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Heimspiel Ausgabe 8 | 2010/11

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Freiburg, November 1995
Inhalt: 

von Christoph Härringer
 
Die Idee für das „Füchsle" ist nach dem ersten Freiburger Bundesligaaufstieg entstanden, weil der SC damals noch kein Maskottchen hatte. In meinen Schwarzwald-Postkarten tauchten schon diverse Tierfiguren auf, wobei der Fuchs gegenüber Elch und Wildschwein noch eher der Dumme war. Vom Farbton hat sich der Fuchs angeboten, den ich dann in Kickschuhen gezeichnet und an SC-Vorstand Hellmut Gebhardt gefaxt habe. Der war sofort Feuer und Flamme und hat mein Fax weitergeleitet zu Volker Finke nach Langeoog wo die Mannschaft gerade im Trainingslager war. Schon am nächsten Tag hat sich Co-Trainer Achim Sarstedt mit dem Motiv in wahrscheinlich zweifelhafter Qualität ein T-Shirt bedrucken lassen und ist damit rumgelaufen.
 
Beim „Füchsle" ist es dann geblieben, wir haben uns eigentlich nie einen richtigen Namen für ihn überlegt. Mit Finke und Gebhardt saß ich dann abends im Biergarten und wir haben uns weitere Merchandising-Ideen ausgedacht. Dass beim ersten Adventskalender-Motiv Krippenfiguren samt Maria und Josef fürs Tipp-Kick-Training herhalten mussten, hat dem Füchsle niemand verübelt. Anfangs gab es aber auch von einigen SC-Fans ein paar Proteste gegen das neue Maskottchen.
 
Meine Kontakte zum Freiburger Profi-Fußball reichen bis ins Jahr 1978 zurück. Als ich 15 war habe ich Cartoons für das Stadionheft des FFC gezeichnet und irgendwann hat mich mal der damalige SC-Torwart Günter Wienhold angesprochen, ob ich nicht für deren Weihnachtsfeier Karikaturen aller Sport-Club-Spieler zeichnen könnte. Besonders geschäftstüchtig war ich zu dieser Zeit noch nicht. Als Entlohnung habe ich einen Trainingsanzug und immerhin ein Original-Autogramm von Björn Borg bekommen.
 
Damals ist aber auch die Badische Zeitung auf mich aufmerksam geworden, was mir ein paar Jahre später dann die ersten Aufträge als Karikaturenzeichner verschafft hat. Danach habe ich zwar lange Zeit im Ausland gelebt und wohne mittlerweile in Berlin, aber wie alle Freiburger komme ich immer wieder gerne zurück und stelle aus der Entfernung fest, dass der SC überall ein großer Sympathieträger und ein echtes Aushängeschild ist.
 
Die Bundesliga verfolge ich schon aus beruflichem Interesse. „Härringers Spottschau" ist eigentlich ein Fußball-Comic ohne Fußball. Ich widme mich am liebsten den Protagonisten abseits des Rasens, die agieren wie Politiker. Nicht jede Figur ist für mich gut zeichenbar. An Arne Friedrich habe ich mir während der WM die Zähne ausgebissen. Mein aktueller Lieblingscharakter ist Uli Hoeneß, der mehr Humor hat als man annimmt. Nach der Ribery-Affäre erschien auch in Münchener Zeitungen ein Cartoon über die schrecklich nette Bayern-Familie und ihre Affärchen. Hoeneß hat daraufhin sogar in der Redaktion angerufen. Er war aber nicht etwa sauer, sondern hat sich totgelacht.

Aufgezeichnet von Holger Dietzschold
 
Christoph Härringer (47) ist gebürtiger Freiburger, bekannt durch die Cartoons der Schwarzwald-Saga. Zur WM 2006 verlegte er sein Zeichenstudio von Barcelona nach Berlin. „Härringers Spottschau" nimmt wöchentlich die Bundesliga aufs Korn.

Cover: 
Bild: 
Inhaltsangabe: 
Im Gespräch: Anton Putsila
Beim Persönlichkeitscheck: Tommy Bechmann
Auf dem Poster: Felix Bastians
Zu Gast: Hamburger SV
Im Interview: Armin Veh, Christoph Härringer, Rüdiger Vollborn
SC-Frauen, SC II, SC-Junioren – und vieles mehr ...
Headline: 
Guido Schröter's Fußballwelt
Cartoon: