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Mit Leichtigkeit nach Leipzig

 

Streich: "Mit aller Kraft dagegenhalten"

 

Am 31. Bundesliga-Spieltag reist der SC Freiburg nach Leipzig zum vorletzten Auswärtsspiel der Saison. Anpfiff der Partie gegen den Tabellendritten ist am Samstag um 15:30 Uhr (live auf Sky und im Liveticker auf scfreiburg.com). Mehr als 1000 SC-Fans haben bereits Tickets, die Gästekasse am Spieltag öffnet um 13 Uhr.


Ein ungewohntes Bild bot sich den zahlreich erschienenen Journalisten am Donnerstag im Medienraum des Schwarzwald-Stadions. Zur Eröffnung der Pressekonferenz saß dort nämlich nicht wie gewöhnlich Trainer Christian Streich. Stattdessen standen Jens Scheuer, Trainer der SC-Frauen, und Birgit Bauer, Leiterin der Abteilung Frauen- und Mädchenfußball, Rede und Antwort. Der Grund: Die SC-Frauen haben zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Finale des DFB-Pokals erreicht und treffen am Mittwoch, 1. Mai, in Köln auf den VfL Wolfsburg (um 17:15 Uhr live in der ARD). „Wir sind der Underdog, spielen gegen die beste Mannschaft in Deutschland", sagte Jens Scheuer.

 

Anerkennende Worte gab's in der zweiten Hälfte der Pressekonferenz vom Trainer der Herren: „Es ist schon jetzt ein super Erfolg", lobte Christian Streich. „Und es kann dazu beitragen, dass Frauenfußball eine Selbstverständlichkeit wird. Das ist noch nicht überall so." Mit der Außenseiterrolle kennt sich die Herrenabteilung ebenfalls aus: Nach den teils großen Gegnern der letzten Wochen steht für sie der Besuch bei Champions League-Aspirant RB Leipzig an.

 

Leipzig mit Tempo und Gegenpressing

 

Explizit warnte Christian Streich vor dem Umschaltspiel der Sachsen: „Leipzig hat den Ball, Leipzig verliert den Ball, und Leipzig geht ins Gegenpressing", beschrieb der SC-Coach die RB-Strategie. „Sie wollen gar nicht unbedingt immer den Ball haben." Das Spiel der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick zeichne sich durch Tempo und eine „enorme Qualität nach vorne" aus. Davon zeugt auch der Blick in die Statistik: RB gewann die jüngsten fünf Ligaspiele und ist seit zwölf Bundesliga-Spielen ungeschlagen (neun Siege, drei Remis).

 

Nach zuletzt 11 Gegentoren in drei Spielen ist auf dem Gelände des ehemaligen Leipziger Zentralstadions nicht zuletzt die körperliche und geistige Schnelligkeit der Freiburger Defensivabteilung gefordert, um dem sächsischen Tempofußball Einhalt zu gebieten. „Aber", erklärt Christian Streich, „wir fahren nicht hin, um vor den eigenen Sechzehner zu stehen und Schadensbegrenzung zu betreiben. Wir werden dagegenhalten mit aller Kraft."

 

Die Herangehensweise werde man im Vergleich zu den vergangenen Partien nicht grundsätzlich ändern. „Wir wollen immer spielen", betonte Christian Streich einmal mehr. Das sei das Freiburger Spiel. Die Fehler der vergangenen Partien seien analysiert und die Problematiken bekannt. „Aber die Problematiken werden nicht besser, wenn wir einfach hinten reinstehen." Deshalb wolle man auch in Leipzig versuchen, „mit einer gewissen Leichtigkeit reinzugehen und uns nicht zu verstecken."

 

Höler zurück, Sallai und Kath im Mannschaftstraining

 

In der Hinrunde hat das bereits bestens funktioniert. Beim 3:0-Heimsieg zeigte sich der Sport-Club defensiv zweikampfstark und in der Offensive hocheffizient. „Es war ein Tag, an dem es günstig lief. Allerdings hatten wir da eine ganz andere Aufstellung als jetzt", sagte Christian Streich und wies damit auf das weiterhin gut gefüllte SC-Lazarett hin.

 

Ein Lichtblick: Nach überstandenem Infekt ist Stürmer Lucas Höler wieder eine Option. Für die länger verletzten Flügelspieler Roland Sallai und Florian Kath dagegen kommt ein Einsatz am Wochenende noch zu früh. Beide trainierten aber diese Woche erstmals wieder mit der Mannschaft. Nils Petersen arbeitete unter der Woche individuell und steht vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining.

 

Klassenerhalt im Flugzeug?

 

Für beide Teams geht es am Samstag um mehr als nur drei Punkte: Die Sachsen könnten mit einem Sieg endgültig das Ticket zur Champions League lösen. Gewinnen die Freiburger, würde das den Klassenerhalt für den SC bedeuten. Der wäre aber auch bei Remis oder Niederlage in Leipzig noch am Samstag möglich. Dann müsste allerdings der VfB Stuttgart im Abendspiel gegen Mönchengladbach nachhelfen. Zu dieser Zeit würde sich das SC-Team aber voraussichtlich irgendwo in der Luft zwischen Leipzig und Freiburg befinden.

 

Aber so weit will Christian Streich sowieso noch nicht denken: „Wir möchten aus eigener Kraft was erreichen. Ich würde diese Saison schon gerne nochmal gewinnen. Warum nicht in Leipzig? Da habe ich noch nie gewonnen. Deshalb fahren wir nach Leipzig, um zu gewinnen." Abgesehen davon merkte der SC-Trainer an: „Ich funke im Flugzeug nicht: Flugmodus."

 

Tobias Gayer