Sport-Club verliert gegen RB Leipzig

Mit 1:4 (1:0) hat der SC Freiburg das Duell bei RB Leipzig verloren. Nach der Führung durch Florian Niederlechner (23.) drehte der Vizemeister die Partie in den zweiten 45 Minuten mit Toren von Timo Werner (48., 71.), Willi Orban (55.) und Bruma (78.). „Die erste Halbzeit war gut und dann kriegen wir zu schnell die Tore", resümierte Christian Streich. „Danach hatten wir gegen Leipzig keine Chance mehr."

 

Der Flieger mit der Mannschaft des SC Freiburg an Bord hatte am Samstagnachmittag erfolgreich Kurs auf Leipzig genommen. Tags darauf hieß es für die SC-Profis, die Sachsen auf dem Rasen ebenfalls richtig auszuloten. „Wir kämpfen mit unserer Qualität und mit Mut gegen die Qualität der Leipziger", hatte Streich im Vorfeld des zweiten Spieltages gesagt.

Startelf-Premiere für Terrazzino

Bis auf Marco Terrazzino, der in der Offensive für Tim Kleindienst in die Startelf rückte und erstmals seit seiner Rückkehr von Beginn an auf dem Feld stand, schickte das Trainerteam des Sport-Club die gleichen Spieler wie auch beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt ins Rennen - und die präsentierten sich in ihren grau-lilafarbenen Ausweichtrikots gleich hochmotiviert. 

Zwar verbuchte Leipzig nicht nur die erste Großchance des Nachmittags für sich - Timo Werner verpasste in der 4. Minute nur knapp das rechte Kreuzeck -, sondern fand auch sonst den Weg in den Freiburger Strafraum in zuverlässiger Regelmäßigkeit (9., 12., 21.). Doch die Gäste aus dem Breisgau ließen sich nicht einmal von einem Zweikampf zwischen Freiburgs Marc Oliver Kempf und Jean-Kévin Augustin beeindrucken, für den die Leipziger einen Strafstoß forderten.

Niederlechner mit der SC-Führung

Vielmehr erspielten sich die engagierten SC-Akteure ihrerseits sehenswerte Chancen zur Führung. So traf etwa Florian Niederlechner (6.) zunächst das Außennetz und Teamkollege Christian Günter (8.) scheiterte mit einer Flanke knapp an RB-Torhüter Peter Gulacsi. Mehr Glück im Abschluss hatte der Sport-Club nach rund 20 Minuten mit einem Spielzug aus dem Fußballlehrbuch: Auf der linken Seite schob Terrazzino den Ball mit der Hacke durch zu Janik Haberer, der den Pass sogleich retour bekam und erneut Haberer anpeilte. Der aber ließ den Ball diesmal durch auf Niederlechner (23.), der kaltschnäuzig abzog und auf 1:0 für den SC stellte.

In der Folge war die Verteidigung weiter auf beiden Seiten gefordert: Augustin (31.) hatte ebenso den Ausgleich vor Augen wie Emil Forsberg (37.), dessen Abschluss Kempf mit einer Grätsche entschärfte, oder Marcel Sabitzer (45.+1), der im souveränen SC-Keeper seinen Meister fand. Somit verabschiedeten sich die Freiburger mit dem Vorsprung in die Pause.

Leipzig dreht die Partie

Im zweiten Durchgang erhöhten die Hausherren nochmals Tempo, Intensität und außerdem die Effektivität, während die Freiburger dem hohen Aufwand aus Hälfte eins zunehmend Tribut zollen mussten. Einen Leipziger Angriff in Minute 48 konnte Schwolow noch zur Ecke klären, der von Forsberg ausgeführte Standard fand über Umwege allerdings Werner, der einnickte. Aus dem Spiel heraus war es wenig später Willi Orban (55.), der für das 1:2 aus Freiburger Sicht sorgte und die Partie binnen sieben Minuten drehte. Zu allem Überfluss musste in dieser Phase SC-Torschütze Niederlechner auch noch angeschlagen vom Feld. Für ihn kam Onur Bulut.

Unterdessen begnügten sich die Leipziger mit dem Spielstand nicht, sondern ließen ihre individuelle Stärke gleich doppelt aufblitzen: Erst netzte erneut Werner (71.) nach Vorarbeit von Augustin hinter Schwolow ein, danach brachte Bruma (78.) den Ball nach einer Drehung und einem Sonntagsschuss unhaltbar im SC-Tor unter. Damit nicht genug der negativen Ereignisse: Nur eine Minute danach sah Freiburg-Profi Nicolas Höfler Gelb-Rot.

Dortmund nach der Länderspielpause zu Gast

Nach rund 90 Minuten war das 1:4 besiegelt und der Mannschaft des Sport-Club der Frust und die Enttäuschung über das Ergebnis natürlich deutlich anzusehen. „Bei der Qualität von Leipzig kannst du den Jungs keinen Vorwurf machen", sagte Christian Streich. Der Champions-League-Teilnehmer sei „nicht unser Maßstab. Wir werden jetzt zur Ruhe kommen und danach das Spiel analysieren."

Nach der nun anstehenden Länderspielpause empfängt der SC am 09. September Borussia Dortmund im heimischen Schwarzwald-Stadion.

Sina Ojo