Lieblingsverein einzusetzen", sagte der SC-Präsident. Auch Martin Weimer wurde bei 13 Enthaltungen wieder zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

 

Zu wählen waren anschließend auch der Ältestenrat des SC Freiburg. Alle zehn zur Wahl stehenden und auch bisherigen Mitglieder wurden wiedergewählt. Im einzelnen sind das: Alfred Kalchthaler, Hermann Blattmann, Klaus Steinwarz, Ernst Polifka, Lothar Burgold, Willi Fischer, Hannelore Stocker, Dietmar Heizmann, Werner Blank und Jörg Weber, der Vorsitzende des Ältestenrates. Bei den Wahlen zum Gesamtvorstand wurde Jugendleiter Jochen Saier wiedergewählt, ebenso wie der SC-Fanbeauftragte Marc Schmid. Schließlich wurde Rolf Ziegelbauer, der Leiter der Tennisabteilung des SC Freibug, satzungsgemäß als Mitglied des Gesamtvorstands bestätigt.

 

Unter, vor und neben der Ehrenfahne des Sport-Club Freiburg wurden zum Schluss noch Blumen gereicht und entgegen genommen. Der nächste spannende SC-Tag folgt dann am kommenden Mittwoch.

 

Dirk Rohde

 

Einen Bericht von der Mitgliederversammlung des Sport-Club im Paulussaal gibt es auch auf SC Freiburg TV ...