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"Da lernst du früh zu kämpfen"

 

Wenn beim SC ein Nachwuchsspieler mit einem Profi redet, gibt es einiges zu erfahren. Dieses Mal im Gespräch: Lukas Kübler (24) und Josias Schelb (13) von den C-Junioren des Sport-Club.

 

 

Lukas Kübler: Hallo, kommst du gerade frisch geduscht vom Training?

 

Josias Schelb: Ja, wir trainieren da draußen, vier Mal pro Woche. Wann hast du angefangen im Verein zu spielen?

 

Kübler: Ich glaube, mit drei Jahren ...

 

Schelb: So früh?

 

Kübler: Bei den Bambinis des VfR Hangelar. Das liegt zwischen Bonn, wo ich geboren bin und Köln. Und du?

 

Schelb: Mit vier, hier in der Stadt beim FC Freiburg-St. Georgen.

 

Kübler: Aber das ist ja auch früh.

 

Schelb: Was war da dein Traumverein?

 

Kübler: Bei uns gab es eigentlich nur Leverkusen und Köln. Bei mir war es eher der 1. FC Köln, wo ich später auch in der Jugend gespielt habe. In der U17 haben sie mich dann weggeschickt, weil ich nicht der Größte war.

 

Schelb: War das schlimm für dich?

 

Kübler: Natürlich war das damals sehr enttäuschend, ich war 15. Aber im Nachhinein betrachtet hat mich das auch weitergebracht. Du musst ja lernen, mit Enttäuschungen umzugehen. Wenn du schon so jung enttäuscht wirst, dann kämpfst du automatisch auch schon früh. Nach einer Zwischenstation ging ich in der A-Jugend zum Bonner SC. Und am Ende hat mich der gleiche Trainer, der mich in der U17 weggeschickt hat, zu den Amateuren des 1. FC Köln zurückgeholt.

 

Schelb: Warst du früher ein Typ, der auf dem Platz den Ton angegeben hat, wie ein Kapitän?

 

Kübler: Eher nicht so, aber später war ich selbst Kapitän meiner Mannschaft, dann muss man schon ab und zu ein bisschen laut werden. Bist du auch Käpt'n?

 

Schelb: In der U14, wo ich spiele, gerade nicht. Aber in der U13 war ich es ein paar Mal. Das ist mein drittes Jahr beim SC.

 

Kübler: Welche Position spielst du?

 

Schelb: Sechser.

 

Kübler: Also viele Zweikämpfe?

 

Schelb: Ja. Und du spielst rechts hinten?

 

Kübler: Richtig, da wo man viel läuft.

 

Schelb: Ist das deine Lieblingsposition?

 

Kübler: In der Jugend habe ich auch Sechser gespielt. Aber ich bin immer weiter zurückgerückt: Erst war ich Zehner, dann Sechser, dann Innenverteidiger, und als ich Profi wurde, rechter Verteidiger. Das ist auch eine schöne Position. Wenn der Trainer denkt, dass du da am besten bist, musst du dich damit anfreunden.

 

Schelb: Es ist auch gut, flexibel zu sein ...

 

Kübler: ... natürlich, schon allein, weil es deine Einsatzchancen erhöht.

 

Schelb: Was war in der Jugend dein größter Erfolg?

 

Kübler: Ich bin in der A-Jugend, damals als jüngerer Jahrgang, mit dem Bonner SC in die Bundesliga aufgestiegen. Davor haben wir in der Verbandsliga und noch auf Ascheplätzen gespielt. Nach einem
Jahr A-Junioren-Bundesliga bin ich dann zur U23 des 1. FC Köln gegangen.

 

Schelb: Und wo war dein Profidebüt?

 

Kübler: Das war vor gut vier Jahren in der Zweiten Liga mit dem FC in Aue. Wir lagen 0:2 zurück und ich kam noch für zehn Minuten rein. Du freust dich natürlich, dass du gespielt hast, aber ein dankbares Spiel war es nicht.

 

Schelb: Zum SC bist du letztes Jahr aber vom SV Sandhausen gekommen?

 

Kübler: Genau, ich hatte eine tolle Zeit dort. Es hat Spaß gemacht mit der Mannschaft. Das Ziel war, nicht abzusteigen. Das hatten wir relativ früh erreicht. Dann feiert man das so ähnlich wie einen Aufstieg. Das erste Jahr hier mit der langen Knieverletzung war dann nicht einfach. Jetzt bin ich froh, dass ich wieder auf dem Platz stehen und mir erstmal Spielpraxis in der Zweiten Mannschaft holen kann. Was machst du heute abend noch?

 

Schelb: Lernen, französisch.

 

Kübler: Ah, da war ich eigentlich ganz gut. Heute eher weniger. Und ist dein erster Berufswunsch Fußballer?

 

Schelb: Eigentlich schon. Aber ich will auch das Abitur machen.

 

Kübler: Das habe ich auch, denn man weiß nie, was passiert. Schule ist wichtig - das haben meine Eltern auch immer gesagt.

 

 

Aufgezeichnet von Dirk Rohde