Sport-Club spielt 1:1 beim FC Augsburg

Wieder etwas mit heimgenommen

In einer kampfbetonten Partie hat der SC Freiburg am 25. Bundesliga-Spieltag beim FC Augsburg 1:1 (1:1) einen weiteren Auswärtszähler geholt. Nach einem Foul an Mike Frantz verwandelte Florian Niederlechner den fälligen Foulelfmeter (30.) zur Führung. Konstantinos Stafylidis glich per Kopfball für die Fuggerstädter aus (38.).

Ein geflügeltes Wort von Fußball-Trainern vor einer neuen Aufgabe lautet: „Das wird wieder ein ganz anderes Spiel." Was einerseits in der Natur der Sache liegt, andererseits immer mit unterschiedlichen Herangehensweisen der jeweiligen Kontrahenten zu tun hat.

 

Keine Veränderungen in der Anfangsformation

 

Nach der taktischen Variabilität des letzten Heimgegners TSG Hoffenheim hatte SC-Trainer Christian Streich vor dem Auswärtsspiel in der Fuggerstadt vor allem die grundsätzliche Wucht und dazu die Aggressivität in den Zweikämpfen als Stärken der Augsburger hervorgehoben und betont: „Wir müssen gewappnet sein, aber auch klar und unbeeindruckt spielen." Trotzdem standen auch vor dem Anpfiff in der WWK-Arena zunächst wieder taktische Schachzüge im Vordergrund. Der Augsburger Trainer Manuel Baum ließ seine Mannschaft, anders als zuletzt, mit einer defensiven Dreier-, beziehungsweise Fünferkette beginnen. Auch der Sport-Club startete erneut in dieser Ausrichtung und dabei mit der identischen Anfangsformation wie vor einer Woche.

 

Bei den Gastgebern fehlte neben dem verletzten Kapitän Paul Verhaegh auch der frühere Freiburger Jonathan Schmid, und die Begegnung verlief zunächst höhepunktarm. Beide Teams verteidigten hoch und hielten den Gegner weitgehend vom eigenen Strafraum weg. Die Augsburger hatten dennoch mehr Spielanteile, aber der Sport-Club verteidigte stabil und ließ sich nicht herauslocken. Mehr als die Hälfte des ersten Durchgangs der konzentriert und zunehmend kampfbetont geführten Partie verstrich ohne einen nennenswerten Abschluss. Was sich prompt änderte, als Jeffrey Gouweleeuw (26.) für die Gastgeber der erste gefährliche gelang. Der niederländische Verteidiger traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus die Querlatte. Nur wenig später landete der nächste Augsburger Versuch von Dong-Won Ji am Außennetz.

 

Führung durch Niederlechner, Stafylidis gleicht aus

 

Trotzdem jubelten zwei Minuten später die Freiburger über den Führungstreffer. Nach einem schönen Steilpass von Janik Haberer auf Mike Frantz stoppte Torwart Marwin Hitz den Freiburger auf Höhe des Elfmeterpunktes mit einem Foul. Der Pfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann ertönte prompt. Nach Maximilian Philipp am letzten Spieltag trat diesmal Florian Niederlechner (30.) zur Ausführung an und verwandelte sicher. Es war das achte Saisontor für den Stürmer. Die Begegnung hatte inzwischen deutlich an Intensität zugenommen. Martin Hinteregger (31.) verpasste die erste gute Möglichkeit zum Ausgleich für Augsburg. Fünf Minuten später musste Nicolas Höfler mit einer Knieverletzung das Feld verlassen, Amir Abrashi übernahm seine Position im zentralen Mittelfeld.

 

Wiederum nur kurz darauf sorgte Konstantinos Stafylidis (38.) für das Ausgleichstor und den Pausenstand. Nach einer Flanke von Georg Teigl hatte Lukas Kübler dem Griechen zuviel Freiraum gelassen und der Verteidiger traf mit einem Kopfball, gegen den Alexander Schwolow machtlos war. Dafür klärte der SC-Torwart in der aufgrund mehrerer Verletzungsunterbrechungen vierminütigen Nachspielzeit des ersten Durchgangs noch einmal gegen den aus spitzem Winkel zum Schuss gekommenen Hinteregger. Mit Alexander Ignjovski anstelle von Kübler kehrte der Sport-Club aus der Kabine zurück. Auch die Anfangsphase der zweiten Halbzeit war weiterhin zweikampfbetont. Die Gastgeber hatten zunächst mehr Spielanteile und versuchten es häufig mit langen Bällen, doch der SC zeigte eine verlässliche Defensivarbeit.

 

Mehr Kontrolle, aber nur noch wenige klare Chancen

 

Dazu vermochten es die Gäste zusehends, das Spiel zu beruhigen und unter Kontrolle zu bringen. Klare Torchancen blieben in der zweiten Hälfte jedoch fast so rar, wie in der Anfangsphase der Begegnung. Stafylidis versuchte es nach einer knappen Stunde mit einem Distanzschuss. Ebenso wie Philipp (61.), dessen flachen Versuch Hitz parierte. Fünf Torschüsse waren bis zum Anbruch der Schlussviertelstunde in der Spielstatistik des zweiten Durchgangs notiert. Nur der von Philipp war auch einer auf das Tor gewesen. Und ein weiterer sollte bis zum Schlusspfiff nicht mehr hinzukommen. Die beste Möglichkeit für Augsburg nach der Pause bot sich dem eingewechselten Moritz Leitner (80.) mit einem Kopfball am langen Eck vorbei.

 

Längst waren es aber die Gäste, die nun spielerisch reifer auftraten und gleichzeitig mit Ruhe und Konsequenz verteidigten. Dabei suchte der SC auch den Weg vor das Augsburger Tor - allerdings zu selten mit der nötigen Konsequenz und nicht mit dem letzten Risiko, das auch der Tabellenvierzehnte nicht mehr in die Waagschale werfen wollte. Ein geblockter Schuss von Niederlechner (81.), der mit Nils Petersen diesmal erst in den letzten Minuten einen neuen Angriffspartner an die Seite gestellt bekam, war der letzte Freiburger Abschlussversuch, während die Gastgeber ihren bereits präsentiert hatten.

 

Mit erneutem Auswärtspunkt in die Länderspielpause

 

„Es war sehr umkämpft, gerade in der ersten Halbzeit, in der es viele Unterbrechungen und wenig Spielfluss gab", sagte Kapitän Julian Schuster nach der Partie. „Von daher war es kein schönes Spiel." Christian Streich hatte in der ersten Halbzeit „überlegene und in den Zweikämpfen bessere" Gastgeber gesehen. „In der zweiten Hälfte hatten wir mehr Räume und haben besser gespielt, aber nicht gut genug." Womit der Coach als Bezugspunkt zum einen die eigenen Ansprüche gemeint haben dürfte. Vielleicht aber auch den erneut verpassten ersten Sieg in der Bundesliga beim FC Augsburg.

 

Trotzdem nahm der Sport-Club nach dem dritten ungeschlagenen Spiel in Folge am Ende einen weiteren Auswärtszähler und den insgesamt 35. Saisonpunkt aus der Fuggerstadt mit auf die Heimreise. Am Ende, so Christian Streich, „sind wir damit zufrieden - weil wir nicht besser gespielt haben." Weitere Einschätzungen zum Spiel und zur aktuellen Saison wird der SC-Trainer am späteren Abend als Gast im ZDF-Sportstudio (ab 23 Uhr) abgeben.

 

Ansonsten folgt auf den 13. Auswärtspunkt des SC Freiburg in der 13. Auswärtspartie jetzt ein bundesligafreies Wochenende und die einzige Länderspielpause der Rückrunde. Dafür geht es danach nicht nur mit dem nächsten Heimspiel gegen den SV Werder Bremen (Samstag, 1. April, 15.30 Uhr) weiter, sondern gleich mit einer Englischen Woche. Und mit drei Spielen, die wieder jedes für sich ganz anders als die beiden anderen sein werden. Aber gerne ähnlich erfolgreich, wie die letzten drei.

 

Dirk Rohde