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„Wir werden auch in der neuen Saison eine starke Mannschaft haben!“

 

Birgit Bauer im Interview

Laura Benkarth und Lina Magull werden den Sport-Club nach der laufenden Saison verlassen und zum FC Bayern München wechseln. Seit diese Meldung vor einer Woche publik wurde, sorgt sie für große Aufregung. Im Gespräch mit scfreiburg.com ordnet Managerin Birgit Bauer die Wechsel ein.


Frau Bauer, vor einer Woche wurde publik, was Sie sicherlich schon länger wissen. Wie haben Sie die Zeit seit der Bekanntgabe der Wechsel von Laura Benkarth und Lina Magull erlebt?


Öffentlich wurde es ja sogar bereits vor knapp zwei Wochen durch einen Zeitungsbericht. Dass dieser zwei Tage vor dem direkten Aufeinandertreffen unseres Vereins mit dem FC Bayern erscheint, war mehr als unglücklich.

 

Der Leistung der Mannschaft hat es nicht geschadet.


Wie unsere Mannschaft, die aber natürlich vorher in die Pläne von Laura und Lina eingeweiht war, damit umgegangen ist und sich gegen Bayern präsentiert hat, war ein starkes Zeichen.

 

Ein Zeichen dafür, dass am Ende nur der Sport-Club zählt?


Richtig. Und das gilt für alle Spielerinnen, die bei uns sind. Völlig unabhängig davon, wie es für sie nach der Saison weitergeht. Ich will das einmal ganz deutlich betonen, Laura und Lina sind bis zum Saisonende Teil des SC Freiburg und ich bin komplett davon überzeugt, dass sie bis zum Saisonende alles für den Verein und für unsere Ziele geben werden. Es ärgert mich, wenn ich zu hören bekomme, dass Fans am Charakter und der professionellen Einstellung der beiden zweifeln. Sowohl Laura als auch Lina sind ganz starke Charaktere, da kann sich der FC Bayern auf zwei tolle Spielerinnen freuen.

 

Wie sehr schmerzen die Abgänge?

 

Die Abgänge tun uns extrem weh, das ist klar. Sowohl sportlich, als auch persönlich werden uns Laura und Lina in der kommenden Saison fehlen.

 

In der Badischen Zeitung haben Sie gesagt, dass Sie die Wechsel sportlich nicht nachvollziehen können.

 

Dazu stehe ich. Wir stehen als Tabellenzweiter auf einem Champions-League-Platz, einen Punkt vor dem FC Bayern, den wir in dieser Saison zweimal schlagen konnten. Dass man in dieser Situation aufgrund der sportlichen Perspektive nach München wechselt, ist für mich nur schwer nachvollziehbar.

 

Sie betonen dennoch das bis zuletzt gute Verhältnis zu den beiden Spielerinnen.

 

Das Verhältnis war, ist und wird auch in den kommenden Monaten gut sein. Ich hege absolut keinen Groll gegen Laura oder Lina. Die Wechsel sind schmerzhaft, ja. Aber letztlich ist das eben auch ein Stück weit der normale Lauf. Finanziell können wir mit Vereinen wie dem FC Bayern oder auch Wolfsburg nicht mithalten. Wechsel gehören einfach dazu, damit müssen wir leben. Dennoch gab es nie Probleme zwischen den beiden Spielerinnen und den handelnden Personen im Verein. Wie könnte es die auch geben? Laura ist seit zehn Jahren beim Sport-Club. Sie ist hier groß geworden und zur Nationalspielerin gereift. Sie ist so etwas wie das Gesicht des Frauenfußballs in Freiburg. Das alles vergessen wir ja nicht, bloß weil sie sich für einen anderen Weg entscheidet. Und ich denke, wenn wir als Verantwortliche das so sehen, sollten auch die Fans, trotz aller Enttäuschung, immer wieder daran denken, was Laura alles für diesen Verein geleistet hat. Und was für Laura gilt, gilt ebenso für Lina, auch wenn sie im Vergleich dazu erst seit drei Jahren im Verein ist.

 

FCB-Managerin Karin Danner spricht in der Pressemitteilung zur Verpflichtung der beiden Spielerinnen davon, deutsche Nationalspielerinnen im eigenen Verein bündeln zu wollen, um sie in Deutschland zu halten.

 

Über diese Aussage habe nicht nur ich mich ein wenig gewundert. Vielleicht sollten wir ihr mal mitteilen, dass Freiburg zwar sehr weit südwestlich, aber trotzdem auch in Deutschland liegt (lacht).

 

Mit Merle Frohms und Sharon Beck stehen die ersten beiden Neuzugänge für die kommende Saison fest. Wie sehen darüber hinaus die Planungen aus?

 

Wir machen uns natürlich Gedanken, wie wir die Verluste von Laura und Lina auffangen können. Zudem ist es denkbar, dass auch weitere unserer Spielerinnen durch ihre Leistungen für andere Vereine interessant werden. Wir haben einige Ideen entwickelt, wie wir damit umgehen wollen. Grundlage aller Überlegungen ist aber weiterhin der Freiburger Weg. Wir wollen Spielerinnen ausbilden und zu Bundesligaspielerinnen machen. Mit Laura Benkarth verlässt das Aushängeschild dieses Weges den Verein. Dahinter sehe ich aber  genügend Spielerinnen, die einen ähnlichen Weg wie Laura gehen können. Egal, was bis zum Sommer noch passiert, wir werden auch nächste Saison eine starke Mannschaft auf dem Platz haben, die zum einen unseren Weg repräsentiert und zum anderen sportlich erfolgreich sein kann.

 

Interview: Felix Scharte