Jetzt den Newsletter abonnieren!

Bleiben Sie auf dem Laufenden:

Wir geben Ihre Daten selbstverständlich nicht an Dritte weiter. Abmelden jederzeit möglich.

  1. Newsletter
  2. Facebook
  3. Instagram
  4. Twitter

Sport-Club trennt sich 3:3 von Wolfsburg

Mit großer Moral zum spektakulären Remis

Der SC Freiburg hat sich am 21. Bundesliga-Spieltag in einer turbulenten Begegnung 3:3 (1:1) vom VfL Wolfsburg getrennt. Der Sport-Club geriet gegen die Niedersachsen, für die Jérôme Roussillon (11.), Wout Weghorst (63.) mit einem Foulelfmeter und Renato Steffen (75.) trafen dreimal in Rückstand. Vincenzo Grifo (37.) vor der Pause sowie Nils Petersen (70.) und Luca Waldschmidt (88.) gelang dreimal der Ausgleich.

 

Am Ende hieß es erst einmal: Durchatmen. Und die Gedanken und Emotionen zu ordnen, nach einer packenden, spektakulären Partie mit sechs Toren, einem nicht gegebenen SC-Treffer in der Nachspielzeit und letztlich 97 Spielminuten. Viel Gesprächsbedarf gab es dazu bei den Verantwortlichen, sodass der Beginn der anschließenden Pressekonferenz im Stadion diesmal sogar mit dem Anpfiff des Samstagabendspiels in München zusammenfiel.

 

„Das war Werbung für den Fußball", lautete der Kommentar von VfL-Trainer Bruno Labbadia. „Beide Mannschaften haben eine unfassbare Leidenschaft in das Spiel hineingelegt." „Es war ein tolles Fußballspiel", sagte auch Christian Streich. „Es war umkämpft und man hat gesehen, dass der VfL Wolfsburg eine extrem starke und toporganisierte Mannschaft ist", so der SC-Trainer. „Das Spiel war enorm schwierig für uns mit den Rückständen, aber es war beeindruckend, dass wir dreimal zurückgekommen sind. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn wir das Spiel am Ende sogar gedreht hätten."

 

Wieder mit Frantz, Niederlechner und Viererkette

 

Der Sport-Club, der seit der letzten Partie in Stuttgart auch auf Innenverteidiger Manuel Gulde (Muskelfaserriss) verzichten muss, begann im Heimspiel wieder mit einer 4-4-2-Formation. Neben Lukas Kübler, Philipp Lienhart und Dominique Heintz konnte auf der linken Seite der Viererkette auch Christian Günter auflaufen, dessen Einsatz fraglich gewesen war. In der Offensive begann diesmal Florian Niederlechner anstelle von Lucas Höler. Und auch der am letzten Spieltag angeschlagen fehlende Mike Frantz zählte wieder zur Startelf. Der SC-Kapitän spielte im defensiven Mittelfeld, Janik Haberer dafür auf rechten Seite.

 

Bei den Gästen kehrte Kapitän Josuha Guilavogui zurück ins Team, während der früherer Freiburger Admir Mehmedi noch nicht wieder fit war. Obwohl die Wolfsburger am vergangenen Mittwoch noch im DFB-Pokal-Achtelfinale bei RB Leipzig angetreten und knapp mit 0:1 ausgeschieden waren, machten die Niedersachsen zunächst den spritzigeren und handlungsschnelleren Eindruck.

 

Grifo gleicht vor der Pause erstmals aus

 

Als der Sport-Club noch Mühe hatte, in die Partie zu finden, nutzte Wolfsburg dazu die erste Chance gleich zum Führungstreffer. Nach einem Angriff über die linke Seite und der Vorlage von Josip Brekalo traf der aufgerückte Außenverteidiger Jérôme Roussilion (11.) mit einem Direktschuss. Auch danach bestimmte der Tabellenfünfte nach der Hinrunde die Begegnung weitgehend und besetzte die Räume in der eigenen Hälfte wirkungsvoll. Dem SC-Spiel fehlten Präzision, Tempo und Überraschungsmomente, um eigene Chancen herauszuarbeiten.

 

Ein Flachschuss von Haberer (26.) am linken Pfosten vorbei war schließlich der erste Abschluss der Gastgeber. Umso erfreulicher war es, dass auch der SC seine erste gute Gelegenheit der Partie effizient zu nutzen vermochte. VfL-Verteidiger John Anthony Brooks verlor seitlich vor dem eigenen Strafraum den Ball an Florian Niederlechner, und dessen Hereingabe schoss Vincenzo Grifo (37.) aus rund 14 Metern platziert zum Ausgleich und seinem ersten Tor nach der Rückkehr zum SC ein. In der Schlussphase der ersten Halbzeit klärte dann noch einmal der präsente Lienhart (41.) nach einem Schuss von Brekalo mit dem Fuß zur Ecke.

 

Weghorst vom Punkt, Petersen per Kopfball

 

Personell unverändert begannen beide Mannschaften den zweiten Durchgang, in dem die Begegnung allerdings schnell an Intensität, Rasanz und Dramatik zulegte. Die weiterhin starken Wolfsburger erhöhten den Druck, der SC hielt dagegen und ließ zunächst keine VfL-Möglichkeiten zu. Einen Kopfball von Renato Steffen wehrte Alexander Schwolow nach einer Stunde ab. Drei Minuten später musste sich der SC-Torwart dann zum zweiten Mal geschlagen geben. Wout Weghorst (63.) verwandelte einen Foulelfmeter zur erneuten Wolfsburger Führung. Schiedsrichter Felix Brych hatte zuvor ein Klammern von Robin Koch gegen den VfL-Stürmer im Strafraum mit dem Pfiff geahndet.

 

Der Sport-Club kämpfte weiter, hatte sich schließlich eine Bilanz von 6:1 Ecken erarbeitet und nahm den ersten Wechsel vor: Luca Waldschmidt ersetzte Frantz. Unmittelbar darauf folgte der siebte SC-Eckstoß und danach der nächste lautstarke Torjubel im Schwarzwald-Stadion. Petersen (70.) hatte die Hereingabe von Grifo mit einem wuchtigen Kopfball in den linken Torwinkel befördert und mit seinem fünften Saisontor zum zweiten Mal an diesem Nachmittag einen Rückstand ausgeglichen. Noch blieb allerdings genug Zeit für weitere Wendungen in dieser außergewöhnlichen Partie.

 

Steffen für den VfL, Waldschmidt zum Endstand

 

Für die nächste sorgten ein weiteres Mal die Gäste, fünf Minuten nach dem Ausgleichstor. Nach einem schnellen Konter über die rechte Seite und William legte Weghorst den Ball mit der Hacke in den Lauf von Steffen und der Schweizer traf zur dritten Führung für den VfL Wolfsburg (75.). Doch auch von diesem nächsten Rückschlag ließen sich die Gastgeber nicht konsternieren. Ganz im Gegenteil bewies der Sport-Club wie schon mehrfach in dieser Saison eine große Moral.

 

Auch die Fans auf den Rängen trieben ihr Team, bei dem inzwischen Lucas Höler für Niederlechner stürmte, beim Bemühen um den erhofften dritten Ausgleichstreffer lautstark an. Dieser fiel schließlich tatsächlich. Nach einer Unsicherheit von VfL-Torwart Koen Casteels konnten die Gäste den Ball zunächst nicht aus dem Strafraum befördern. Schließlich leitete Petersen eine Hereingabe von Koch mit der Brust zu Waldschmidt (88.) weiter, der aus der Drehung und rund elf Metern zum 3:3 traf.

 

Videobeweis verhindert Freiburger Siegtor

 

Noch turbulenter und emotionsgeladener wurde es dann in der dritten Minute der Nachspielzeit. Eine Ecke von Waldschmidt hatte Lienhart zum vermeintlichen und kaum mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer ins Tor geköpft. Video-Assistent Günter Perl intervenierte jedoch bei Brych, der sich die Szene in der Review-Area ansah und entschied, dass dem Kopfball in die lange Ecke eine aktive Abseitsstellung von Heintz vorausgegangen sei, der am kurzen Pfosten auf der Torlinie zwischen Robin Knoche und hinter Casteels postiert war. Brych verweigerte dem Treffer deshalb die Anerkennung.

 

Eine diskussionswürdige Entscheidung. "Ich greife nicht ein", sagte Heintz nach der Partie.  „Das war sehr schade am Ende und deshalb war ich unmittelbar nach dem Abpfiff nicht so zufrieden", sagte Christian Streich. „Das Stadion hätte getobt und ein Sieg heute uns richtig Energie gegeben. Aber auch der eine Punkt gibt uns Energie für die kommenden Aufgaben."

 

Zum nächsten Auswärtsspiel ist der Sport-Club am Samstag in einer Woche (16. Februar, 15.30 Uhr) beim FC Schalke 04 zu Gast. Dann gilt entsprechend dem im Revier bekannten Bergmannsgruß auf dem Platz erneut und erst recht: Glück auf!

 

Dirk Rohde