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Bild und Geschichte ... mit Klemens Hartenbach

 

Hinten von links: Andreas Schuler, Uwe Staib, Elvis Sajko, Achim Hausen, Ingo Endreß, Joachim Klemenz, Laszlo Mainar, Stefan Kreutz, Stefan Kupfner, Michael Renner, Paolo Azevedo, Trainer Stefan Majewski. Vorne von links: Martin Krieg, Nina d'Ambrosio, Edmir Bilali, Thomas Schweizer, Thomas Ehreiser, Klemens Hartenbach, Christian Streich, Jean-Pierre Ketterer, Jörg Steinebrunner, Roland Wernet. Es fehlt: Patrick Baier.

 

Es hat schon eine gewisse Ironie, wer in der Saison 1993/94, als der Sport-Club in seine allererste Erstliga­saison ging, noch Spieler beim einstigen Erzrivalen, dem Freiburger FC, war: Unter anderen die heutigen SC-Trainer Chris­tian Streich, Patrick Baier und Uwe Staib - und eben auch ich als heutiger SC-Sportdirektor. Wobei man auch sagen muss: Wir vier hatten - wie noch einige andere auf dem Bild - damals auch schon eine SC-Vergangen­heit. In meinem Fall war die ab 1986 gewesen, als mich der SC als 21-jährigen Torwart vom SV Gottenheim holte - ein Sprung von der Kreisliga B in die Zweite Bundesliga, undenkbar heute. (lacht) Leider reichte es bei mir dann doch nicht ganz zum Zweitligator­wart. Ich wollte in der Region bleiben, zudem in Freiburg Grund- und Hauptschullehrer studieren. So wechselte ich 1990 zum FFC, der noch im Möslestadion spielte, wo heute die Fußballschule des SC ist.

 

Und dann spielte also der SC Freiburg 1993 einen Katzensprung entfernt, im Dreisamsta­dion, sensationell erstmals im Oberhaus und begeisterte die Massen. Man machte beim FFC, der als Oberligist drittklassig spielte, des­halb nun keine Jubelsprünge, aber in meiner Erinnerung herrschte auch keine Missgunst dem SC gegenüber, wie es in den 1980ern si­cher noch gewesen war. Der Tenor war eher: Wow, wir haben einen Erstligisten in der Stadt. Ich selbst kannte kaum noch einen SC-Spieler von früher, mein Bezug war also nicht mehr ganz so groß. Ich war eben Spieler des FFC. Alte Kontakte zu SC-Angestellten spielen zu lassen, um an Karten zu kommen, war mir eher unangenehm, aber immerhin ein oder zwei Bundesligapartien des SC sah ich 93/94 dann doch live im Stadion. Neben der modernen Spielwei­se imponierten mir vor allem die Demut und Weitsicht, die man beim SC unter Präsident Achim Stocker und Trainer Volker Finke auch in dieser Erfolgszeit bewahrte. Und ich denke, die Maxime, bei allem Ringen um Wettbewerbsfähigkeit nie verantwortungs­los oder fahrlässig zu handeln, ist etwas, das die Menschen bis heute am SC schätzen.

 

Auf dem Foto von 1993 sitzen Christian Streich und ich übrigens sicher nicht ganz zufällig nebeneinander. Wir waren befreundet, seit wir 87/88 beim SC zusammengespielt und sogar in einer WG gewohnt hatten. Als Christian zum FC Hom­burg wechselte, hab ich ihn dort auch mal besucht. Später in unserer gemeinsamen FFC-Zeit neigte sich Christians Spielerkarriere verletzungsbedingt dem Ende zu. Oft spielte er mit Schmerzen. '94 fing er als Trainer beim SC-Nachwuchs an und, als man '98 dort einen Torwarttrainer suchte, erinnerte er sich an ei­nen Fußballverrückten, der den Job vielleicht nicht ganz schlecht machen würde. Nach einem Vorstellungsgespräch mit Volker Finke kehrte dann auch ich zum SC zurück.

 

 

Aufgezeichnet von Timo Tabery


Klemens Hartenbach (54), gebürtiger Freiburger, 1986 bis '90 SC Freiburg (elf Partien), dann acht Jahre FFC, zwei Jahre Spielertrainer in Elzach, danach beim SC: Jugendtorwarttrainer, U19-Co-Trainer von Christian Streich, Fußballschulen-Leiter, Chef-Scout und seit 2013 Sportdirektor.