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U19 verteidigt den DFB-Pokaltitel

 

"Erst einer, dann zwei, dann drei, dann ... WIR!"

Die U19 des SC Freiburg hat ihren Titel im DFB-Juniorenvereinspokal erfolgreich verteidigt. Im Finale im Berliner Stadion am Wurfplatz setzten sich die SC-Junioren verdient mit 2:1 (2:1) gegen Hertha BSC durch. Daniele Gabriele brachte sein Team per Doppelschlag mit 2:0 in Führung (13., 15. Minute), Herthas Maximilian Obst verkürzte unmittelbar vor dem Pausenpfiff (45.). In einer aufregenden Schlussphase war es dann Keeper Dominik Bergdorf, der dem SC mit einem tollen Reflex den Erfolg sicherte. Insgesamt ist es der vierte SC-Titel im DFB-Junioren-Vereinspokal.


Amir Falahen hatte es vor dem Spiel noch einmal verdeutlicht. „Jungs, wir können hier heute Geschichte schreiben", heizte der Stürmer der U19 des SC Freiburg seine Mannschaftskollegen vor dem Spiel in der Kabine an. Wie üblich hatte das U19-Trainerteam um Martin Schweizer, Ali Gasmi und Bernhard Weis einem Spieler den Vortritt gelassen, um „die Jungs vor dem Anpfiff nochmal richtig heißzumachen". Und darauf hinzuweisen, dass es 1995 der FC Augsburg war, der zuletzt den Titel im DFB-Junioren-Vereinspokal verteidigen konnte. Das Finale vor den Toren des Berliner Olympiastadions war kaum angepfiffen, da war die Rollenverteilung schnell ersichtlich. Der SC-Nachwuchs suchte sein Heil in den gewohnten fußballerischen Mitteln, störte früh den Berliner Spielaufbau, ließ den Ball schnell durch die eigenen Reihen wandern und war von Anfang an „die fußballerisch bessere Mannschaft", wie Martin Schweizer zufrieden bemerkte. Nach 13 Minuten war es eine Mischung aus Stolz, Freude und ungläubigem Staunen, die sich auf der Freiburger Bank zu breit machte. Ein schön aufgebauter Spielzug, ein präziser Pass von Mohamed Gouaida in die Schnittstelle der Hertha-Abwehr, eine erfolgreiche Vollendung des Angriffs - und es stand 1:0 für den SC Freiburg durch Daniele Gabriele (13. Minute). „Diesen Spielzug haben wir im Training genau so trainiert. Das macht einen Trainer natürlich besonders stolz, wenn die Arbeit so klar ersichtlich Früchte trägt", freute sich Schweizer. Die Gastgeber hatten wohl noch nicht einmal über eine Reaktion auf das frühe Gegentor nachgedacht, da hatte der Sport-Club bereits nachgelegt. Gabriele hatte sich energisch gegen die Hertha-Hünen John Anthony Brooks und Atakan Yigitoglu durchgesetzt und den Ball am herauseilenden Torhüter Philip Sprint vorbei gelegt - 2:0 (15.).

 

Agierender Sport-Club, reagierende Hertha


Nach 17 Minuten gab es die erste brenzlige Szene vor dem Freiburger Tor. Jerome Kiesewetters Kopfball bugsierte SC-Kapitän Christian Günter mit dem Kopf über die Latte. An der taktischen Grundausrichtung änderte sich fortan nicht viel, aber der Hertha-Nachwuchs wurde torgefährlicher: Die SC-Innenverteidiger Matthias Ginter und Mike Schulz klärten eine brenzlige Situation vor dem einschussbereiten Kiesewetter (26.), Nico Schulz knallte eine Direktabnahme aus 20 Metern knapp am Winkel vorbei (30.) und Christian März setzte eine Mischung aus Volleyschuss und Bogenlampe auf das Tornetz (31.). Als sich alle Beteiligten schon auf den Gang in die Kabine einstellten, flankte Glodi Zingu von der linken Seite, Schulz konnte nicht klären und Maximilian Obst verkürzte zum 2:1-Halbzeitstand aus Freiburger Sicht (45.+1). Wer nach dem Seitenwechsel einen aufgrund des Gegentores verunsicherten Sport-Club erwartet hatte, sah sich sofort getäuscht. Der Ball rollte weiterhin durch die gut geölte Kombinationsmaschinerie des SC, immer wieder wurden Überzahlsituationen bei eigenem und gegnerischem Ballbesitz geschaffen, so dass sich das Bild der ersten Halbzeit verstärkte. Hier der agierende SC Freiburg und dort das lauernde und reagierende Hertha BSC Berlin. Es waren kaum 120 Sekunden im zweiten Abschnitt gespielt, da schüttelte Caleb Stanko einen Chip-Pass aus dem Fußgelenk über die Hertha-Defensive, aber Gabriele setzte den Ball knapp über das Tor (47.). Im Minuten-Takt ging es dann weiter mit Freiburger Chancen. Stanko jagte Gouaidas Ablage aus 18 Metern knapp über die Latte (55.), Kerk schlenzte von der Strafraumgrenze knapp vorbei (59.), Sprint parierte einen Schuss von Gouaida (60.) und Sandro Knab setzte den Ball freistehend vor Sprint haarscharf neben den Pfosten (62.). Die Freiburger Überlegenheit auf dem Platz wurde nun auch noch von einer akustischen Dominanz auf den mit 4.350 Zuschauern sehr gut gefüllten Rängen flankiert. Die mit Fan-Klatschen ausgestattete SC-Anhängerschar übertönte nun die immer leiser werdende zahlenmäßige Übermacht der Hertha-Fans.

 

In der Schlussphase wird es turbulent


In der Schlussphase wurde es auch in der Nähe von Dominik Bergdorf noch einmal ziemlich turbulent. Der SC-Torwart hatte einige schwierige Situationen zu überstehen. Erst faustete er einen Freistoß von Jakob Regulski aus dem Strafraum, aber auf den Kopf von Yigitoglu, fischte den Kopfball des Hertha-Innenverteidigers aber im Rückwärtslaufen kurz vor der Linie aus der Luft (70.). In den letzten zehn Minuten wogte das Spiel hin und her. Die Gastgeber hatten Brooks in den Sturm beordert und schlugen fortan fast ausschließlich lange Bälle auf den größten Feldspieler, während die Freiburger brandgefährliche Konter fuhren. Einen davon hätte Falahen fast zur Vorentscheidung genutzt, aber er spitzelte den Ball am langen Pfosten vorbei (80.). Auf der anderen Seite klatschte ein Regulski-Freistoß auf die Latte (81.) und Bergdorf lenkte einen - mit Windunterstützung - immer länger werdenden Freistoß von Regulski aus dem Winkel über den Querbalken (83.). Sein Berliner Pendant Sprint hielt auf der anderen Seite einen Falahen-Kopfball fest (88.). Als Zingu den Ball in der 91. Minute unbedrängt aus knapp 30 Metern über das Freiburger Tor und den Fangzaun drosch, wirkte das Spiel gelaufen. Aber es wirkte nur so: Schulz flankte, Brooks sprang in den Ball, aber sein Flugkopfball strich über die Latte (90.+2). Einen weiteren langen Ball und ein unübersichtliches Gewühl später, lag das Leder auf einmal vor den Füßen von Yigitoglu - und der stand ziemlich frei vor dem Freiburger Tor. Deshalb zögerte der Innenverteidiger nicht lange, schoss aufs Tor - einige Hertha-Fans hatten sich schon zum Jubel erhoben - und dann kam der rechte Fuß von Bergdorf, kam im letzten Moment an den Ball und lenkte selbigen um den Pfosten. Regulski trat noch eine letzte Ecke, die auf der anderen Seite des Tores im Aus landete, Bergdorf führte noch einen Abstoß aus, Schiedsrichter Christ pfiff die Partie ab - und die U19 des SC Freiburg schaffte es, mit ihrem vierten DFB-Pokalsieg nach 2006, 2009 und 2011 zum ersten Mal den Titel zu verteidigen. Der Rest war Freiburger Jubel, Trubel, Heiterkeit. Die Spieler trugen Martin Schweizer auf Händen, drückten ihrem ehemaligen Trainer Lars Voßler, der nach der Hinrunde ins Profitrainerteam gewechselt war, die Trophäe in die Hand und zeigten auch beim Feiern und nach dem Spiel, was sie zuvor im Spiel auf dem Rasen gezeigt und SC-Kapitän Christian Günter im Vorfeld der Partie beschworen hatte: „Den unglaublichen Zusammenhalt bei uns in der Freiburger Fußballschule." So lässt sich Jugendfußball-Geschichte schreiben.

 

 

Niklas Ziegler

Stenogramm:

 

Hertha BSC: Sprint - Brooks, Kiesewetter (46. Kleinewetter), Regulski, Yigitoglu - Fiegen (82. Andrich), Zingu, N. Schulz, Obst - Ngankam-Hontcheu, März (73. Borowski)

SC Freiburg: Bergdorf - Göppert (90. Ehret, Ginter, Schulz (50. Menig), Günter - Stanko, Gutjahr - Kerk, Knab (77. Tasli), Gouaida - Gabriele (80. Falahen)

 

Tore: 0:1, 0:2 Daniele Gabriele (13., 15. Minute), 1:2 Maximilian Obst (45.)

Gelb: Obst, Borowski / Gouaida, Günter

 

Schiedsrichter: Christ (Münchweiler an der Rodalb)

Zuschauer: 4350