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Am 21. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga schlägt der SC Freiburg den neuen Deutschen Meister VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0). Beide Tore für den Sport-Club erzielte Carolin Simon mit Schüssen aus der Distanz (57., 66.).



Als Schiedsrichterin Nadine Westerhoff nach 92 Minuten abpfiff, kannte der Jubel auf beiden Seiten keine Grenzen. Der Sport-Club hatte soeben den VfL Wolfsburg nach einem spannenden Spiel mit 2:0 geschlagen und durfte sich über den sechsten Sieg in Folge und die Punkte 42 bis 44 freuen. Auf der Gegenseite konnten aber auch die Wölfinnen jubeln, die aufgrund der deutlichen Niederlage von Turbine Potsdam vorzeitig zum dritten Mal Deutscher Meister sind. Wo man hinschaute, sah man an diesem Sonntagnachmittag strahlende Gesichter und auch die Zuschauer waren beim 2:0-Sieg des Sport-Club auf ihre Kosten gekommen.


Im dritten Spiel der englischen Woche stellte SC-Trainer Jens Scheuer seine Mannschaft auf vier Positionen um. Nach dem 2:0-Sieg beim FF USV Jena kamen Giulia Gwinn, Jobina Lahr, Selina Wagner und Cinzia Zehnder für Kim Fellhauer, Anja Maike Hegenauer, Janina Minge und Carolin Schiewe ins Team. Taktisch bedeutete dies die Rückkehr zur Viererkette, in der Clara Schöne und Sara Puntigam die Innenverteidigung bildeten und an den Seiten von Giulia Gwinn rechts und Jobina Lahr links unterstützt wurden. Davor spielten Selina Wagner und Cinzia Zehnder in ihrem letzten Spiel für den Sport-Club gemeinsam auf der Doppelsechs. In der Offensive sollten Carolin Simon, Lina Magull, Sandra Starke und Lena Petermann Akzente setzen.

 

In der ersten Halbzeit kam der Sport-Club dann allerdings über Ansätze nicht hinaus, was in erster Linie am dominanten Auftritt der Gäste lag, die sehr ballsicher agierten und den Gastgeberinnen nur wenig Platz ließen. Während man dem VfL anmerkte, dass er gewillt war, den entscheidenden letzten Schritt zur Meisterschaft zu gehen, machte der Sport-Club zu viele Fehler und es dem VfL damit leicht, zu Torchancen zu kommen. Eine erste Gelegenheit bot sich Noelle Maritz nach fünf Minuten, ihren Abschluss parierte Laura Benkarth allerdings sicher. Chancenlos wäre die SC-Kapitänin wohl nach einer Viertelstunde gewesen, als Pernille Harder Sarah Puntigam den Ball klaut, sich auf den Weg Richtung Freiburger Strafraum machte und aus 16 Metern über das Tor schoss (16.). Der VfL blieb am Drücker und hatte durch Ewa Pajor die nächste gute Gelegenheit. Nach einiger Verwirrung wurde der Ball schließlich zur Ecke geklärt (25.). Diese brachte Caroline Hansen dann nach innen, wo Sara Gunnarsdottir wuchtig gegen die Latte köpfte. Von dort prallte der Ball auf die Linie und konnte schließlich aus dem Strafraum befördert werden (26.).

 

Anschließend traute sich auch der Sport-Club mal nach vorne, Sandra Starkes Querpass fing Babett Peter jedoch ab, bevor es gefährlich werden konnte. Dann war es wieder Gunnarsdottir, die es versuchte und aus der Distanz drüber schoss (29.). Die beste Möglichkeit zur Wolfsburger Führung vereitelte wenig später Laura Benkarth, die gegen Carolin Hansen im 1-gegen-1 ruhig blieb und stark parierte. Die letzte Wolfsburger Gelegenheit vergab dann Ewa Pajor, deren Abschluss Laura Benkarth sicher aufnahm (43.)



Zur Halbzeit reagierte Jens Scheuer auf den wenig zufriedenstellenden Auftritt seines Teams und brachte Hasret Kayikci für Lena Petermann ins Spiel. Der Sport-Club kam deutlich aggressiver aus der Kabine, spielte nun munter mit und kam durch Carolin Simon zu einem ersten Abschluss. Der Schuss der Nationalspielerin aus gut 18 Metern landete in den Armen von Almuth Schult im VfL-Tor. Es sollte der Auftakt zur stärksten Phase der Gastgeberinnen sein. Im Mittelpunkt stand dabei Simon, die den Spielverlauf nach 57 Minuten auf den Kopf stellte. Und wie! Nach einem Fehlpass von Isabell Kerschowski kam Simon vor Nilla Fischer an den Ball, blickte kurz auf und setzte das Leder dann aus gut und gerne 40 Metern sehenswert über die weit vor ihrem Tor stehende Almuth Schult in die Maschen – 1:0 (57.). Der VfL antwortete über Lara Dickenmann, die Laura Benkarth zunächst aus spitzem Winkel nicht überwinden konnte (60.) und dann von der Strafraumgrenze knapp drüber schoss (61.). Es folgte der zweite große Auftritt von Carolin Simon. Über Lina Magull und Sandra Starke landete der Ball auf der linken Seite bei der 25-jährigen, die mit links abzog und den Ball erneut an der chancenlosen Schult vorbei im langen Eck unterbrachte – 2:0 (66.). Der Sport-Club führte plötzlich mit zwei Toren, Wolfsburg fand keine richtige Antwort. Vermutlich spielte bei den Gästen dabei auch der Spielstand beim Parallelspiel in Potsdam eine Rolle, wo die Gastgeberinnen bereits zur Halbzeit mit 0:3 zurücklagen. Entscheidend war aber auch die klare Leistungssteigerung des Sport-Club in der zweiten Halbzeit.

 

Und die Scheuer-Elf machte auch nach dem 2:0 weiter. Lina Magull hätte dabei nach 72 Minuten beinahe Carolin Simons erstes Tor kopiert, als sie aus 45 Metern abzog. Diesmal eilte Schult aber rechtzeitig zurück und konnte den Ball mit einem Hechtsprung zur Ecke klären. Zwölf Minuten vor dem Ende brachte Jens Scheuer dann Juliane Maier ins Spiel. Für die 30-jährige sollte es der letzte Einsatz nach elf Jahren und über 200 Pflichtspielen für den Sport-Club sein. Entsprechend lautstark wurde sie von den 1008 Zuschauern begrüßt. Bereits vor dem Spiel hatte Maier gemeinsam mit Laura Giuliani, Selina Wagner und Cinzia Zehnder im Mittelpunkt gestanden, als sie von SC-Abteilungsleiterin Birgit Bauer und Präsident Fritz Keller verabschiedet wurden. Auf dem Rasen erlebte Maier dann eine ruhige Schlussphase, in der Tessa Wullaert für die Wölfinnen mit einem direkten Freistoß den Anschlusstreffer verpasste (82.). Kurz vor dem Ende der Partie prüfte Cinzia Zehnder noch einmal Almuth Schult im VfL-Tor (88.). Nach zwei Minuten Nachspielzeit pfiff Schiedsrichterin Nadine Westerhoff ab und die Feierlichkeiten nahmen ihren Lauf.

 

Einen Spieltag vor Schluss baut der Sport-Club mit dem 13. Saisonsieg sein Punktekonto auf 44 Zähler aus und sichert den vierten Platz. Zum Saisonabschluss reist die Scheuer-Elf am kommenden Sonntag, 21. Mai (14 Uhr) zu Bayer 04 Leverkusen.

 

Stimmen zum Spiel:

Jens Scheuer (Trainer SC Freiburg): „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht verstanden, unser Spiel auf den Platz zu bringen. Das lag aber natürlich auch an einem starken VfL Wolfsburg, der uns zu Fehlern gezwungen hat und der jetzt zu Recht Deutscher Meister ist. Im zweiten Durchgang haben wir uns dann viel mehr zugetraut, haben mutig gespielt und sind auch mal ins Risiko gegangen. Das beste Beispiel dafür ist sicher das erste Tor von Carolin Simon.“

 

Ralf Kellermann (Trainer VfL Wolfsburg): „Wir haben heute insgesamt kein gutes Spiel gemacht, obwohl wir in der ersten Halbzeit klar überlegen waren. Da haben wir es versäumt, in Führung zu gehen. Nach der Pause haben dann ein paar Prozent gefehlt, Freiburg hat es aber auch stark verteidigt. Wir hätten gerne gewonnen, gratulieren so aber Freiburg zum Sieg.“

 

Juliane Maier: „Es war ein schöner Abschluss mit dem Sieg gegen den Meister. Ich werde ganz viele schöner Erinnerungen und Freundschaften mitnehmen, die hoffentlich noch lange währen. Ich werde immer wieder gerne hier vorbeischauen.“

 

Carolin Simon: „Ich freue mich in erster Linie, dass wir gewonnen haben. Dass ich selbst getroffen habe ist sicherlich eine Überraschung, so oft kommt es ja nicht vor. In der ersten Halbzeit haben wir uns ein wenig beeindrucken lassen und die Bälle zu schnell hergegeben. Im zweiten Durchgang haben wir den Ball dann besser laufen gelassen und gezeigt, dass wir auch gegen einen so starken Gegner wie den VfL unseren Fußball spielen können.“

 

Felix Scharte