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"Wir glauben an unsere Chance"

 

Nach dem wichtigen Heimdreier gegen Hertha BSC und vor dem Auswärtsspiel am Freitag bei Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr, live auf Eurosport und im Ticker auf scfreiburg.com) spricht Torhüter Alexander Schwolow im Interview der Woche über den kommenden Gegner, das feinfühlige SC-Heimpublikum und seinen ersten Scorerpunkt.

 

 

scfreiburg.com: Alex, Du bist in der laufenden Saison der einzige SC-Spieler, der keine Minute auf dem Rasen verpasst hat. Seit dem Augsburg-Spiel bist Du in einer weiteren Statistik vertreten: Mit deiner Vorlage für Nils Petersen hast Du Deinen ersten Scorerpunkt gesammelt...

 

Alexander Schwolow: Ja, das hat mich natürlich gefreut. Vor allem, weil es uns in dem Spiel ja auch geholfen hat: Es war das 1:0. Um ein Tor vorzubereiten, gehört aber als Torwart immer auch ein bisschen Glück dazu. Und ich muss mich da auch bei Nils bedanken, dass er den reinmacht, der war nämlich gar nicht so einfach.

 

 

Nach dem Tor wird meistens nicht der Vorlagengeber, sondern zunächst der Torschütze gefeiert. Als Goalie stehst Du meistens auf der anderen Seite des Spielfelds und musst alleine feiern. Eigentlich schade, oder?

 

Nein, ich feiere ja nicht ganz für mich alleine. Beim besagten Tor stand ich beispielsweise vor der Nordtribüne. Das ist auch geil, direkt vor den Fans zu feiern. Außerdem sind auf meiner Seite oft auch noch die Auswechselspieler, zu denen ich dann hinrennen kann.

 


Bleiben wir bei den Fans: Am Samstag, nach dem 2:1-Heimsieg gegen Hertha, hat Mike Frantz gesagt, dass es ohne die Fans im Stadion nicht zum Sieg gereicht hätte. Wieso war das Publikum in diesem Spiel so wichtig?

 

Gerade in der Schlussphase haben die Fans gemerkt, dass wir nochmal Unterstützung brauchen. Denn in der zweiten Halbzeit waren wir schon ein bisschen platt - und haben dann auch noch den Ausgleich kassiert. Die Hoffnung war dann bei uns nicht mehr so groß, aber durch die Stimmung haben wir wieder angefangen, an uns zu glauben. In der Nachspielzeit sind dann nochmal alle Zuschauer aufgestanden. Das hat uns die letzte Kraft gegeben, das 2:1 über die Zeit zu bringen.

 

 

Ist das Publikum in Freiburg besonders sensibel?

 

Ja, ich finde schon. Sie haben ein gutes Gespür dafür, was die Mannschaft braucht. Und sie merken auch, dass es nichts bringt zu pfeifen, wenn mal etwas schiefgeht. Super finde ich auch, dass im Schwarzwald-Stadion nicht nur Tore und Ballstafetten honoriert werden, sondern auch kämpferische Aktionen, Grätschen, das Kratzen und Beißen. Und das führt dazu, dass eigentlich niemand gerne in Freiburg spielt.

 

 

Die Feinfühligkeit der SC-Fans war auch nach dem Abpfiff zu spüren. Als die Mannschaft vor die Nordtribüne gegangen ist, haben sie den Namen von Lukas Kübler gerufen, der sich im Spiel das Sprunggelenk gebrochen hat und lange ausfallen wird. Danach ist kein Spieler zum gemeinsamen Feiern auf die Tribüne gegangen. Wieso?

 

Das war wegen der bitteren Verletzung von Kübi. Wir waren alle noch ziemlich mitgenommen und deshalb nicht in großer Feierlaune. Mike hat das den Fans auch noch kurz erklärt und sie haben das voll verstanden. Mir tut es für Kübi einfach unglaublich leid. Ich kenne ja seine Leidensgeschichte mit der Verletzung, mit der er über ein Jahr ausgefallen ist. Wir können jetzt einfach nur hoffen, dass es nicht zu lange geht und er die Kraft findet, im Kopf positiv zu bleiben.

 

 

Im Hinblick auf die Tabellensituation und das Restprogramm unter anderem gegen Gladbach, Bayern, Dortmund und Leipzig: Wie wichtig waren die drei Punkte gegen Hertha?

 

Brutal wichtig. Durch die Niederlage von Stuttgart konnten wir den Abstand auf den Relegationsplatz wieder auf elf Punkte schrauben. Der Sieg soll auch ein Signal an die hinter uns stehenden Gegner sein, dass wir sie nicht nochmal rankommen lassen. Klar, es werden jetzt schwierige Spiele, aber wir glauben an unsere Chance. Die Bundesliga ist dieses Jahr so eng, da kann eigentlich alles passieren.

 


Gegen den ersten großen Namen geht's am Freitag: Borussia Mönchengladbach. Zuhause der Lieblingsgegner des Sport-Club - auswärts hingegen...

 

... haben wir in den letzten Jahren nichts geholt - zumindest seit ich bei den Profis im Tor stehe. Aber das ist nur eine Statistik. Es ist eine jetzt eine neue Saison, eine neue Chance, die wir mit einer guten Leistung nutzen können.

 

 

Mit Gladbach erwartet den SC eine ballstarke Mannschaft. Mit welchen Mitteln kann man dagegen angehen?

 

Ich denke, wir sollten nicht den Fehler machen, uns nur passiv hinten reinzustellen. Aber wir dürfen auch nicht ins offene Messer laufen. Es geht also darum, eine gute Mischung zu finden zwischen defensiver Stabilität und engen Abständen auf der einen und eigenen Aktionen nach vorne auf der anderen Seite. Gladbach darf sich nie zu sicher fühlen.

 


Danach kommt die Länderspielpause. Tut die gut?

 

Am allerliebsten würde ich natürlich aktiv sein in der Länderspielpause (lacht). Aber für den Ligabetrieb tut es uns natürlich gut, nach fast drei Monaten mal wieder ein bisschen runterfahren zu können. Wir haben ja auch noch ein paar verletzte Spieler, die sich in der Zeit wieder an die Mannschaft rankämpfen können.

 

 

Vorher kannst du im Borussia-Park dein Scorerpunkte-Konto weiter aufstocken - vielleicht sogar mit einem Tor?

 

(lacht) Das wäre die Traumvorstellung. Ich bin zwar schon einige Male kurz vor Spielschluss mit nach vorne gegangen, aber ein Tor ist mir bisher leider noch nicht geglückt. Aber ich halte mich vorne eigentlich schon für nicht ungefährlich. Ich habe eine gute Sprungkraft, bin groß: Wenn ich da gegen Spielschluss mal mit Anlauf komme und richtig abspringe, ist das bestimmt schwer zu verteidigen. Deswegen hoffe ich, dass ich irgendwann vielleicht wirklich noch ein Tor machen werde. Bis dahin müssen das - wie bisher - die anderen übernehmen.

 

 

Interview: Tobias Gayer