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Sport-Club verliert mit 0:2 in Düsseldorf

Keinen guten Tag erwischt

Der SC Freiburg hat zum Auftakt der Englischen Woche am Ende der Hinrunde bei Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (0:0) verloren. Nach einer torlosen ersten Hälfte avancierte Kaan Ayhan zum Matchwinner für die Gastgeber, als der Verteidiger in der 55. und 79. Minute jeweils nach Eckbällen traf.

 

Wer als SC-Anhänger die Zeit vor der Begegnung noch zu einem Bummel durch die Altstadt nutzte, konnte den Eindruck gewinnen, dass am Niederrhein auch Niederländisch gesprochen wird. Jede Menge Besucher aus dem holländischen Nachbarland nutzten den dritten Adventssamstag zu einem Abstecher über die Grenze und stellten spielend Überzahl auf den Düsseldorfer Weihnachtsmarkt her.

 

Vom dortigen Schlossufer aus konnte man bei einer Fahrt mit dem Riesenrad schon einen ersten Blick auf die noch ferne Merkur Spiel-Arena werfen, wo später beim vorletzten Auswärtsspiel der Hinrunde und Temperaturen um den Gefrierpunkt knapp 3.000 Fans in der Gästekurve mit dem Sport-Club fieberten. Am Ende sahen sie dort leider wenig Erwärmendes und bei der sechsten Saisonnierlage aus Freiburger Perspektive eher Holland in Not.


Unveränderte Startelf am Niederrhein

 

„Düsseldorf hat heute hochverdient gewonnen", sagte Christian Streich nach der Begegnung. „Die erste Halbzeit war Abtasten. Der Gegner hat versucht, in sein Umschaltspiel zu kommen und wir haben es ordentlich gemacht. Aber es war schon bezeichnend, dass wir in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit vier Bälle gespielt haben, die kein Mitspieler mitnehmen konnte", so der SC-Trainer. „In der zweiten Halbzeit waren wir schlecht und haben Standardtore zugelassen. Warum das so war, weiß ich nicht. Es war schade und es gibt solche Tage. Wir haben noch nicht die Stabilität, um nach einem guten Spiel noch ein weiteres gutes Spiel machen zu können."

 

Viel werde man nicht ändern, hatte der Coach vor der Partie im Hinblick auf die mögliche Startformation gesagt. Letztlich begann der Sport-Club in Düsseldorf nach dem 3:0-Heimsieg gegen RB Leipzig vor einer Woche personell gänzlich unverändert - und auch taktisch erneut mit einer Viererkette in der Defensive. Bei den Gastgebern hatte Trainer Friedhelm Funkel, der erstmals in einem Bundesligaspiel auf Christian Streich als Trainer der gegnerischen Mannschaft traf, nach dem 1:3 bei Werder Bremen vier Änderungen vorgenommen.

 

Wenige Höhepunkte vor der Pause

 

Der Sport-Club hatte von Beginn an die deutlich größeren Spielanteile, tat sich jedoch schwer, gegen die diszipliniert verteidigenden Düsseldorfer Räume zu finden, um gefährlich vor das Tor zu kommen. Insgesamt kamen beide Mannschaften in der ersten Halbzeit nicht wirklich zu klaren Chancen. Auch der SC stand gegen die Fortuna, die darauf lauerte, nach Freiburger Ballverlusten schnell nach vorne umzuschalten, kompakt und verteidigte stabil. Zwar versuchten die Gäste bei eigenem Ballbesitz und mit der nötigen Geduld, den Aufsteiger zu bespielen und Möglichkeiten zu generieren. Bis zum ersten Abschluss dauerte es jedoch 25 Minuten.

 

Jerôme Gondorf setzte einen Freistoß aus rund 28 Metern über das Tor. Kurz darauf verfehlte Luca Waldschmidt aus der Distanz, und auch zwei Versuche von Mike Frantz (36./37.) waren nicht nachhaltig genug, um das Tor von Michael Rensing ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das galt jedoch auch auf der Gegenseite, wo Kenan Karaman nach einer halben Stunde für die gefährlichste Situation im ersten Durchgang verantwortlich war. Der Angreifer hatte sich von der linken Seite in den Strafraum durchgespielt, sein Schuss wurde aber noch zur Ecke abgefälscht.

 

Rückstand nach Standardsituation

 

Ereignisreicher und auch mit mehr Tempo auf beiden Seiten verlief die zweite Halbzeit. Erfolgreicher vermochten das weitere Geschehen jedoch die Gastgeber zu gestalten, die sich nach der Pause nicht nur bald das Führungstor, sondern auch ein deutliches Chancenplus erarbeiteten. Nachdem Alexander Schwolow einen Distanzschuss von Stürmer Rouwen Hennings (49.) pariert hatte, nutzten die Düsseldorfer zehn Minuten nach dem Wiederbeginn ihren zweiten Eckball zur Führung. Der umtriebige Takashi Usami hatte ausgeführt und Innenverteidiger Kaan Ayhan (55.) mit einem Kopfball getroffen.

 

Anschließend spielten die Gastgeber deutlich beflügelt. Ein weiterer Schuss von Hennings (57.) strich am langen Pfosten vorbei. Zuvor war beim Sport-Club Yoric Ravet für Gondorf in die Partie gekommen, was aber nichts daran änderte, dass dem SC im Spiel nach vorne nur wenig gelang. Nachdem Usami (62.) eine Direktabnahme über das Tor gesetzt hatte, kam mit Florian Niederlechner für Lukas Kübler ein weiterer Angreifer. Der Sport-Club stellte defensiv auf eine Dreierkette um, Robin Koch rückte aus dem Mittelfeld zurück ins Zentrum der Abwehrreihe. Kurz darauf hielt Schwolow den SC zunächst weiter im Spiel, als er nach einem Freiburger Vorstoß und dem anschließenden Konter gegen den frei gespielten Benito Raman (67.) abwehrte.

 

Ayhan trifft erneut nach Eckball

 

Der Sport-Club war zwar bemüht, dem Druck der Gastgeber entgegenzuwirken und sich Ausgleichschancen herauszuspielen. Dabei fehlte an diesem Nachmittag jedoch die nötige Geradlinigkeit und Präzision im vorderen Drittel. Stattdessen kamen Hennings (71.) und Usami (73./78.), einmal mit einer Direktabnahme, einmal mit einem Schlenzer, den Schwolow über die Latte lenkte, zu den nächsten Möglichkeiten auf einen zweiten Treffer. Dieser fiel schließlich wie der erste nach einem Eckstoß, und erneut war es Ayhan (79.), der traf. Marcin Kaminski hatte zuvor per Kopf quergelegt und der Abwehrspieler mit einem Schuss aus kurzer Distanz getroffen.

 

Erst in den Schlussminuten kam auch der Sport-Club zu den ersten klaren Gelegenheiten. Doch Waldschmidt (86.), von Nils Petersen bedient, schob den Ball freistehend knapp am Tor vorbei, und ein Kopfball von Petersen (88.) nach einem Freistoß ging knapp über das Düsseldorfer Tor. Das Beste an der Schlussphase blieb somit, dass der eingewechselte Dodi Lukebakio (90.+3) in der letzten Minute der Nachspielzeit nach einem Konter freistehend nur den Pfosten traf.

 

Schon Mittwoch gegen Hannover 96

 

Einen Anhaltspunkt für die weitere Spielaufarbeitung und die mangelnde Freiburger Durchschlagskraft am Niederrhein mochte Friedhelm Funkel noch geliefert haben. „Das war mit Abstand die beste Defensivleistung, die wir in dieser Saison gezeigt haben", sagte der Coach der Fortuna, die sich auf den drittletzten Tabellenplatz verbesserte. Mit Blick auf den zweiten SC-Gegner in der Englischen Woche ergänzte Funkel noch: „Ich wünsche Freiburg weiterhin alles Gute. Versucht das nächste Spiel zu gewinnen, damit helft ihr nicht nur euch, sondern auch uns."

 

Am kommenden Mittwoch (19. Dezember, 20.30 Uhr) erwartet der SC Freiburg zum letzten Heimspiel in diesem Jahr Hannover 96. Die Niedersachsen rutschten nach einer 0:4-Niederlage gegen Bayern München anstelle der Düsseldorfer ans Tabellenende. Der Sport-Club steht nach wie vor auf dem zwölften Platz und dürfte versuchen, in vier Tagen wieder an die Leistung vom letzten Heimspiel anzuknüpfen. „Auswärts und zuhause, das ist für uns ein Unterschied", hatte auch Christian Streich am Schluss noch angefügt.

 

Dirk Rohde