Sonntagsspiel gegen Bayer Leverkusen

Griffig und mit ganzem Engagement

Zum drittletzten Heimspiel in dieser Saison erwartet der SC Freiburg im Schwarzwald-Stadion am Sonntag (15.30 Uhr, live bei Sky und im SC-Live-Ticker auf scfreiburg.com) Bayer 04 Leverkusen.

Worauf es beim Fußball im Wesentlichen auch ankommt, wird am Sonntag im Schwarzwald-Stadion schon vor dem Anpfiff zu sehen sein. Mit einer großen Choreografie werden der Füchsle- und der Jugendclub des SC Freiburg sowie Mitglieder von den Teens 04, dem Jugendclub von Bayer 04 Leverkusen, ein gemeinsames Zeichen für Fair Play und eine positive Fankultur setzen. Wie sich die Aktion auf der Osttribüne optisch darstellen wird, bleibt zunächst noch eine Überraschung. Unmittelbar nach der Auflösung geht es dann mit der Bundesligapartie gegen Bayer 04 Leverkusen spannend weiter.

Im Saison-Endspurt das Maximum als Ziel

 

Zwischen der kommenden und der letzten Begegnung des Sport-Club bei RB Leipzig boten zunächst die verbliebenen Ostertage und eine lange Trainingswoche Zeit, die 0:4-Niederlage in Sachsen am vergangenen Samstag aufzuarbeiten und abzuhaken. „Wir haben sehr intensiv trainiert und wollen gegen Leverkusen wieder ein gutes und ein leidenschaftliches Spiel zeigen", sagte Trainer Christian Streich am Freitag auf der Pressekonferenz zur bevorstehenden Partie. Es sei keine Frage, dass der letztjährige Mitaufsteiger auch den zweiten Saisonvergleich mit dem SC verdient für sich entscheiden habe. Trotzdem, so der SC-Trainer, „hat das Ergebnis genervt." Leipzig habe zwar das Spiel optisch über weite Strecken dominiert, sich aber dennoch nicht Torchance um Torchance erarbeitet.

 

Vielmehr habe man selbst „zu einfache Tore zugelassen" und sei dem Gegner „nicht giftig und nicht griffig genug" entgegengetreten. Was angesichts der Qualität der Leipziger über 90 Minuten nötig gewesen wäre, denn für den Freiburger Trainer steht fest: „Sie werden am Ende zu den zwei besten Mannschaften der Bundesliga zählen." Auf der anderen Seite änderte die Niederlage nichts daran, dass der Sport-Club auch nach dem 29. Spieltag mit weiterhin 41 Punkten den sechsten Tabellenplatz verteidigte. „So ist die Situation momentan, wir stehen dort, mit ganz vielen Mannschaften, die sehr eng hinter uns liegen. Natürlich wollen wir punktemäßig das Maximale herausholen und am Ende so gut wie möglich abschneiden", erklärte Christian Streich vor den verbleibenden fünf Spieltagen.

 

Grifo, Philipp und Torrejón fehlen weiterhin

 

Dass die Verletzungsprobleme derzeit wieder etwas größer sind, kommentierte der Coach pragmatisch: „Es gibt ein paar Dinge, die uns momentan ein bisschen einschränken, was schade ist. Aber ich habe lieber zum jetzigen Zeitpunkt 41 Punkte und ein paar Ausfälle, als 31 Punkte und keine Verletzten." Was die Personalsituation betrifft, muss der Sport-Club gegen Leverkusen weiterhin auf Vincenzo Grifo verzichten, der sich im letzten Heimspiel gegen Mainz 05 einen Innenbandanriss im Knie zugezogen hatte. Und auch Maximilian Philipp, der sich nach seinem Muskelfaserriss im Aufbautraining befindet, sowie Marc Torrejón (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) fehlen am Sonntag weiterhin.

 

Auf der anderen Seite hat sich die Zahl der personellen Optionen für die Startelf wieder erhöht. Pascal Stenzel kam in Leipzig in der Schlussphase erstmals seit seiner Schultereckgelenksprengung im Januar gegen Bayern München wieder zum Einsatz. Drei Spiele hatte die Pause nach seiner Knieverletzung für Nicolas Höfler gedauert, der im letzten Spiel in der zweiten Hälfte auf den Platz zurückkehrte. Hinzu kommt Innenverteidiger Manuel Gulde, der nach muskulären Problemen am Anfang dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Jonas Föhrenbach absolvierte nach seiner Bänderverletzung am vergangenen Wochenende wieder einen Einsatz bei der Zweiten Mannschaft.

 

Richtige Lösungen gegen die Rheinländer finden

 

Grundsätzlich, sagte Christian Streich, böte dies auch die Möglichkeit, dem einen oder anderen wieder mehr Spielzeit als zuletzt zu geben. Priorität habe aber, gegen Leverkusen fußballerisch die richtigen Lösungen zu finden, „eine gute Leistung zu bringen und auch am Wochenende das Maximale herauszuholen." Zu den Überraschungsmomenten dieser Saison zählt sicherlich auch, dass der letztjährige Dritte und Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen nach 29 Spielen fünf Punkte hinter dem SC Freiburg steht. Bei der Werkself löste Anfang März Tayfun Korkut als Cheftrainer Roger Schmidt ab. Sechs Punkte holten die Leverkusener seitdem in den vergangenen sechs Bundesligaspielen. Zuletzt trennte sich Bayer am Ostersamstag zuhause 0:0 von Bayern München und stand auf dem zwölften Tabellenplatz.

 

Die an den eigenen Ansprüchen gemessen bislang durchwachsene Saison des Gegners ändere nichts daran, dass die Gäste mit ihren zahlreichen Nationalspielern und den schnellen Angreifern wie Karim Bellarabi, Chicharito, Julian Brandt und Kevin Volland über höchste individuelle Qualität verfügten. Neben ihren bekannten Stärken wie denen in der Offensive und im schnellen Umschaltspiel hätten die Rheinländer unter Tayfun Korkut auch defensiv wieder zu einer disziplinierteren Organisation gefunden. „Leverkusen kämpft darum, noch in den Europapokal zu kommen und die letzten fünf Spiele zu gewinnen. Das können sie auch schaffen", sagte Christan Streich. „Aber wir werden am Sonntag darum kämpfen, dass sie nur die letzten vier Spiele gewinnen können."

 

Bereits beim 1:1 im Hinspiel, in dem SC-Torwart Alexander Schwolow mit einem gehaltenen Elfmeter von Chicharito kurz vor Schluss den Auswärtspunkt endgültig sicherte, habe die Mannschaft eine enorme Energieleistung gezeigt. Ähnliches strebt der Sport-Club auch beim nächsten Vergleich an der Dreisam an. „Das Stadion wird wieder voll sein", betonte Christian Streich zwei Tage vor der Partie. „Ich erwarte von der Mannschaft eine sehr konzentrierte und sehr engagierte Leistung. Damit nicht nur wir, sondern auch unsere Zuschauer am Ende zufrieden nach Hause gehen können."

 

Dirk Rohde