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SC spielt 1:1 bei RB Leipzig

Hart erarbeiteter Auswärtspunkt in Sachsen

Im Auswärtsspiel der Englischen Woche hat der SC Freiburg in einer temporeichen und intensiven Begegnung am Donnerstag 1:1 (1:0) bei RB Leipzig gespielt. Vor 25.869 Zuschauern in der Red Bull Arena brachte Nils Petersen (29.) die Gäste in der ersten Halbzeit in Führung. Die starken Gastgeber kamen kurz nach der Pause durch Davie Selke (47.) zum Ausgleich. Der Sport-Club konnte durch das Remis seinen zweiten Tabellenplatz verteidigen. 

„Ich bin für den Cheftrainer-Posten nicht meine Wunschlösung", hatte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick im späten Frühjahr gesagt, als er sich auf der Suche nach einem Nachfolger für seinen Vorgänger als Leipziger Coach, Achim Beierlorzer befand. Am Ende verpflichtete er sich dann doch selbst und scheint in seiner Doppelfunktion inzwischen mit sich als Chefcoach gut klarzukommen. Als „hervorragenden und sehr erfahrenen Trainer" würdigte auch Christian Streich im Vorfeld der allerersten Pflichtspiel-Begegnung zwischen beiden Klubs den Kollegen. Dazu hatte der SC-Coach vor allem die Leipziger Offensive als außergewöhnliche Qualität des Gegners hervorgehoben – zu Recht, wie sich zeigen sollte.

 

Dritte Partie mit der gleichen Startformation

 

Ralf Rangnick hatte für seine Mannschaft einen Heimsieg als klare Zielsetzung formuliert, zumal die Gastgeber vor der abschließenden Partie des achtens Spieltags durch die übrigen Ergebnisse auf den achten Tabellenplatz abgerutscht waren. Der Sport-Club, zunächst vom FC St. Pauli überholt, trat am Donnerstag als Dritter in der Red Bull Arena an - und auch mit der Option, bei einem weiteren Auswärtserfolg die Spitzenposition in der Liga zu übernehmen. Dort stand nach wie vor der VfL Bochum, der seine ersten acht Spiele sogar mit einer jeweils identischen Anfangsformation bestritten hat. Beim Sport-Club, dem weiterhin die verletzten Vincenzo Grifo, Lukas Kübler und Mats Møller Dæhli fehlten, war dies zuletzt in Kaiserslautern und gegen Arminia Bielefeld zwei Mal in Folge der Fall gewesen, und auch in Leipzig lief der SC unverändert und zum zweiten Mal im lila Dress ein. Erstmals saß nach längerer Verletzungspause auch Tim Kleindienst wieder auf der Bank.

 

Einen Tag nach dem kalendarischen Herbstbeginn hielt Leipzig einen sonnigen und warmen Nachmittag bereit, bevor es am Abend in der WM-Arena von 2006, die mitten ins alte Zentralstadion hineingebaut wurde, um die letzten Punkte des Spieltags ging. Die Gastgeber zeigten von Beginn an, dass sie gewillt waren, wie zuletzt auch diese Begegnung offensiv anzugehen. Aber auch der SC attackierte entschlossen und versuchte seinerseits, schnell nach vorne zu spielen. So wie bei der ersten Gelegenheit in einer äußerst temporeichen und unterhaltsamen ersten Halbzeit. Nach einem Pass von Mike Frantz schoss Nils Petersen (6.) knapp am langen Pfosten vorbei. Ebenso wie fünf Minuten später Davie Selke bei der ersten Möglichkeit für Leipzig. Im Gegenzug wurden wieder die Gäste gefährlich. Im Anschluss an den ersten Freiburger Eckball tauchte Torwart Fabio Coltorti nach einem Kopfball von Frantz in die richtige Ecke ab und parierte. Auch beim nächsten SC-Eckstoß verhinderte Coltorti die mögliche Freiburger Führung. Maximilian Philipp köpfte, Immanuel Höhn (18.) kam aus kurzer Distanz zum Schuss, aber der RB-Keeper wehrte erneut ab.

 

Gastgeber scheitern am Pfosten, Petersen trifft

 

Die Leipziger suchten weiter den Weg vor das Tor von Alexander Schwolow und kamen schließlich zu einer Doppelchance. Zunächst wehrte der SC-Torwart einen Schuss von Marcel Halstenberg gerade noch zur Ecke ab. Nach dieser traf Marcel Sabitzer (24.) mit einem Kopfball den rechten Außenpfosten. Der Sport-Club befreite sich zunächst aus der Leipziger Druckphase, indem er mit der nächsten Möglichkeit den Führungstreffer erzielte. Nach einem schnellen Angriff passte Karim Guédé auf Philipp, der mit einem genauen Pass in den Strafraum Nils Petersen (29.) bediente, und der Stürmer traf mit einem flachen Schuss an Coltorti vorbei zum achten Mal in dieser Saison und zur Führung für die Gäste. Nur wenig später bediente Philipp Petersen erneut mit einem Zuspiel, diesmal geriet der Pass aber einen Tick zu lang. In der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs erhöhten die Gastgeber weiter den Druck, aber der SC verteidigte sein Tor mit der gleichen Leidenschaft und bis zur Pause erfolgreich. Als Diego Demme einen Schuss von Selke an den Pfosten abfälschte und der Ball anschließend die Linie entlang rollte, stocherte Willi Orban diesen zwar über die Linie, aber Schiedsrichter Benjamin Cortus entscheid auf eine vorangegangene Abseitsstellung Selkes (39.). Anschließend klärte noch einmal Mensur Mujdza nach einem steilen Ball in den Strafraum vor Forsberg.

 

Genauso druckvoll wie vor der Pause starteten die Gastgeber in den zweiten Durchgang. Und es dauerte gerade zwei Minuten, bis RB Leipzig nach einer schnellen Kombination der Ausgleich gelungen war. Forsberg hatte zu Demme gepasst, dessen Flanke Davie Selke (47.) mit einem Direktschuss in die rechte Torecke beförderte. Anschließend hielten die Gastgeber den Druck weiter aufrecht und das Tempo hoch. Vor allem die schnellen und wendigen Angriffsspieler der Sachsen sorgten immer wieder für Gefahrenmomente. Der Sport-Club vermochte zunächst nur selten für Entlastung zu sorgen. Philipp (58.) scheiterte nach einem Konter an Coltorti. Kurz darauf verzog Amir Abrashi mit einem Distanzschuss. Obwohl Leipzig mit konsequentem Pressingspiel immer präsent vor dem Freiburger Strafraum blieb, hielt der SC auf der anderen Seite mit großem kämpferischen Einsatz dagegen - und die Gastgeber zunehmend wieder weiter vom eigenen Tor fern.

 

Selke gleicht aus, SC hält weiterem Druck stand

 

„Das war harte Arbeit heute, aber uns war von vorneherein klar, dass Leipzig eine gute Mannschaft hat, die vielleicht den ein oder anderen Punkt zu wenig hat", sagte Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf nach den insgesamt 92 hochklassigen und intensiven Minuten. „Es war nicht einfach, gegen eine Mannschaft mit solcher Qualität in der Offensive, den Laden hinten zusammenzuhalten. Ich denke, mit dem Punkt können wir jetzt zufrieden nach Hause fahren." Dass es am Ende bei der Punkteteilung blieb, lag auch daran, dass die Gastgeber zwar weiter drückten, der Sport-Club aber ebenfalls nicht nachließ und RasenBallsport nicht mehr allzu viele Möglichkeiten gestattete. Nach einem Konter parierte Schwolow gegen Selke (64.). Und als später nach einem Abwurf von Coltorti Forsberg nach einem Antritt abzog, war der SC-Torwart wieder zur Stelle. In der Schlussphase versuchten es die Gastgeber vermehrt mit Distanzschüssen. Der SC, bei dem mit Lucas Hufnagel, Tim Kleindienst und kurz vor dem Ende Florian Kath sukzessive auch frische Kräfte für Entlastung sorgten, versuchte selbst noch den ein oder anderen Konter zu starten, ohne das daraus nennenswerte Möglichkeiten entstanden.

 

„Wir wollten nicht so viele Chancen zulassen, aber gegen eine solche Mannschaft ist das schwer", kommentierte Christian Günter das Erlebte. „Aber insgesamt haben wir es gut gemacht, vor allem nach dem Ausgleich sind wir stabil geblieben, vielleicht hätten wir den ein oder anderen Konter mehr starten können", so der Außenverteidiger. Torschütze Nils Petersen richtete den Blick auch bereits nach vorne: „Wir haben Leipzig heute auf Abstand gehalten, auf Dauer wird das schwer werden. Jetzt gilt es, das Spiel gut zu verarbeiten und dann am Sonntag an das anzuknüpfen, was uns heute ausgezeichnet hat, wie unsere Comeback-Qualitäten und dass wir bis zum Schluss dagegen gehalten haben."

 

Mit dem zehnten Auswärtspunkt in dieser Saison verteidigte der Sport-Club seinen zweiten Tabellenplatz. Zum letzten Spiel in der Englischen Woche ist am Sonntag (27. September, 13.30 Uhr) der FSV Frankfurt im Schwarzwald-Stadion zu Gast.

 

Dirk Rohde