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„Die ersten Eindrücke sind rundum positiv“

 

Mit Stefanie Sanders (20) verstärkt ab Januar eine Offensivspielerin den Sport-Club, die weiß, wo das Tor steht. Nach eineinhalb Jahren in den USA kehrt Sanders, die in 47 Einsätzen für die U-Nationalmannschaften des DFB 39 Tore erzielte, in die Bundesliga zurück und will dort ihren bisher drei Bundesligatreffern für Werder Bremen weitere folgen lassen.

 

scfreiburg.com: Hallo Stefanie, Du warst bereits vor Weihnachten einige Tage in Freiburg. Wie sind Deine ersten Eindrücke?

 

Stefanie Sanders: Die ersten Tage waren vollgepackt mit zahlreichen Terminen. Ärzte, Physios, Gespräche mit Birgit Bauer und Jens Scheuer. Da war einiges los. Die Eindrücke sind aber rundum positiv. Man fühlt sich direkt willkommen, alle sind super nett und haben mich toll aufgenommen.

 

Hast Du auch die Mannschaft schon kennengelernt?

 

Wir hatten noch keine gemeinsame Trainingseinheit, ich kenne ja aber mit Klara Bühl, Kim Fellhauer, Giulia Gwinn, Lisa Karl, Rebecca Knaak, Janina Minge oder Marie Müller viele der Mädels schon aus den U-Nationalmannschaften.

 

Wie groß ist die Vorfreude bald mit ihnen allen und der restlichen Mannschaft auf dem Platz zu stehen?

 

Riesig! Ich habe das Spiel gegen Sand von der Tribüne aus verfolgt, wäre am liebsten direkt runter auf den Rasen um mitzuspielen. Es fühlt sich insgesamt gut an, wieder in Deutschland zu sein.

 

Zuvor warst Du eineinhalb Jahre in den USA.

 

Das war eine tolle Erfahrung. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen. Für meine persönliche Entwicklung war es ein guter Schritt, in ein fremdes Land mit einer anderen Sprache zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln. Vor meiner Zeit dort war ich nicht wirklich selbstständig. Die eineinhalb Jahre haben mir sehr geholfen, eigenständiger und auch selbstbewusster zu werden.

 

Gespielt hast Du für die UCF Knights, das Frauenfußballteam der University of Central Florida in Orlando. Wie hast Du Dich dort sportlich entwickelt?

 

Ich habe mich definitiv körperlich weiterentwickelt. Es wird dort viel Wert auf die Physis gelegt, das Spiel ist stark darauf ausgelegt. Aber auch spielerisch habe ich mich weiterentwickelt. Wobei ich natürlich nicht weiß, wie es gekommen wäre, wenn ich in Deutschland geblieben wäre (lacht).

 

Vor Deiner Zeit in den USA hast Du für Werder Bremen gespielt.

 

Ich komme aus Neuenkirchen, einem kleinen Ort etwa eine Stunde von Bremen entfernt. Beim dortigen TSV habe ich gespielt bis ich 13 war. 2012 bin ich zum JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen gewechselt und habe dort ein Jahr gespielt. 2014 ging es dann zur U17 des SV Werder, wo ich ein Jahr im jüngeren Jahrgang war und dann relativ schnell ins Training der ersten Mannschaft kam. Wir haben damals in der 2. Bundesliga gespielt und sind aufgestiegen. Für mich war recht schnell klar, dass ich in Bremen mein Abitur machen will um dann in die USA zu gehen, was ich 2017 gemacht habe.

 

War es von Anfang an geplant, eineinhalb Jahre dort zu bleiben?

 

So genau habe ich das damals nicht geplant. Ich hatte mir im März 2017 das Kreuzband gerissen und bin im Juli verletzt in die Staaten. Die College-Saison geht immer von August bis maximal Dezember. In der ersten Saison habe ich also kaum spielen können. Daher war für mich klar, dass ich nicht bereits im Sommer 2018 wieder zurück nach Deutschland gehe, auch wenn es das Angebot von Freiburg bereits gab und mich das auch gereizt hätte. Ich wollte aber zumindest eine komplette Spielzeit dort absolvieren und damit auch den Trainern und meiner Mannschaft etwas zurückgeben. Da hat es gut gepasst, dass Freiburg mir die Möglichkeit gegeben hat, erst im Januar hier einzusteigen.

 

Du hast Deine persönliche Entwicklung angesprochen. Wie schwer war es diesen Schritt zu gehen, noch dazu mit einer Verletzung und dem Wissen, monatelang nicht spielen zu können?

 

Auf dem Hinflug hatte ich viel Zeit nachzudenken, da kommen natürlich Zweifel. Nicht spielen zu können war sehr ärgerlich, ich war aber dennoch direkt in der Mannschaft drin, auch weil man ja auf dem Campus mit allen zusammenlebt und recht einfach Kontakte aufbauen konnte.

 

Neben dem Fußball hast Du auch ein Studium begonnen.

 

Eingeschrieben war ich für Sportwissenschaften, viele Kurse konnte ich darin aber nicht belegen, da ich zunächst grundlegende Englisch- und Geschichtskurse besuchen musste. Richtig in die Thematik des Hauptfaches steigt man erst im dritten oder vierten Jahr ein. Der Fokus hier in Deutschland liegt jetzt erstmal auf dem Fußball, über kurz oder lang will ich aber auch ein Studium anfangen, das auf jeden Fall mit Sport zu tun haben sollte (lacht).

 

Wieso siehst Du den Sport-Club als richtigen Verein für Dich?

 

Wir haben eine junge Mannschaft, in die ich gut reinpassen sollte. Zudem ist der Sport-Club ein Verein, der auch auf junge Spielerinnen setzt, ihnen Einsatzzeiten gibt. Das ist bei noch größeren Vereinen anders. Ich hoffe darauf, hier möglichst viel spielen zu dürfen um wieder richtig reinzukommen in die Bundesliga. Ich will mich zeigen und bereits in der Rückrunde angreifen.

 

Als Du im Sommer die Entscheidung für den Wechsel getroffen hast, hatten wir mit 48 Punkten gerade die beste Saison aller Zeiten absolviert. Jetzt stehen nach 13 Spielen 18 Punkte und Platz sechs zu Buche. Überrascht Dich das?

 

Es war natürlich schwierig, die Spiele in den USA zu verfolgen, zumindest die Highlights habe ich aber immer gesehen. Zudem habe ich mich in Gesprächen mit Klara immer wieder informiert. Ich weiß, dass mehr möglich gewesen wäre und auch einiges an Pech zu der aktuellen Situation geführt hat. Im Heimspiel gegen Sand habe ich dann auf der Tribüne miterlebt, was damit gemeint war. Wenn da das dritte Tor gelingt…

 

… was du als Stürmerin in der Rückrunde dann erledigen kannst.

 

Ich will natürlich versuchen, möglichst viel zu spielen und Tore zu schießen. Vielleicht kann ich offensiv frischen Wind reinbringen.

 

Birgit Bauer sieht Dich als körperlich robuste Angreiferin, die zudem sehr schnell ist und dadurch jeden Gegner vor Probleme stellen kann.

 

Das hört sich nicht so schlecht an. Ich würde mich schon auch als abschlussstark bezeichnen, wobei es mir schwerfällt, mich selbst einzuschätzen. Gerade auch durch die Zeit in den USA muss ich erstmal abwarten, wie ich mich hier wieder einfinde.

 

Mit welchen Zielen startest Du ab dem Trainingsstart am 8. Januar Deine neue Aufgabe?

 

Ich glaube schon, dass wir als Mannschaft mehr Potential haben als Platz sechs oder sieben. Unser Anspruch sollte ein Platz unter den ersten fünf sein, da wollen wir hinkommen. Ich selbst will mich im Training so anbieten, dass ich am Wochenende auf dem Rasen stehen kann. Wenn dann noch das eine oder andere Tor dazu kommt wäre das perfekt. Langfristig gesehen ist es natürlich ein Ziel, mit meinen Leistungen so auf mich aufmerksam zu machen, dass auch die neue Bundestrainerin mich im Fokus hat. Durch meine Rückkehr in die Bundesliga habe ich sicherlich wieder bessere Möglichkeiten, mich anzubieten.

 

Interview: Felix Scharte