Schuster: "Wir sind auf dem richtigen Weg"

Mit Mut und Leichtigkeit nach Köln

Vor der wohlverdienten Winterpause wartet auf den SC Freiburg noch ein anspruchsvolles Restprogramm. Darüber spricht Kapitän Julian Schuster im Interview der Woche.


Julian, wir sind mitten in der Adventszeit. Gleichzeitig warten vier Spiele in elf Tagen auf den Sport-Club. Wieviel Zeit bleibt da für Besinnlichkeit?

 

Wir finden auf jeden Fall Wege, diese schöne Zeit zu genießen. Wirklich toll ist ja, dass wir, anders als in den letzten Jahren, jetzt schon die entsprechenden Temperaturen und die schön mit Schnee bedeckten Tannen haben. Aber es stimmt, wir haben ein sehr kompaktes Programm...

 

...mit Köln, Gladbach und Augsburg in der Liga und mit Bremen im Pokal.

 

Das sind natürlich ganz arg wichtige Partien für uns. Wir wollen gerne an unsere zwei vergangenen Spiele anknüpfen, in denen wir insgesamt vier Punkte gesammelt haben, und auswärts unbedingt das Niveau erreichen, das wir zu Hause immer zeigen. Das ist uns bisher noch nicht so gut gelungen.

 

Als nächstes steht die Reise nach Köln auf dem Plan. Der Tabellenletzte hat einen neuen Trainer an der Seitenlinie. Wie Stefan Ruthenbeck spielen lassen wird, bleibt abzuwarten. Wie kann der SC unabhängig davon beim FC bestehen?

 

Wir müssen uns auf das konzentrieren, was uns stark macht. Das ist das, was wir beeinflussen können. Wir brauchen wieder eine Körpersprache wie in den letzten Heimspielen: eine breite Brust, viel Mut in den Zweikämpfen, hohe Präsenz. Wir haben auch in den Umschaltbewegungen nicht viel nachdenken müssen, sondern hatten eine sehr gute Einstellung auf dem Platz. Auch am Sonntag muss von Anfang an zu spüren sein, dass wir da und maximal unangenehm sind für die Kölner. Ganz egal, in welchem System sie auftreten werden.

 

Die Vorbereitung des SC ist diesmal recht lang, für Köln geht es dagegen am Donnerstagabend noch in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad. Kann der Sport-Club davon profitieren?

 

Jedes zusätzliche Spiel ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Allerdings kann die Europa League, ähnlich wie der DFB-Pokal, ein Motivationsschub für die Liga sein. Es gab schon genügend Situationen, in denen die Mannschaft, die eine Englische Woche hatte, als Gewinner vom Rasen gegangen ist. Es ist also definitiv möglich, zweimal innerhalb kürzester Zeit Vollgas zu geben. Das werden wir nicht unterschätzen.

 

Auf Freiburg kommt nur wenig später ein ähnlich enger Zeitplan zu.  Zwischen dem Köln- und dem Gladbach-Spiel liegt nur ein einziger Tag. Inwiefern war die Terminierung auch in der Kabine Thema?

 

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass das natürlich sehr kompakt ist. Wir haben damit aber nicht lange gehadert. Innerhalb der Mannschaft sehen wir das eher als Motivation dafür, es denen zeigen zu wollen, die solche interessanten Entscheidungen treffen - und wir werden einfach das tun, was wir selbst in der Hand haben, das heißt, so bewusst mit unserem Körper umzugehen, dass wir schnell regenerieren.

 

Um die nächsten wichtigen Punkte einzufahren.

 

Ja. Wir kennen unsere Tabellensituation und wissen, was uns aktuell noch fehlt. Wir arbeiten daran, diese Dinge besser zu machen, die notwendig sind, um Spiele für uns zu entscheiden. Ohne dabei eine gewisse Leichtigkeit zu verlieren. Das macht die Mannschaft momentan sehr gut.

 

Wie sehr steuerst Du als Kapitän das Stimmungsbild?

 

Dadurch dass der Zusammenhalt sehr groß ist und jeder gut mitarbeitet, muss ich gar nicht so arg viel tun. Was mir vielleicht ein Stück weit hilft, ist die Erfahrung. Ich weiß eben, dass wir im Dezember auch schon schlechter dagestanden sind, als wir es jetzt tun, und am Ende trotzdem in der Liga geblieben sind. Daran müssen wir uns immer wieder festhalten und zurückerinnern. Das machen wir. Von daher sind wir auf dem richtigen Weg. Und die Heimleistungen bestätigen ja unsere Qualität. Diese Qualität müssen wir nur noch so auf den Platz bringen, dass wir auch entsprechend Punkte holen. Vor allem in den Spielen, in denen wir dem Gegner überlegen sind.

 

Was ist aus sportlicher Sicht Dein Wunsch ans Christkind?

 

Wir brauchen Jungs, die das Niveau im Training hochhalten. Das ist die Grundlage. Und weil das nur mit gesunden Spielern geht, wünsche ich mir für jeden einzelnen der Kollegen: Gesundheit.

 

Interview: Sina Ojo