U23-Trainer Christian Preußer im Interview

 

"Jetzt geht es wieder komplett bei null los"

Mit beachtlichen 40 Punkten und Tabellenplatz vier hat die U23 des SC Freiburg als Aufsteiger in die Regionalliga Südwest die erste Saisonhälfte abgeschlossen. Nach dem Start in die Winter-Vorbereitung am Montag schaut Trainer Christian Preußer zurück und voraus.

 

Christian Preußer, nach einer intensiven Saisonhälfte waren die vergangenen rund drei Wochen etwas ruhiger. Wie haben Sie die Zeit genutzt?

 

Vor Weihnachten waren unsere Akkus relativ leer, da kam die Pause gerade recht. Die Spieler waren alle mal zu Hause bei ihren Familien, haben vom Fußball abschalten können. Auch wir im Trainerteam haben unsere Akkus wieder aufgeladen, aber schon auch die vergangenen Spiele nochmal Revue passieren lassen.

 

Wie fällt Ihre Bilanz der Hinserie aus?

 

Ich denke, wir können ein total positives Fazit ziehen. In den meisten Spielen waren wir charakterlich sehr stark, haben in engen Situation gut zusammengehalten und Rückstände so oft noch gedreht. Wir hatten tolle Heimspielergebnisse, haben mit Offenbach, Elversberg, Mannheim und Saarbrücken gegen lauter Spitzenteams gewonnen. Noch dazu haben sich unsere ganz jungen Spieler sehr gut in die Mannschaft eingefügt. Insgesamt habe ich nicht viel auszusetzen. Trotzdem habe ich unseren Jungs gleich zum Trainingsauftakt am Montag gesagt: 'Jetzt geht es wieder komplett bei null los.'

 

Der Kampf um den Klassenerhalt dürfte mit 40 Punkten aber wohl kein Thema mehr sein. Haben Sie das Saisonziel entsprechend angepasst?

 

Es stimmt, wir werden sehr sicher nicht absteigen. Dass das so ist, freut uns natürlich. Aber wir wissen auch, dass wir uns diese 40 Punkte hart erarbeitet haben und es kein Zufall war, zwei Mal gegen eine Mannschaft wie Waldhof Mannheim zu gewinnen. So selbstbewusst dürfen wir sein. Eine neue Zielsetzung haben wir uns aber nicht gesteckt. Wir wollen uns einfach weiter beharrlich und akribisch auf jedes Spiel vorbereiten und unsere bestmögliche Leistung abrufen. Was sich daraus am Ende ergibt, werden wir sehen.

 

Woran möchten Sie bis zum Nachholspiel in Stadtallendorf am 03. Februar besonders feilen?

 

Defensiv wollen wir gerne weiter so stabil bleiben. Offensiv ist der Plan, aus Standardsituationen - wie uns das beim 2:0 gegen Mannheim im letzten Heimspiel 2017 ja erfreulicherweise gleich zwei Mal gelungen ist - mehr zu machen und uns in puncto Zielstrebigkeit und Effizienz vor dem Tor zu verbessern.

 

Auf einen Ihrer Stammkräfte werden Sie dabei in Saisonhälfte zwei verzichten müssen. Offensivmann Mohamed Dräger trainiert nun fest bei den Profis mit.

 

Mo hat in den letzten zwei Jahren eine richtig gute Entwicklung gemacht und sich den Schritt nach oben mit kontinuierlich starken Auftritten definitiv verdient. Für uns als SC-Team ist es das absolute i-Tüpfelchen auf die Hinrunde und natürlich eine schöne Wertschätzung.

 

Gleichzeitig verabschiedet sich Mo mit 15 Regionalliga-Einsätzen, acht Toren und zwei Vorlagen in dieser Halbserie. Wie schwer wiegt auch der Verlust?

 

Ganz ehrlich? Das spielt überhaupt keine Rolle. Vielleicht kommt es da etwas auf den Blickwinkel an. Ich sehe es aber eindeutig so, dass jetzt in der Rückrunde eben ein neuer Spieler nachrücken und sich zeigen kann. Die Abgänge von Mats Möller Daehli und Lucas Hufnagel im vergangenen Jahr haben wir auch problemlos kompensiert. Genau das sehe ich als unsere Aufgabe an. Dass unsere Spieler Lucas Torres und Chima Okoroji ebenfalls mit den Profis ins Trainingslager nach Sotogrande fliegen durften, hat mich genauso gefreut.

 

Stichwort Trainingslager: Während die SC-Profis am Montag wieder in der Heimat gelandet sind, geht es für Sie und Ihre Mannschaft ab dem 22. Januar in den Süden.

 

Erstmal sind wir total dankbar dafür, dass wir überhaupt die Möglichkeit bekommen, nach Spanien zu fliegen, um uns dort im Warmen vorzubereiten. Das ist alles andere als selbstverständlich. Auch wenn der Zusammenhalt schon sehr gut ist, stärkt so ein Trainingslager immer noch mal den Teamgedanken - und so ein bisschen Sonne macht das Arbeiten natürlich generell angenehmer.

 

Interview: Sina Ojo