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Remis gegen Werder trotz Chancenplus

Der Sport-Club hat sich am vierten Spieltag der Bundesligasaison 2020/21 1:1 (1:1) vom SV Werder Bremen getrennt. In der Partie, die kurzfristig ohne Stadionzuschauer ausgetragen werden musste, brachte Philipp Lienhart den Sport-Club nach 15 Minuten in Führung. Die Bremer glichen noch vor der Pause in Person von Niclas Füllkrug aus (25., FE). Bereits zuvor hatte Jonathan Schmid das vermeintliche 2:0 erzielt (20.). Der Treffer wurde dem Sport-Club aufgrund einer Abseitsstellung in der Entstehung des Tores aber verwehrt.

 

Keine Fans, nirgends hieß es am vierten Bundesliga-Spieltag leider auch wieder im Schwarzwald-Stadion. Aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen in Freiburg wurde am Freitag Vormittag entschieden, dass statt der geplanten 3.800 Zuschauer beim zweiten Heimspiel der Saison keine Besucher zugelassen sind.

 

Ein Geisterspiel gegen Werder Bremen hatte es an der Dreisam bereits im Mai gegeben. Am 27. Spieltag der vergangenen Saison setzten sich die Hanseaten mit 1:0 durch. Elf Spieltage und knapp fünf Monate später endete der insgesamt 41. Erstliga-Vergleich beider Klub remis.


Startelf wieder mit Viererkette und Grifo

 

„Ich bin unzufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn heute wieder vieles gut war", sagte Christian Streich nach dem Spiel. „Die Struktur war gut, der Spielaufbau, die Raumaufteilung auch, aber wenn man so viele Durchbrüche hat und so selten zum Abschluss kommt, dann fehlt Torgefahr", so der SC-Trainer. Besser leben mit dem Unentschieden konnte sein Bremer Kollege Florian Kohfeldt: „Das ist ein sehr gutes Ergebnis auswärts in Freiburg, ich bin sehr zufrieden, genauso wie mit unserem Saisonstart."

 

Der Sport-Club startete gegenüber der 0:4-Niederlage bei Borussia Dortmund vor der Länderspielpause wieder mit einer Vierer- anstatt einer Dreierabwehrkette. Was einen Wechsel in der Startelf nach sich zog: Manuel Gulde saß auf der Bank, für den Verteidiger rückte auf der linken Mittelfeldseite wieder Vincenzo Grifo ins Team. Bei den Gästen tauschte Trainer Kohfeldt ebenfalls einmal. Nick Woltemade spielte anstelle des zu Ajax Amsterdam zurückgewechselten Davy Klaasen.

 

Angesichts der Stille auf den Rängen hallten die Kommandos und Rufe der Spieler und Trainer wieder deutlich lautstärker über den Platz. Dort entwickelte sich schnell eine intensive, temporeiche Begegnung, in welcher der SC um die Spielkontrolle bemüht war und sich auch früh die ersten Chancen erarbeitete. Lucas Höler (6.) schoss jedoch über das Tor, Nils Petersen verpasste drei Minuten später mit einem Kopfball die Führung nur knapp.

 

Premierentreffer für Lienhart, Füllkrug gleicht aus

 

Diese gelang nach zwei weiteren Gelegenheiten und einer Viertelstunde dann Philipp Lienhart. Im Anschluss an eine Ecke von Grifo, die Petersen mit der Hacke verlängerte,  kam Höler zum Schuss, den wiederum Lienhart mit dem rechten Außenrist in die kurze Ecke beförderte und damit sein erstes Bundesligator für den Sport-Club (15.) erzielte. Fünf Minuten später jubelten die SC-Spieler erneut, als Jonathan Schmid scheinbar das 2:0 nachgelegt hatte. Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus intervenierte jedoch beim Unparteiischen Christoph Dingert. Der nahm den Treffer schließlich, als beide Mannschaften bereits wieder zum Anstoß bereit standen zurück, da Passgeber Sallai bei einem vorherigen Schuss von Christian Günter im Abseits gestanden hatte.

 

Die nächste folgenreiche, aber erneut richtige Entscheidung traf Dingert dann wiederum fünf Minuten später selbst. Nach einem Bremer Konter und einem Abspielfehler von Lienhart, versuchte Nicolas Höfler den in den Strafraum vorgedrungenen Leonardo Bittencourt zu stoppen, foulte den Bremer Stürmer dabei jedoch. Niclas Füllkrug (25.) verwandelte den anschließenden Elfmeter mit einem Schuss in die rechte Ecke zum Ausgleich.

 

Aus dem Spiel heraus hatte der Sport-Club zuvor keine Möglichkeiten für die Gäste zugelassen. Auch bis zur Pause erspielte sich der SC noch einmal Chancenvorteile. Sallai (35.) verzog aber aus der Distanz, und einen Schuss aus der Drehung von Grifo (44.) parierte Pavlenka reaktionsschnell. Einen gefährlichen Konter hätten aber auch die Hanseaten vor dem Halbzeitpfiff noch fast zum Abschluss gebracht. Doch Florian Müller wehrte den Kopfball von Woltemade (40.) aus kurzer Distanz per Faustabwehr ab.

 

Zweite Halbzeit bleibt intensiv, aber ohne Tore

 

Mit neuem Schwung kam der SC aus der Kabine, konnte sich gegen stabil verteidigende Bremer zunächst aber nur eine weitere Möglichkeit herauskombinieren. Im zweiten Versuch setzte Höler (52.) den Ball aus kurzer Distanz jedoch am rechten Pfosten vorbei. Anschließend fehlten den Gastgebern in der Offensive gegen die allerdings konsequent dagegenhaltenden Bremer zunächst die Lösungen, um zu weiteren klaren Abschlussmöglichkeiten zu kommen.

 

Stattdessen kam der SV Werder in einer Partie mit immer auch wieder wechselnden Ballbesitzvorteilsphasen zu zwei Chancen zur Führung. Bittencourt köpfte nach einer Stunde aber über das Tor, und einen Distanzschuss des zur zweiten Hälfte ins Spiel gekommenen und kurz vor Schluss wieder ausgewechselten Kevin Möhwald klärte Müller (64.) zur Ecke.

 

Auf diese Phase, in der die Bremer wieder mehr vom Spiel hatten, reagierte Christian Streich mit einem Doppelwechsel in der Offensive. Wooyeong Jeong und Changhoon Kwon ersetzten Sallai und Grifo – und sorgten für frischen Schwung. Vier Minuten später wäre Schmid fast die erneute SC-Führung gelungen. Nach schönem Doppelpass mit Kwon wehrte Pavlenka seinen Schuss jedoch ab (73.).


Nächste Auswärtsreise führt nach Berlin

 

Die Begegnung blieb bis zum Schluss intensiv. Insgesamt verzeichnete der SC knapp 60 Prozent Ballbesitz und entschied auch mehr Zweikämpfe für sich (56 Prozent), es blieb am Ende trotzdem bei der Punkteteilung - der zweiten für den Sport-Club im zweiten Heimspiel. „Das ist sehr schade", so Christian Streich, „denn wir sind in beiden Spielen in Führung gegangen. Da müssen wir mehr Torgefahr erzeugen."

 

Ein Schuss von Höler (75.) knapp über die Latte, eine flache Hereingabe von Günter (82.), die keinen Abnehmer fand und eine Freistoßflanke des SC-Kapitäns in der letzten Minute, waren in der Schlussphase letzte Gelegenheiten, um gegen Werder mehr als einen Heimzähler zu holen.

 

Um die nächsten Auswärtspunkte der Saison geht es in einer Woche in der deutschen Hauptstadt. Am kommenden Samstag (25. Oktober, 15.30 Uhr) ist der SC Freiburg beim 1. FC Union Berlin zu Gast, wo sicherlich eine nicht weniger intensive Begegnung wartet.

 

Dirk Rohde