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Gefragter Gesprächspartner

 

Lucas Höler im Interview nach seinen Last-Minute-Toren gegen Mönchengladbach und München und vor dem Vergleich gegen den Ex-Verein aus Mainz.

 


scfreiburg.com: Bis vor gut einer Woche hielten sich die Interviewanfragen für Lucas Höler in Grenzen, seit Samstag hast Du einen Medientermin nach dem anderen bearbeitet. Im Fußball geht es manchmal ziemlich schnell...

 

Lucas Höler: Ja klar, wenn es gut läuft, sind alle da und wollen was. Wenn es nicht so gut läuft, will keiner was von dir wissen. Aber so läuft das halt - nicht nur im Fußball. Ist ja auch ok so. In der Englischen Woche ging es tatsächlich Schlag auf Schlag. Für uns war es gut, das Pokal-Aus schnell wieder beantworten zu können. Dass ich dabei mithelfen konnte, fühlt sich sehr gut an.

 

 

Das Tor in München war wie gemalt. 89. Minute ... durchgesetzt gegen Boateng und Süle ... Neuer bezwungen ... und dann ab in die Kurve zu fünfeinhalbtausend ausrastenden SC-Fans. Brennt sich so ein Erlebnis im Gedächtnis ein, oder ist es doch nur der flüchtige Moment?

 

Der Moment ist überragend, das lässt sich kaum beschreiben. Aber so ein Treffer bleibt natürlich auch hängen. Man kann ihn sich ja immer wieder anschauen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. In München den Ausgleich zu machen und seit 21 Jahren dort endlich mal wieder zu punkten ist sicher ein Höhepunkt meiner Karriere. Das kann ich heute schon sagen.

 


Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt liegen im Stürmerleben recht eng beieinander. Gegen Mönchengladbach und bei den Bayern hast Du die entscheidenden Tore in den Schlussminuten gemacht, in Kiel dagegen den Ausgleich kurz vor Schluss vergeben...

 

In Kiel habe ich nur fünf Minuten gespielt und die Chance selbst mit eingeleitet. Ich habe versucht, den Ball auf das lange Eck zu ziehen und ihn auch ganz gut erwischt, der Torhüter hat den Ball aber überragend gehalten. Das gilt es dann auch anzuerkennen.

 


Von außen betrachtet hatte ich in dieser Saison bisher in fast allen Spielen den Eindruck, dass wir bis zur letzten Minute gefährlich sein können. Du kennst den Blick vom Spielfeldrand und aus dem Spiel heraus - geht es Dir ähnlich?

 

Auf jeden Fall. Das zeichnet uns dieses Jahr aus. Letzte Saison war vielleicht das ein oder andere Spiel dabei, in dem dieses Gefühl gefehlt hat. Wir haben einen sehr guten Kader und starke Jungs dazu bekommen. Der Konkurrenzkampf ist extrem hoch und das hilft uns weiter. Wir haben immer im Hinterkopf, dass wir im Stande sind, Spiele zu drehen.

 


Der Trainer sagt, trotzdem war es auch in München nur ein Punkt. Davon haben wir jetzt dreizehn. Das ist gut, aber kein Grund zum Zurücklehnen. Vor allem mit Blick auf die Namen, die knapp hinter uns stehen...

 

Wir können auf die dreizehn Punkte bisher stolz sein, aber es ist sehr sehr eng. Wer mal zwei oder drei Spiele in Folge verliert, hängt gleich wieder hinten drin. Natürlich ist es geil, in München einen Punkt zu holen. Noch besser wäre es aber, diesen Punkt jetzt am Samstag gegen Mainz zu vergolden und in der Länderspielpause neue Kräfte sammeln zu können.

 


Was für ein Spiel erwartest Du am Samstag?

 

Ganz anders als München natürlich. Wir wollen zuhause vor unseren Fans das Spiel bestimmen und die Mainzer niederringen. Es wird ein kampfbetontes Spiel und wahrscheinlich auch ein bisschen eklig. Wir haben diese Saison gezeigt, dass wir auch das können.

 


Gibt es noch Kontakte nach Mainz? Du hast dort - auch unter dem Trainer Sandro Schwarz - zwei Jahre in der Zweiten Mannschaft gespielt.

 

Sandro Schwarz war eineinhalb Jahre mein Trainer und wir sind immer noch in Kontakt. Er hat mich geprägt und weiterentwickelt. Dank ihm habe ich den Sprung in die Zweite Liga geschafft. Und ich freue mich auf Alex Hack, der inzwischen in der Bundesliga spielt. Wir haben in den zwei gemeinsamen Jahren viel erlebt und sind auch neben dem Platz Freunde geworden. Vor dem Spiel herrscht aber Funkstille.

 


Mit 24 Jahren hast Du bereits unter vier Trainern gearbeitet, die auch Erstligaerfahrung haben: Alexander Nouri, Martin Schmidt, Sandro Schwarz und Christian Streich. Wie wichtig war das für Deine Entwicklung - auch vor dem Hintergrund, dass Du als Jugendspieler nicht in einem der Nachwuchsleistungszentren warst?

 

Es war sehr hilfreich für mich, dass ich bisher diese großartigen Trainer gehabt habe, die alle ihren Weg gegangen sind. Alexander Nouri hat in Oldenburg viel auf junge Spieler gesetzt. Martin Schmidt und Sandro Schwarz genauso. Sie haben es alle völlig zurecht bis in die Bundesliga geschafft.



Und sie haben Deine Vielseitigkeit geschult. Beim SC hattest Du bisher Deine Einsätze auf der Außenbahn und zuletzt als Mittelstürmer. Kann man nach den jüngsten Erlebnissen sagen, Du fühlst Dich ganz vorne drin am Wohlsten?

 

Das ist so. Aber es ist auch immer gut, auf anderen Positionen spielen zu können. In der vergangenen Rückrunde habe ich bewiesen, dass ich auch die Außen dicht machen und meine läuferischen Stärken einbringen kann. Aber vorne drin fühle ich mich am Wohlsten, das ist mein Spiel.

 


Was machst Du am Samstag um 17:20 Uhr. Dürfen wir Dich wieder für die Interviews einplanen?

 

(lacht) Aber selbstverständlich.

 


Interview: Sascha Glunk