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"Davon habe ich ein Leben lang geträumt"

 

Für den Sport-Club lief es zuletzt eher durchwachsen, für Freiburgs Offensivmann Vincenzo Grifo dafür umso besser  und das auf und neben dem Platz. Vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (ab 15.30 Uhr, live bei Sky und im Ticker auf scfreiburg.com, auf Twitter und in der Blindenreportage) gegen den 1. FSV Mainz 05 spricht der italienische Nationalspieler gut gelaunt im Interview der Woche.

 

scfreiburg.com: Vince, unser Italienisch ist nicht besonders gut, aber dem Anlass angemessen sagen wir mal Congratulazioni! Ist das korrekt?

 

Vincenzo Grifo: Ja.

 

Beim 4:0 mit Italiens A-Nationalmannschaft hast Du vorige Woche gegen Estland zwei Tore beigesteuert, es waren Deine Premierentreffer für die Azzurri. Kannst Du uns mal mit in Deine Gefühlswelt nehmen?

 

(lächelt) Es ist jetzt ein paar Tage her und die habe ich auch gebraucht, um das zu realisieren. Ich habe immer gesagt, dass es etwas Großes für mich ist, überhaupt für Italien nominiert zu werden. Von Anfang an zu spielen und die Hymne zu singen, ist etwas noch Größeres. Und für mein Land zwei Tore zu machen, das ist etwas Sensationelles. Ich habe mich natürlich riesig gefreut, das hat man mir angesehen.

 

Wie oft hast Du Dir einen Tag wie den 11.11.2020 als kleiner Junge auf dem Bolzplatz vorgestellt?

 

Sicherlich 10.000-mal. Davon habe ich mein ganzes Leben lang geträumt, auch schon in der Kindheit. Wenn dann der Tag wirklich kommt, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin sehr happy. 

 

Zuschauer waren ja coronabedingt nicht erlaubt, wo haben Deine Familie und Deine engsten Freunde das Spiel verfolgt?

 

Meine Familie zu Hause, meine Kumpels auch alle bei sich vor dem Fernseher. Um 20.45 Uhr waren sie alle schön auf der Couch und haben sich das Spiel gegönnt. Wahrscheinlich mit einer Chipspackung oder mit Gummibärle oder mit einer Tafel Schokolade. Und alle haben sich für mich gefreut. Mein WhatsApp- und mein Social-Media-Account sind vor Nachrichten ein bisschen übergequolllen. Ich wusste gar nicht mehr, wem ich zuerst antworten soll. Aber natürlich habe ich relativ bald meine Eltern, meine Brüder, meine Frau angerufen. 

 

Und Dein Trikot aus dem Spiel hast Du Dir gesichert?

 

Ja! Das habe ich gemacht und das wird natürlich auch aufgehangen.


Du bekommst das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Und vielleicht liegt das nicht nur an Deinem Einsatz für Italien. Auch privat hast Du gerade über Instagram ein süßes Geheimnis gelüftet…

 

Ja (schmunzelt). Meine Frau ist schwanger und wir erwarten unser erstes Kind. Wir sind sehr happy. Es ist nicht mehr so lange hin, bis es kommt. Wir haben es erstmal für uns behalten, aber jetzt haben wir uns bereit dazu gefühlt, es mit der Öffentlichkeit zu teilen. Es gibt nichts Schöneres, mein großer Bruder hat schon zwei Kinder. Wir verbringen viel Zeit mit unseren Nichten. Jetzt sind wir an der Reihe und freuen uns tierisch drauf.


Hast Du Dir schon erste Tipps von den Teamkollegen geholt?

 

Klar, wir haben ja genügend Papas in der Mannschaft. Die haben mir gesagt, worauf wir achten müssen. Wie wir das Kinderzimmer am besten einrichten. Oder wie wir einen guten Kinderwagen finden. Mit solchen Sachen haben wir uns vorher natürlich nicht groß beschäftigt, aber jetzt war es an der Zeit.

 

Am Montag warst Du erstmals wieder mit der Mannschaft am Schwarzwald-Stadion auf dem Platz. Wie viel Rückenwind nimmst Du aus Deinen sportlichen und privaten Erfolgen mit?

 

Viel, hoffe ich. Ich möchte auch mit Freiburg das Bestmögliche erreichen, nicht nur mit der Nationalmannschaft. Wir sind wieder an der Reihe, ein gutes Spiel zu machen und zu punkten. Wir freuen uns einfach auf den Sonntag. 

 

Dann empfangen wir den 1. FSV Mainz 05, die auf dem letzten Tabellenplatz stehen und noch auf ihren ersten Sieg warten. Worauf sollten wir uns einstellen?

 

Wir wissen, dass mit Mainz ein extrem schwieriger Gegner kommt, der nicht so viel Erfolg hatte bisher. Das macht sie umso gefährlicher. Wir wollen uns dagegen stemmen und im Grundsatz so spielen, wie wir es in den letzten Spielen gemacht haben. Vielleicht noch mit einem Quäntchen mehr Glück. 

 

Du sprichst es an: Für den Sport-Club lief es in letzter Zeit ergebnismäßig nicht wirklich rund. Nach einem Sieg zum Bundesliga-Start haben wir aus den sechs Spielen danach nur drei weitere Punkte geholt. Wieso tun wir uns bisher so schwer?

 

Da kommen verschiedene Sachen zusammen. Mal hatten wir einen nicht so guten Tag und mal hatte der Gegner einen guten Tag. Generell haben wir die Spiele mehr oder weniger dominiert, es im Griff gehabt und durch blöde Situationen wie dem Elfmeter gegen uns in Leipzig oder unserem Abseitstor gegen Leverkusen hergegeben. Das tut natürlich weh. 

 

Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch, dass wir bisher schon Mannschaften wie Dortmund, Leverkusen und Leipzig als Gegner hatten, die allesamt europäisch spielen. Wie aussagekräftig ist da die Tabelle zum jetzigen Zeitpunkt?

 

Klar, wir hatten Leipzig, Leverkusen, Dortmund. Die haben ganz andere Ambitionen. Aber auch wir haben hohe Erwartungen, wollen das Beste aus uns rausholen. Wir dürfen auf alle Fälle nicht die Köpfe hängen lassen. Das gibt es in Freiburg nicht. Wir hoffen, dass wir gegen Mainz ein gutes Spiel machen. Wir kämpfen bis zum Umfallen und hoffen, dass wir vor dem Tor ein bisschen glücklicher und kaltschnäuziger sind, um die drei Punkte bei uns zu behalten.

 

Interview: Marcel Burger, Sina Ojo