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Mit Heimsieg gegen Augsburg zum Klassenerhalt

Gemeinsam zum verdienten Happy End

Der SC Freiburg hat sich am letzten Spieltag dieser Saison den erneuten Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert. Der Sport-Club gewann im ausverkauften Schwarzwald-Stadion gegen den FC Augsburg mit 2:0 (0:0). Nicolas Höfler (49.) und Tim Kleindienst (65.) sorgten für den Dreier, mit dem der SC die Spielzeit auf dem 15. Tabellenplatz beendete. Zweiter Absteiger ist der Hamburger SV, der VfL Wolfsburg spielt in der Relegation.

 

Wenn man vorher nicht weiß, ob es gut ausgeht, muss man manchmal improvisieren. Die Bühne für die Feier zum Klassenerhalt war heute der Rasen. Dort wo die SC-Profis sowieso an allen 34 Spieltagen die Hauptakteure sind, gab es nach dem Schlusspfiff – wie auf den Rängen – erst kein Halten mehr und dann die T-Shirts zum feierlichen Anlass. „SChaffer. Mir sin noch debii", steht auf den schwarzen Shirts, die ein weiteres Jahr des SC Freiburg in der Ersten Bundesliga einläuten. Und ein am letzten Spieltag erfolgreich zu Ende gegangenes würdigen.

 

SC startet mit Haberer ins letzte Spiel

 

Dass das Zusammenspiel zwischen den Anhängern und der Mannschaft schon in den vorangegangenen 90 Minuten prima funktioniert hatte, würdigte nach der Partie zunächst die Mannschaft mit einem Banner, auf dem stand: Gemeinsam geschSCafft. Danke!" Auch Trainer Christian Streich erklärte später: „Es war heute wirklich noch einmal so wie gegen Köln. Durch die extreme Unterstützung unserer Zuschauer hatten wir einen zwölften Mann." In einem Saisonfinale, in dem der Sport-Club mit dem zweiten Heimsieg in Folge und am Ende 36 Punkten aus eigener Kraft den Klassenerhalt sicherte.

 

Der SC war gegenüber dem Spiel in Mönchengladbach mit einer personellen Veränderung in die Partie gestartet. Es war jedoch nicht wie erwartet Innenverteidiger Çağlar Söyüncü, der in die Startelf zurückkehrte, sondern Janik Haberer. Stattdessen saß Kapitän Julian Schuster zunächst auf der Bank. Haberer spielte zusammen mit Nicolas Höfler im zentralen Mittelfeld.

 

Mit mehreren Dutzend rot-weißen Schwenkfahnen, Luftschlangen und dem letzten Saisonchoreografie-Appell „Come on you boys in Red", wurde der Sport-Club zur Partie gegen die Augsburger von der Nordtribüne empfangen. Die Fuggerstädter, bei denen neben dem gesperrten Philipp Max auch der verletzte Michael Gregoritsch fehlte, hatten sich bereits vor drei Spieltagen vorzeitig und zum siebten Mal in Folge den Verbleib in der Bundesliga gesichert. Für das selbe Ziel hatte sich Christian Streich von seiner Mannschaft einen ähnlich couragierten und überzeugenden Auftritt wie im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Köln gewünscht.

 

Erster Durchgang bleibt noch ohne Tore

 

Der Sport-Club war in der ersten Halbzeit auch das aktivere und insgesamt spielbestimmende Team. Die Gäste verteidigten allerdings mit einer defensiven Dreier-, beziehungsweise Fünferkette kompakt und verengten die Räume in der eigenen Hälfte wirkungsvoll. Auch die erste Möglichkeit der Partie erspielten sich die Augsburger. Nach einem Angriff über die rechte Seite und den früheren Freiburger Jonathan Schmid, lenkte Torwart Alexander Scholow (10.) einen Schrägschuss von Alfred Finnbogason noch zur Ecke. Der SC kontrollierte das Spiel, es dauerte jedoch, bis sich auch die Gastgeber erste Möglichkeiten erarbeiteten. Nach einer Hereingabe von Nils Petersen klärte ein Verteidiger noch vor Tim Kleindienst. Ein Kopfball von Höfler nach einem Freistoß ging über das Tor.

 

Nach einer guten halben Stunde folgte die nächste Gelegenheit. Eine Flanke von Mike Frantz, der wieder im rechten Mittelfeld spielte, wurde aber noch vor Kleindienst abgewehrt, der zweite Versuch von Nils Petersen landete neben dem Tor (35.). Eine Aktion, die immerhin die von Beginn an lautstark mitfiebernden Fans im Schwarzwald-Stadion von den Sitzen riss. „Steht auf, für den SCF", schallte es durch die Arena und es wirkte für den Moment, als wollten die Zuschauer den Ball selbst zur Führung ins Tor klatschen. Diese vereitelte schließlich vorerst FCA-Torwart Andreas Luthe. Nach einer Freiburger Freistoßvariante und einer Hereingabe von Marc Oliver Kempf lenkte der Keeper einen Kopfballaufsetzer von Manuel Gulde (39.) noch reaktionsschnell über die Latte.

 

Höfler und Kleindienst treffen nach der Pause

 

Das Remis zur Pause hätte bereits gereicht, um den 15. Tabellenplatz zu verteidigen. Aber der Sport-Club wollte die Wahrscheinlichkeit selbst weiter erhöhen und sorgte mit dem Führungstreffer wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff für den nächsten Jubelsturm im Stadion. Petersen hatte an der Ecke des Fünfmeterraums zunächst über den Ball getreten, behauptete diesen jedoch gegen drei Augsburger und spielte ihn hinaus auf die rechte Seite zu Haberer. In dessen Hereingabe rutschte Höfler (49.) und traf mit einem direkten Linksschuss aus rund 10 Metern. Der SC spielte auch nach dem beruhigenden wie verdienten Vorsprung konzentriert und mit Leidenschaft weiter. Die Gäste versuchten es zwar auch immer wieder mit dem ein oder anderen Vorstoß, doch der Sport-Club hielt konsequent dagegen und verteidigte kompromisslos.

 

Die klareren Möglichkeiten erspielte sich auch nach der Führung der SC. Nach einem schönen Zusammenspiel zwischen Petersen und Terrazzino klärte Luthe. Im Anschluss an einen Eckball verpasste Gulde (61.) mit dem Hinterkopf nur um Zentimeter den zweiten Treffer. Diesen steuerte wenig später Tim Kleindienst (65.) mit seinem zweiten Saisontor bei. Nach einem langen und noch von Sergio Córdova unfreiwillig verlängerten Ball lief der SC-Stürmer allein auf Luthe zu und schloss mit einem abgeklärten Flachschuss durch die Beine des Keepers ab. „Nie mehr Zweite Liga, nie mehr, nie mehr ..." lautete die Antwort von den Rängen und der SC unterstrich dies noch einmal durch entschlossene Angriffe.

 

"Extreme Saison" wird ausgelassen gefeiert

 

Kleindienst (72.) verpasste mit einem Flachschuss seinen zweiten Treffer nur knapp. Ein Kopfball von Kempf strich ebenfalls am Tor vorbei. Nachdem bereits Pascal Stenzel für Frantz und Robin Koch für Nils Petersen, den zweitbesten Bundesliga-Torschützen in dieser Saison, in die Partie gekommen war, half in den letzten Minuten auch Çağlar Söyüncü noch einmal mit, das Ergebnis bis zum Schluss zu verteidigen. Fast pünktlich auf die Sekunde pfiff Schiedsrichter Bastian Dankert dann die Begegnung ab und gab damit den Startschuss für die anschließenden Feierlichkeiten auf dem Rasen und auf dem Zaun vor der Nordtribüne, den diesmal die gesamte Mannschaft im Kollektiv erklomm.

 

„Es war eine sehr ausgeglichene erste Halbzeit, es war warm und viel Druck da", sagte Christian Streich nach der ersten Feierrunde im Stadion auf der Bühne des Pressekonferenzraums. „Wir haben gut verteidigt, entscheidend war sicher das 1:0. Und wir waren diesmal sehr effektiv, obwohl wir nicht so viele Chancen hatten", so der Trainer. „Die Mannschaft ist extrem gut mit dem Druck umgegangen, wie auch schon gegen Köln. Es war eine extreme Saison mit vielen Niederschlägen, aber die Mannschaft hat den Kopf immer oben behalten. Deshalb bin ich sehr froh und glücklich, dass wir heute den Klassenerhalt geschafft haben."

 

Draußen im Stadion waren zuvor mit Gaetan Bussmann, Bartosz Kapustka, Georg Niedermeier, Patric Klandt, Marc Oliver Kempf, Karim Guédé und Julian Schuster die Spieler verabschiedet worden, die in der kommenden Saison nicht mehr für den Sport-Club spielen und jubeln werden. Wobei der Freiburger Kapitän, der in den vergangenen zehn Jahren 219 Punktspiele für den SC bestrittten hat, dem Verein in anderer Funktion erhalten bleibt. An diesem Tag wurde deshalb zunächst er und anschließend weiter gemeinsam gefeiert.

 

Dirk Rohde