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"Auf einmal war ich auf dem Platz"

 

Im Doppelpass: Niclas Thiede und U15-Keeper Rafael Eßlinger. Niclas,20, kam im Juli 2018 von der U19 des VfL Bochum zur U23 des SC. Seit dieser Saison gehört er zum Profikader und bestritt bislang ein Bundesligaspiel. Rafael, 14, ist seit Sommer 2018 beim Sport-­Club. Davor spielte er beim FC Wald­kirch und zurzeit für die U15 des SC in der C-Junioren-Re­gionalliga Süd.

 

 

Niclas Thiede: Hallo, wir kennen uns ja, wir haben letzte Saison schon mal zusammen trainiert, oder?

 

Rafael Eßlinger: Ja, und du warst bei zwei Spielen da­bei und hast mit uns das Aufwärmen gemacht.

 

Niclas: Beides gehörte als Hospitanz zum B-Lizenz-Trainerschein, den U19- und U23-Spieler des SC im Rahmen des Angebots „FußballschulePlus" hier erwerben können. Spielst du noch in der C-Jugend?

 

Rafael: Ja, in der U15. Ich habe mir ein paar Fragen überlegt, eine ist: Was war dein erster Lieblingsverein?

 

Niclas: Borussia Mönchengladbach, und auch heute noch bin ich in der Bundesliga eigentlich immer für Gladbach, außer wenn wir gegen sie spielen. Das liegt in der Familie und ich war früher oft dort im Stadion.

 

Rafael: Und was war dein erster Verein als Spieler?

 

Niclas: Der SSV Hagen. Da komme ich auch her und dort habe ich bis zum Alter von neun Jahren gespielt.

 

Rafael: Warst du gleich Torwart und wo warst du noch?

 

Niclas: Ich wollte zwar immer ins Tor, aber sie hatten da schon einen. Deshalb habe ich erst Verteidiger gespielt, bis sich der Torwart verletzte. Dann habe ich es nicht so schlecht gemacht und durfte irgendwann drinbleiben. Danach folgten einige Stationen: Zunächst ein Jahr beim VfL Bochum, dann wieder Hagen und anschließend der FC Iserlohn. In der U13 war ich ein Jahr bei Borussia Dortmund, was mir sehr viel gebracht hat, aber ich war ihnen damals zu klein. Deshalb ging ich in der U14 wieder nach Iserlohn und spielte danach zwei Jahre für Rot-Weiß Essen.


Rafael: Also ab der U15, so wie ich jetzt?

 

Niclas: Ja. Dann bin ich in der U17 zum VfL Bochum gegangen, für drei Jahre, bevor ich zum SC kam. Ehr­lich gesagt: Dass es sich so entwickelt, wie es sich jetzt entwickelt hat, hätte ich niemals erwartet. Aber es hat mir einfach immer Spaß gemacht und es ging Schritt für Schritt voran. Als ich dann für die U18-Nationalmannschaft nominiert wurde, wusste ich aber, dass es mehr werden könnte als nur ein Hobby.

 

Rafael: Was war bisher dein bestes Fußballerlebnis?


Niclas: Mein erstes Bundesligaspiel in diesem Jahr bei Union Berlin. Das kam sehr unerwartet für mich. Wenn mir im Sommer jemand gesagt hätte, dass ich dieses Jahr schon mein Erstligadebüt erlebe, dann hätte ich ihm das wahrscheinlich nicht geglaubt.

 

Rafael: Du wurdest nach 22 Minuten eingewechselt, weil sich Alexander Schwolow verletzt hatte. Was ging dir in dem Moment durch den Kopf?

 

Niclas: Nicht so viel, eigentlich. Ich hatte erst gar nicht gesehen, dass Schwolli wohl raus muss. Dann habe ich mich kurz warm gemacht, und schließlich war klar, dass ich eingewechselt werde. Man fokussiert sich noch mal, und auf einmal war ich auf dem Platz, hatte gleich auch einige Aktionen. Wenn du gut ins Spiel reinkommst, entwickelt man so einen Flow. Das kennst du wahrscheinlich. Und es ist dann eigentlich gar nicht so schwer, wie man es sich immer vorgestellt hat. Wie läuft eure Saison bisher?

 

Rafael: Gut. Wir sind jetzt nach der Hinunde Zweiter, in der Regionalliga Süd. Wir stehen vier Punkte hinter dem VfB Stuttgart, aber das können wir noch schaffen.

 

Niclas: Wie weit fahrt ihr so zu Auswärtsspielen?

 

Rafael: Das Weiteste war Gießen ...


Niclas: ... Oh, das ist fast bei mir zu Hause. Meine EItern kommen dort aus der Nähe. Übernachtet ihr dann?

 

Rafael: Ja, dort schon, da haben wir in der Jugendher­berge geschlafen. Normalerweise fahren wir aber morgens los und nach dem Spiel wieder zurück.

 

Niclas: Und kommst du aus Freiburg?

 

Rafael: Nicht direkt, aus Waldkirch. Zum Training fah­re ich mit dem Zug, das geht eigentlich schnell.


Niclas: Früher im Ruhrpott bin ich auch immer Zug ge­fahren. Das ging sowieso schneller als mit dem Auto.

 

Rafael: Wer war früher eigentlich dein Idol?

 

Niclas: Oliver Kahn, der war das Nonplusultra. Wie er alles mit Auge gemacht hat war super, und seine Aus­strahlung. Aktuell sind Manuel Neuer oder Marc-And­re ter Stegen für mich die Torhüter, die auf absolutem Topniveau spielen.

 

 

Aufgezeichnet von Dirk Rohde