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Vom Kopf her immer da sein

 

Nico Schlotterbeck und Leon Čatak im Doppelpass

Wenn ein Profi und ein Nachwuchsspieler miteinander ins Gespräch kommen, gibt es einiges zu bereden. Diesmal im Doppelpass: Nico Schlotterbeck, 19, der im Sommer 2017 vom Karlsruher SC in die U19 des Sport-Club wechselte, im März sein Profidebüt gab und bislang drei Bundesligaspiele absolvierte - und Leon Čatak, 13, der seit Sommer 2016 beim SC Freiburg ist. Davor spielte er für den FC Denzlingen und zurzeit für die U14 des Sport-Club in der C-Junioren-Verbandsliga.

 

Nico: Hallo Leon, kommst du vom Training?

 

Leon: Hallo, nein, wir hatten gerade ein Freundschaftsspiel, gegen Fortuna Düsseldorf.

 

Nico: Echt? Das ist ja auch unser nächster Heimgegner. Und wie ging es aus?

 

Leon: Wir haben gewonnen, 4:1.

 

Nico: Stark, das würde ich mir für uns auch wünschen. Obwohl ein Verteidiger natürlich lieber zu Null spielt.

 

Leon: Wann hast du mit Fußball angefangen?

 

Nico: Mit vier Jahren, glaube ich. Und du?

 

Leon: Im Verein mit fünf, beim FC Denzlingen. 

 

Nico: Das ist ja nicht weit. Seit wann spielst du hier?

 

Leon: Seit der U12. Was waren deine Vereine bisher?

 

Nico: Mein Heimatverein heißt FV Weinstadt, in der Nähe von Stuttgart. Dann habe ich sieben Jahre bei den Stuttgarter Kickers gespielt. In der U16 war ich beim VfR Aalen, bin dann zum Karlsruher SC gewechselt und nach einem Jahr U19 nach Freiburg gekommen. Beim SC habe ich auch ein Jahr in der U19 gespielt und bin vor dieser Saison in die U23 gekommen.

 

Leon: Wie gefällt es dir in Freiburg?

 

Nico: Sehr gut. Mein Bruder, der zwei Jahre älter ist, kam ja im vorletzten Sommer auch zum Sport-Club, damals in die U23. Da hatte ich erstmal ihn als Ansprechpartner, inzwischen habe ich mich total gut eingelebt.

 

Leon: Was ist das für ein Gefühl, mit deinem Bruder in einer Mannschaft zu spielen?

 

Nico: Am Anfang war es ungewohnt, denn wir haben vorher nie zusammengespielt. Erst hier, in der U23, im letzten September in Pirmasens. Keven war da schon in der Ersten Mannschaft, hat aber noch einige Spiele in der Regionalliga gemacht. Da standen wir zum ersten Mal zusammen auf dem Platz. Und in der Bundesliga dann bei Werder Bremen, bei meinem ersten Startelf-Einsatz.

 

Leon: War das dein bisher schönster Fußballmoment?

 

Nico: Der schönste Moment war im letzten Jahr der Sieg mit der U19 im DFB-Pokalfinale. Weil das halt auch ein Titel war. Aber in Bremen zusammen mit meinem Bruder aufzulaufen war sicher das bisher tollste Erlebnis. Und das halbe Tor bei meinem Bundesligadebüt gegen Hertha BSC (lacht).

 

Leon: Warst du da arg aufgeregt, als du reinkamst?

 

Nico: Ich habe nicht erwartet, dass ich spiele. Aber als Philipp Lienhart nicht weitermachen konnte, habe ich mich in der Pause kurz aufgewärmt und dann begann die zweite Halbzeit. Es ging alles relativ schnell, deswegen war ich gar nicht so aufgeregt. Und wenn du dich fokussierst, tritt das Drumherum in den Hintergrund.

 

Leon: Ist der Unterschied zur U23 groß?

 

Nico: Von draußen sieht es manchmal so aus, als ob du mehr Platz hast. Aber das ist nicht so. Ich habe in dem Spiel gegen Ibisevic gespielt und man denkt vielleicht, der bewegt sich nicht so viel. Aber der macht schon alles mit Auge. Das Tempo ist in der Bundesliga viel höher und natürlich die Qualität. Deshalb musst du vom Kopf her immer da sein, weil Fehler meistens sofort bestraft werden. Welche Position spielst du?

 

Leon: Stürmer.

 

Nico: Bist du mehr der Torjäger oder eher der spielende Stürmertyp und Assistgeber?

 

Leon: Das kann ich gar nicht genau sagen, beides ...

 

Nico: ... auch nicht schlecht. Und wem eiferst du nach?

 

Leon: Von der Einstellung her Ronaldo, vom Fußballerischen eher Messi. Salah finde ich auch gut, und beim SC mag ich Vincenzo Grifo und seine Art zu spielen.

 

Nico: Ja, die ist top. Für mich waren als Innenverteidiger Boateng und Hummels Vorbilder, jetzt ist es eher van Dijk. Ich finde, dass er mittlerweile der Beste ist.

 

Leon: Was kannst du jungen Spielern wie aus unserer Mannschaft mitgeben auf dem Weg zum Profi?

 

Nico: Also, ich bin damals bei den Kickers rausgeflogen, weil es hieß, ich sei zu schlecht. Das war sehr hart. Aber ich habe mir dann gesagt, jetzt haue ich erst recht nochmal alles rein. Von daher: Du musst dein Ziel immer im Auge behalten, alles dafür geben und darfst dich auch durch Rückschläge nicht von deinem Weg abbringen lassen.

 

Aufgezeichnet von Dirk Rohde