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SC unterliegt Milan zur Saisoneröffnung

 

Stimmungsvoller Rahmen für prominente Gäste

Im letzten Testspiel der Vorbereitung musste der SC Freiburg am Sonntag seine erste Niederlage hinnehmen. Der Sport-Club unterlag zur Saisoneröffnung nach einer insgesamt guten Leistung im ausverkauften Schwarzwald-Stadion dem AC Mailand mit 0:2 (0:2). Beide Treffer für den italienischen Topklub erzielte vor der Pause Luiz Adriano (39./45.).

 

Es war nach dem Fan- und Familienfest in Rothaus anlässlich der Trikotpräsentation im Juli das zweite SC-Fußballfest im Rahmen der Vorbereitung: Zur Saisoneröffnung 2016/17 empfing der Sport-Club im ausverkauften Schwarzwald-Stadion mit dem AC Mailand einen der ruhm- und erfolgreichsten Klubs des europäischen Vereinsfußballs.

 

Hätten die Italiener, die in einer Woche gegen den AC Turin in die neue Saison der Serie A starten, alle ihre bisher gewonnnen Trophäen mit in den Schwarzwald gebracht, hätten diese wohl mehrreihig auf einer der Torlinien präsentiert werden müssen. Allein sieben Mal gewannen die Mailänder den Europapokal der Landesmeister beziehungsweise die Champions League, zwei Mal den früheren Europapokal der Pokalsieger, dazu kommen 18 italienische Meistertitel, fünf Pokalsiege und vier Klub-Weltmeisterschaften. In den letzten beiden Jahren fehlte der AC Milan allerdings im europäischen Wettbewerb, auch die vergangene Spielzeit beendeten die Norditaliener nur auf dem siebten Rang.

 

Mannschaftsvorstellung mit neuem und alten Kapitän

 

Zunächst stand auf dem Rasen allerdings das SC-Team im Vordergrund. Sponsor Breuninger präsentierte die offizielle Vorstellung der Mannschaft sowie des Trainer- und Funktionsteams für die in zwei Wochen beginnende Bundesligasaison. Angefangen bei den drei Torhütern liefen die Profis ins Stadion ein, wobei drei Spieler fehlten: Nils Petersen, der bei den Olympischen Spielen in Rio mit dem deutschen Team im Halbfinale steht, Marc Oliver Kempf, der am Freitag am Außenmeniskus operiert wurde und dem SC in den nächsten Wochen fehlen wird, sowie außerdem Marc Torrejón, der im Training umgeknickt war und am Montag in der Uniklinik genauer am Sprunggelenk untersucht wird.

 

Stadionmoderatorin Julica Goldschmidt bat zunächst den in dieser Woche erneut zum Mannschaftskapitän gewählten Julian Schuster und seinen neuen Stellvertreter Mike Frantz zum Kurzinterview. „Ich hoffe, dass wir zusammen ein erfolgreiches Jahr haben werden", erklärte Schuster und fügte angesichts der voll besetzten Ränge an diesem hochsommerlich warmen Augustsonntag an: „Es ist unglaublich schön, dass uns so viele Fans unterstützen, so kann die Saison beginnen." Ernst wird es für den Sport-Club dabei am kommenden Samstag, wenn der SC im DFB-Pokal zum ersten Pflichtspiel beim SV Babelsberg 03 antritt. Vor dem Anpfiff präsentierte der SC-Premiumpartner Europa-Park dann noch eine Tanz- und Akrobatik-Show.

 

„Ein schönes Fußballspiel" hatte sich Trainer Christian Streich vorab gegen den AC Mailand gewünscht. Wobei der Coach einräumte, dass die Startaufstellung im letzten Testspiel „natürlich einen Fingerzeig auf nächste Woche" liefern würde. Zurück im Tor war nach einer längeren Unterbrechung wegen einer Knochenhautreizung Alexander Schwolow. Wie in den letzten Testpartien, von denen in der Vorbereitung noch keine verloren gegangen war, lief der Sport-Club davor mit einer Dreierkette auf, die defensiv zu einer Fünferkette ergänzt wurde. Nicolas Höfler besetzte die zentrale Position, flankiert von Manuel Gulde und Caglar Söyüncü. Mit Onur Bulut, Janik Haberer und Jonas Meffert zählten drei weitere Neuzugänge zur Anfangsformation gegen Milan, bei dem mit dem erst 17-jährigen Gianluigi Donnarumma eines der größten Torhütertalente Italiens zwischen den Pfosten stand. Zurück ins Schwarzwald-Stadion kehrte auf Seiten der Gäste Carlos Bacca. Der Stürmer war schon vor zweieinhalb Jahren mit dem FC Sevilla in der Europa League beim SC zu Gast.

 

Adriano nutzt zwei SC-Fehler zum Doppelpack

 

Sein Kollege im Angriff, Luiz Adriano spielte hingegen erstmals an der Dreisam. Dass der Brasilianer in den letzten Minuten vor der Pause zwei Treffer für die Gäste erzielen konnte und dabei jeweils von Freiburger Fehlern profitierte, war jedoch zunächst nicht absehbar. Lange gestaltete der SC die erste Hälfte ausgeglichen und setzte dazu die ersten Akzente in der Offensive. In einem von beiden Teams mit großer taktischer Disziplin bestrittenen ersten Durchgang agierten die Gastgeber aus einer guten Ordnung und mit konsequentem Positionsspiel. Onur Bulut und Christian Günter gaben erste Schüsse auf das Mailänder Tor ab. Einem Treffer von Florian Niederlechner wurde nach zehn Minuten wegen einer knappen Abseitsstellung die Anerkennung zurecht verweigert. Die Gäste hatten außer zwei Distanzschüssen durch Davide Calabria und Giacomo Bonaventura lange keine echten Möglichkeiten.

 

Beim Sport-Club musste Mitte der ersten Hälfte Mike Frantz angeschlagen vom Feld, Vincenzo Grifo übernahm seine Position im Mittelfeld, tauschte aber mit Janik Haberer die Seiten, der rechts weiterspielte. Grifo leitete auch zwei weitere gute Chancen für den SC ein. Seinen Freistoß aus dem Halbfeld verpasste nach einer halben Stunde Jonas Meffert ebenso knapp, wie wenig später Manuel Gulde eine flache Hereingabe von Grifo. Eine Freiburger Führung wäre durchaus möglich gewesen, stattdessen mussten die Gastgeber noch mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause gehen. Zunächst nutzten die Mailänder einen SC-Ballverlust vor dem Strafraum mit einer schnellen Kombination und dem Führungstor durch Adriano (39.) aus kurzer Distanz. Nur zwei Minuten verpasste Niederlechner mit einer Direktabnahme knapp den Ausgleich. Schließlich leistete sich der SC einen weiteren Fehler mit Folgen. Ein Rückpass von Bulut auf Schwolow geriet zu kurz, Adriano (45.) erlief den Ball und überwand den machtlosen SC-Torwart erneut.

 

Sport-Club mit etlichen Chancen, Haberer trifft Aluminium

 

„Wir haben einige Dinge ganz gut, aber auch zwei Mal Fehler gemacht, die bestraft wurden", so Christian Streich nach dem Spiel. „Und wir haben kein Tor geschossen, deshalb haben wir verloren." Chancen auf eigene Treffer erarbeitete sich der Sport-Club auch im zweiten Durchgang einige. Allein der erfolgreiche Abschluss fehlte. Grifo (51.) scheiterte schön frei gespielt an Torwart Donnarumma. Ebenso Niederlechner (63.), der kurz zuvor bereits mit einem Volleyschuss nur das Außennetz getroffen hatte. Noch näher dran an einem Erfolgerlebnis gegen den AC Mailand war da bereits Janik Haberer (53.) gewesen, der mit seinem Schuss die Querlatte traf. Für Milan verpasste Bacca (67.) eine Hereingabe und die erste gefährliche Möglichkeit für die Gäste nach der Pause. Dann war wieder der SC und Maximilian Philipp (73.) mit einem artistischen Seitfallzieher am Zug, wieder parierte der starke Donnarumma.

 

Während der neue Milan-Coach Vincenzo Montella bereits mehrere Wechsel vollzogen hatte, brachte Christan Streich kurz nach einer Trinkpause für beide Teams alle noch verbliebenen neun Feldspieler im Paket auf den Platz (78.). Allein Torwart Schwolow und der bereits eingewechselte Grifo blieben weiter auf dem Rasen. Der SC-Schlussmann wehrte kurz vor Schluss noch einmal gekonnt gegen Luca Vido ab. Für den SC bot sich Grifo mit einem Freistoß in der Nachspielzeit die letzte Gelegenheit zum Torerfolg. „Wir haben es heute gegen einen großen Klub insgesamt recht gut gemacht", sagte der deutsch-italienische SC-Topscorer der vergangenen Saison. „Es ist immer schön, sich mit so einer Mannschaft messen zu können. Aber wir müssen schauen, dass wir unsere Chancen nutzen und vor dem Tor noch bissiger werden."

 

Auch für Christian Streich war die Niederlage gegen den AC Mailand „kein Beinbruch, zumal wir zuletzt mit Marc Oliver Kempf und Marc Torrejón wieder Verletzte hatten und deshalb in einer neuen Formation spielen mussten. Dafür hat es die Mannschaft ganz ordentlich gemacht." Ab jetzt, so der Coach, gelte die volle Konzentration der Vorbereitung auf das Pokalspiel beim SV Babelsberg. Beim Potsdamer Regionalligisten wartet am nächsten Samstag (20. August, 15.30 Uhr) die erste Pflichtspielaufgabe in dieser Saison für den Sport-Club – gefolgt vom Bundesligaauftakt in zwei Wochen bei Hertha BSC.

 

Dirk Rohde

 

 

Stenogramm:


SC Freiburg: Schwolow - Gulde (78. Mujdza), Höfler (78. Schuster), Söyuncü (78. Föhrenbach) - Bulut (78. Stenzel), Frantz (23. Grifo), Meffert (78. Abrashi), Haberer (78. Møller Dæhli), Günter (78. Ignjovski) - Philipp (78. Guédé), Niederlechner (78. Hufnagel)

AC Mailand: Donnarumma - Calabria (60. Abate), Paletta (77. Rodugu), Antonelli (90. Zanellato), De Sciglio (71. Gomez) - Kucka (60. Poli), Locatelli (46. Montolivo) - Honda, Bonaventura (80. Vido), Adriano (60. Bertolacci) - Bacca (86. Matri)

Tore: 0:1 Adriano (39.), 0:2 Adriano (45.)

Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Freiburg)

Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)