Sport-Club verliert 0:4 in Leipzig

Nicht gefährlich genug für starke Sachsen

Der SC Freiburg hat am Ostersamstag das Auswärtsspiel bei RB Leipzig mit 0:4 (0:2) verloren. Yussuf Poulsen (36.) und Timo Werner (42.) sorgten für den Pausenstand, Naby Keita (51.) und Diego Demme (90.) trafen im zweiten Durchgang für den starken Tabellenzweiten. Der Sport-Club steht dennoch weiter auf dem sechsten Platz.

Das Suchen gehört zum Osterwochenende dazu. Für das Trainerteam des Sport-Club galt es vor dem zweiten Bundesliga-Vergleich der beiden Aufsteiger und Überraschungsteams dieser Saison zunächst auch, neben der passenden taktischen Ausrichtung wieder eine neue personelle Formation zu finden.

 

Wieder mit Guédé in der Anfangsformation

 

Außer Maximilian Philipp (Muskelfaserriss) musste in der Auswärtspartie in Sachsen auch der im letzten Heimspiel gegen Mainz 05 am Innenband verletzte Vincenzo Grifo in der Offensive ersetzt werden. Dazu fehlten die Innenverteidiger Marc Torrejón und Manuel Gulde. Für Grifo rückte Karim Guédé ins Team und neben Florian Niederlechner in den Angriff. Es war die einzige Veränderung in der Startelf, in welcher Janik Haberer und Mike Frantz die offensiven Außenpositionen im Mittelfeld besetzten. Defensiv agierte der Sport-Club erneut mit einer Viererkette.

 

„Wir wollen in Leipzig bestehen und es besser als im Hinspiel machen", hatte Trainer Christian Streich angesichts des 1:4 im Schwarzwald-Stadion im vergangenen November gesagt. Ein Novum in der Bundesligageschichte war vor dem Anpfiff, dass mit dem Zweiten RB Leipzig und dem SC als Sechsten zum 29. Spieltag zwei Aufsteiger unter den ersten Sechs in der Tabelle standen. Den Vorsatz, gegen den Champions-League-Anwärter besser dagegen zu halten, setzte der Sport-Club zunächst insofern um, als man anders wie im Hinspiel über eine halbe Stunde lang ein Gegentor vermeiden konnte. In der Schlussphase des ersten Durchgangs trafen die Gastgeber dann aber dennoch zweimal.

 

Leipziger Pausenführung durch Poulsen und Werner

 

RB Leipzig, das defensiv mit einer Dreierreihe und wieder mit dem dänischen Angreifer Yussuf Poulsen begann, startete schwungvoll, erarbeitete sich schnell eine deutliche Spielkontrolle und kam zu ersten Möglichkeiten. Emil Forsberg (6.) mit einem noch abgefälschten Schuss, und Poulsen (9.), der an Alexander Schwolow scheiterte, nutzten diese jedoch noch nicht. Nach einer Viertelstunde war es erneut Poulsen, der eine Hereingabe von Timo Werner knapp verpasste. Der SC versuchte kompakt zu verteidigen, was zunächst noch weitgehend gelang. Eigene Möglichkeiten zur Führung blieben gegen die das Spiel weiterhin bestimmenden Gastgeber aber selten. Die beste bot sich Mike Frantz (25.) nach einem weiten Freistoß aus der eigenen Hälfte. Frantz nahm den Ball im Strafraum mit der Brust an, scheiterte beim Abschluss aber am herausgekommenen Torwart Peter Gulacsi.

 

Als der RB-Keeper wenig später flach nach vorne abwehrte, traf Florian Niederlechner den Ball beim Schussversuch aus guter Position nicht richtig. Die zweite gute Chance war auch die letzte Möglichkeit für den SC bis zur Pause. Anders verhielt es sich auf Seiten der Sachsen. Nach einem Freistoß von Forsberg in den Strafraum - Schiedsrichter Manuel Gräfe hätte zuvor allerdings nicht zwingend auf Handspiel von Julian Schuster entscheiden müssen - gewann Poulsen (36.) das Kopfballduell mit Çağlar Söyüncü und traf zur Führung in die lange Ecke. Ein SC-Einwurf in der eigenen Hälfte ging einige Minuten später dem zweiten Treffer für Leipzig voraus. Naby Keita köpfte den Ball zu Poulsen, der passte steil in den Lauf von Werner (42.) und der Nationalspieler erhöhte mit einem Flachschuss noch vor der Pause für RasenBallsport.

 

Keita erhöht, Demme trifft in der Schlussminute

 

Damit sah sich der Sport-Club letztlich wie im Hinspiel mit einem ernüchternden Halbzeitrückstand konfrontiert. Mit Nils Petersen für Karim Guédé und dem wieder genesenen Nicolas Höfler anstelle von Julian Schuster, der an seinem 32. Geburtstag zur Pause vom Feld ging, kamen beim SC zwei frische Kräfte. Die Gäste versuchten dazu, mutiger zu beginnen und kamen durch einen Schuss von Lukas Kübler zu einer weiteren Möglichkeit. Aber auch in der zweiten Hälfte zeigten sich die Leipziger effektiver im Abschluss und hatten die Bemühungen des Sport-Club, in diesem Spiel noch einmal zurückzukommen, mit dem dritten Tor schnell wieder ausgebremst. Nach einem Doppelpass der Gastgeber und einer unglücklichen Abwehr von Marc Oliver Kempf vor die Füße von Keita (51.), traf der Mittelfeldspieler aus Guinea mit einem kompromisslosen Schuss in den rechten Winkel.

 

„Leipzig hat enorme Qualität und die haben sie auch heute gezeigt", sagte Florian Niederlechner nach der Partie. Erst Mitte des zweiten Durchgangs nahmen sich die Gastgeber phasenweise ein Stück weit zurück. Der SC hatte nun mehr Ballbesitzzeiten, versuchte mit Ordnung und Struktur weiterzuspielen und noch zu einer Ergebnisverbesserung zu kommen. Nils Petersen (79.) überwand Gulacsi auf Vorlage von Niederlechner zwar einmal, stand dabei aber einen Tick im Abseits. Auch Pascal Stenzel kam nach seiner langen Verletzungspause in der Schlussphase erstmals wieder zum Einsatz und noch zu einer Freistoßchance. Die letzte Möglichkeit der Begegnung besaßen aber die Gastgeber. Diego Demme (90.) nutzte diese nach einer Flanke von Dominik Kaiser in der Schlussminute mit einem Kopfball zum Endstand.

 

Trotz Osterniederlage weiter Tabellensechster

 

„Wir wollten eigentlich die Null ganz lange halten, auf jeden Fall bis zur Halbzeit, aber dann bekommen wir zwei blöde Gegentore", so Florian Niederlechner bei der weiteren Analyse der zweiten Saisonniederlage gegen RB Leipzig, das sein viertes Spiel in Folge gewann. „Aber wir haben auch gewusst, was für eine schwere Aufgabe es wird", betonte der SC-Stürmer. „Gegen diesen Gegner kann man nur an einem sehr guten Tag erfolgreich sein, den haben wir heute nicht erwischt."

 

Dafür hat es der Sport-Club trotz der Niederlage geschafft, den sechsten Tabellenplatz auch am 29. Spieltag zu verteidigen. Am Sonntag in einer Woche (23. April, 15.30 Uhr) ist zum nächsten Heimspiel Bayer 04 Leverkusen im Schwarzwald-Stadion zu Gast. Vielleicht gibt es dann auch wieder Zuwachs im SC-Punktenest.

 

Dirk Rohde