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Ginter: Ich hoffe, dass es immer mehr werden

 

Am Freitagabend kommt es im Borussia-Park zu Mönchengladbach zum Wiedersehen mit Matthias Ginter. Der 25-Jährige geht voran - auf dem Platz und neben dem Platz. Matthias Ginter wirbt als Gladbacher Profi und Nationalspieler um Mitglieder für den Förderverein Freiburger Fußballschule und engagiert sich mit einer eigenen Stiftung für bedürftige Kinder.

 

 

Matthias Ginter, Sie sind der erste externe Pate für die Mitglieder-Kampagne des Fördervereins Freiburger Fußballschule. Warum liegt Ihnen die SC-Nachwuchsarbeit auch als Gladbacher Spieler noch so am Herzen?

 

Ich wurde in Freiburg geboren, bin dort aufgewachsen und komme an freien Tagen nach Freiburg und zu meiner Familie. Ich bin sehr heimatverbunden und der SC ist mein Heimatverein. Deshalb war für mich klar, dass ich da gerne mitmache.

 


Was verbinden Sie persönlich mit der Fußballschule?

 

Beim SC habe ich von der D-Jugend an jede Jugendmannschaft durchlaufen - bis zu den Profis. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich bei den Füchsletagen war...

 


... die der Förderverein traditionell unterstützt ...

 

... und dann zum ersten Probetraining, und auch an den Moment, als ich zum SC gewechselt bin. Ich habe dort Freunde gefunden und zweimal den DFB-Pokal mit der U19 gewonnen. Das sind Momente, die man auch als Profi nicht vergisst. Ich habe viele Stunden und Jahre dort verbracht, an die ich nur positive und wahnsinnig viele schöne Erinnerungen habe.

 


Was ist besonders an der Freiburger Fußballschule?

 

Schon zu meiner Zeit waren der VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim Vereine mit größeren Möglichkeiten und trotzdem haben wir es als SC Freiburg geschafft, in der Jugend erfolgreich zu sein. Es wurde viel Wert auf die Gemeinschaft gelegt und auf den Teamgeist. Das wurde von den Trainern vorgelebt, und wir Spieler sind dann auch so aufgetreten. Keiner ist ausgebüxt, sondern wir haben alles gemeinsam gemeistert.

 


Auf diese Werte legt Ihr früherer Trainer Christian Streich auch bei den Profis weiterhin viel Wert. Dass er für Ihre Entwicklung offenbar sehr wichtig war, haben Sie kürzlich in einer Botschaft im Aktuellen Sportstudio des ZDF betont ...

 

... weil ich bei ihm viel gelernt habe, und er in den vielen gemeinsamen Jahren den Grundstein für meine Profikarriere gelegt hat. Für mich sind immer noch viele Dinge wichtig, die er mir mit auf den Weg gegeben hat. Es ist immer wieder schön, ihn zu sehen.

 


Hat er Ihnen auch den Anstoß gegeben, über den Fußballplatz hinaus zu denken?

 

Auf jeden Fall. Für mich ist es wichtig, mich nicht nur über den Fußball und die 90 Minuten am Wochenende zu definieren. Christian Streich hat immer darauf geachtet, dass der Charakter stimmt, das war in der Jugend so und auch später bei den Profis. Keiner durfte sich selbst über die Mannschaft stellen. Es ist wichtig, auch neben dem Platz etwas darzustellen, Demut und Dankbarkeit zu zeigen.

 

 

Das machen Sie seit vergangenem Jahr auch über eine eigene Stiftung, mit der Sie unter anderem die Freiburger Kinderklinik und bedürftige Kinder unterstützen. Mit 25 Jahren ist das ein ungewöhnlicher Schritt, was hat Sie dazu veranlasst?

 

Ich habe mir schon länger Gedanken gemacht, wie ich mich gesellschaftlich engagieren kann, und wollte das nicht auf die Zeit nach der Karriere verschieben. Es ist mir wichtig, etwas zurückzugeben, gerade in meiner Heimat. Sicherlich hat es auch eine Rolle gespielt, dass ich es in Freiburg so vorgelebt bekommen habe.

 


Stimmt das Gefühl, dass sich zunehmend mehr Profis in einer sozialen Verantwortung sehen? Beispiel „Common-Goal", für das der Ex-SC-Spieler Dennis Aogo zwei Prozent seines Einkommens spendet.

 

Es werden immer mehr, die sich engagieren. Aber das ist natürlich typabhängig, und gerade junge Spieler haben oft andere Interessen. Es wird aber wahrgenommen, wenn sich Mitspieler oder Spieler von anderen Vereinen sozial engagieren. Und ich hoffe, dass es immer mehr werden, die ihre Position in der Öffentlichkeit dafür nutzen, etwas zurückzugeben.

 


Interview: Daniela Frahm