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VfL Wolfsburg zu Gast beim Sport-Club

 

Mutig und entschlossen hineinarbeiten

Am 21. Bundesliga-Spieltag erwartet der SC Freiburg im Schwarzwald-Stadion Gäste aus Niedersachsen. Zweiter Heimgegner nach der Winterpause ist am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky und im Live-Ticker auf scfreiburg.com) der VfL Wolfsburg.

 

Am späten Mittwochabend war der „Sportschau-Club" zu Gast im Schwarzwald-Stadion. Die Sendung nach dem zweiten Teil des DFB-Pokal-Achtelfinales wurde aus einem ganz besonderen Anlass aus Freiburg ausgestrahlt: Nils Petersen bekam von Moderator Alexander Bommes die Medaille für das „Tor des Jahres 2018" überreicht. Gewonnen hatte der SC-Stürmer die Wahl in der ARD-Sportschau mit seinem spektakulären 40-Meter-Treffer im Januar des vergangenen Jahres beim 2:2 bei Borussia Dortmund.

 

Medaillenübergabe an Petersen am Pokalabend

 

„Endlich hat mal einer für uns das Tor des Jahres geschossen", freute sich am Tag darauf auch Christian Streich noch einmal für seinen Stellvertretenden Kapitän. „Es war ein super Tor, vor allem, weil es kein Zufall war. Solche Tore können nur Spieler mit der notwendigen Antizipation erzielen", erklärte der SC-Trainer auf der Medienkonferenz zum kommenden Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

 

Die Niedersachsen wiederum waren vor Petersens Ehrung am Mittwoch ebenfalls in Aktion zu sehen. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia trat zum DFB-Pokal-Achtelfinalspiel bei RB Leipzig an und schied nach einer 0:1-Niederlage bei den Sachsen aus dem Wettbewerb aus. Es war eine Partie, die auch Christian Streich verfolgte: „Wolfsburg hat gute Momente gehabt, aber sie sind gegen extrem starke Leipziger nicht durchgekommen." Es war die dritte Wolfsburger Niederlage im vierten Pflichtspiel nach der Winterpause. Am letzten Bundesliga-Spieltag gewann der VfL, der die Hinrunde auf dem starken fünften Tabellenplatz abschloss und vor dem 21. Spieltag auf dem sechsten Rang lag, mit 1:0 bei Hertha BSC.

 

Gäste trotz Ausscheiden mit starker Saison

 

Nachdem die Niedersachsen in den vergangenen beiden Spielzeiten erst in der Relegation den Klassenerhalt sicherten, zeige die Mannschaft in der laufenden Saison, so Christian Streich, wieder das Potenzial, das sie von ihrer individuellen Qualität her auch in den vergangenen Jahren verkörpert habe. Dies sei nicht zuletzt das Verdienst von Bruno Labbadia, betonte der SC-Coach: „Die Qualität war schon immer da, aber er hat es geschafft, auf die Spieler einzuwirken, sie zusammenzuführen und zu einer homogenen und sehr laufstarken Mannschaft zu formen."

 

Deshalb erwarte er am Samstag einen Gegner, der auf dem Platz alles dafür tun werde, um die Erfolgsgeschichte dieser Saison fortzusetzen. „Aber wir haben ein Heimspiel, das wir mit Mut und totaler Entschlossenheit in Angriff nehmen", sagte Streich. Dazu gelte es, ein paar Dinge besser zu machen als beim „hochverdienten Punktgewinn" und dem 2:2 im Baden-Württemberg-Derby in Stuttgart am vergangenen Sonntag. Dazu gehöre auch eine bessere Effizienz. „Wir müssen von Beginn an präsent sein und über die gleiche Leidenschaft in das Spiel hineinfinden."

 

Gulde fehlt länger, gutes Debüt von Schlotterbeck

 

Fehlen wird dabei allerdings Manuel Gulde. Der Abwehrspieler, der im Derby auf der rechten Seite der Dreierkette verteidigte, zog sich einige Minuten vor der Pause bei einem Zweikampf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Gulde, der zuvor noch keine Saisonminute verpasst hatte, wird mehrere Wochen ausfallen. Dafür zeigte der für den Innenverteidiger eingewechselte 21-jährige Keven Schlotterbeck, der im vergangenen Sommer in den Profikader aufgerückt war, ein überzeugendes Debüt in der Bundesliga. „Er hat es wirklich gut gemacht und so gespielt, wie er sich schon im Training präsentiert hat", sagte Christian Streich. „Keven ist ein klarer Kerl und ein bodenständiger Typ, der eine gute Entwicklung genommen hat. Natürlich freue ich mich auch immer besonders, wenn einer aus der Freiburger Fußballschule auf den Platz kommt."

 

Dort lagen vor etlichen Jahren auch die Wurzeln von Christian Günter. Ob der Linksverteidiger gegen Wolfsburg dabei sein kann, war noch nicht sicher. Günter hatte in der letzten Partie eine Fleischwunde am Schienbein davon getragen, die nach dem Schlusspfiff mit mehreren Sticken genäht wurde. „Da müssen wir die Heilung abwarten", erklärte der SC-Trainer. Auf dem Trainingsplatz war der Abwehrspieler zunächst noch nicht wieder zu finden. Anders verhielt es sich bei Mike Frantz. Der SC-Kapitän fehlte in Stuttgart wegen Problemen am Hüftbeuger, kehrte aber Anfang der Woche ins Mannschaftstraining zurück.

 

Ravet ausgeliehen, Einsatz von Günter fraglich

 

Verzichten muss der Sport-Club weiterhin auf Nicolas Höfler (Innenbandriss), Roland Sallai (Adduktorenprobleme), Tim Kleindienst (Meniskusoperation) Florian Kath (Leistenoperation) und Brandon Borrello (Trainingsrückstand). Am Donnerstag gab der Sport-Club zudem noch einen Abgang auf Zeit bekannt. Offensivspieler Yoric Ravet wechselt auf Leihbasis in die Schweizer Super League zum Grasshopper Club Zürich. „Das war eine extrem schwierige Entscheidung", sagte Christian Streich. „Yoric hat nach seinen Verletzungsproblemen zuletzt sehr gut an seiner Fitness gearbeitet. Aber er braucht Spiele, die er jetzt bekommen kann und im Sommer sehen wir dann weiter."

 

Wie sich nach dem letzten Remis und dem ersten Punktgewinn in der Rückrunde die Startformation gegen den VfL Wolfsburg zusammensetzen wird und mit welcher taktischen Ausrichtung der SC sein Heimspiel bestreitet, ließ der Freiburger Trainer offen. Unter anderem auch, weil noch nicht feststeht, ob Christian Günter zur Verfügung steht. Chima Okoriji und Lukas Kübler seien alternative Optionen: „Es gibt vieles zu überlegen und auszuprobieren. Auch das beschäftigt uns diese Woche."

 

Leidenschaft und Präsenz für ein gutes Spiel

 

Klar dürfte dagegen sein, dass der im Januar von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Vincenzo Grifo gegen Wolfsburg sein erstes Heimspiel nach der Rückkehr zum Sport-Club bestreitet. Gegen die Kraichgauer hatte vor zwei Wochen eine Vertragsklausel sein Mitwirken verhindert. „Das war schade, da hat er uns total gefehlt", so Christian Streich. „Er macht nicht alles richtig, aber er ist voll da, zerreißt sich für die Mannschaft und geht voraus." Ein Beleg dafür waren sicher auch die 13 gelaufenen Kilometer bei der Auswärtspartie in Stuttgart.

 

Übertroffen wurde Grifo dort nur vom Torschützen des Jahres, Nils Petersen, dessen Pensum 13,42 Kilometer betrug. Was sicher auch Ausdruck von Präsenz und Leidenschaft ist. „Wir möchten die Leute am Samstag hier erwärmen, ihnen einen Fight und ein gutes Fußballspiel bieten", sagte Christian Streich.

 

Im nächsten „Sportschau"-Beitrag wird der SC anschließend mit dem Bericht zur Begegnung vertreten sein. Vielleicht, wie beim Freiburger 3:1-Sieg im Hinspiel, auch wieder mit einem Treffer von Nils Petersen. Es muss ja nicht gleich erneut einer der Marke „Tor des Jahres" sein. Sicher wäre der Stürmer auch schon glücklich, wenn er zu einem erfolgreichen Heimspiel beigetragen hätte.

 

Dirk Rohde