"Hatte schnell das Gefühl, dass Freiburg mich wirklich haben möchte"

Bartosz Kapustka bringt zum Gesprächstermin Teamkollege Rafal Gikiewicz mit. Der 20-jährige Neuzugang aus Leceister will zwar möglichst schnell Deutsch lernen und hat die wichtigsten deutschen Fußballbegriffe schon nach wenigen Tagen drauf, im Gespräch über den Weg nach Freiburg, Erwartungen und Spitznamen leistet Landsmann Gikiewicz aber noch wertvolle Übersetzungshilfe.

 

 

Die ersten beiden Trainingstage warst Du auf dem Nebenplatz mit Hütchen, Ball und Uwe Vetter zugange. Wann steigst Du mit Deiner neuen Mannschaft ins Training ein?

 

Kapustka: Ich habe noch ein bisschen Probleme mit dem Sprunggelenk. Ich will aber schnell mit der Mannschaft auf den Platz und das dauert auch nicht mehr lange. Es geht mir zu 95 Prozent sehr gut, würde ich sagen.

 

 

Die Verletzung hast Du Dir bei der U21-Europameisterschaft zugezogen...

 

Ja, gleich im ersten Spiel gegen die Slowakei. Danach habe ich gar nicht mehr gespielt. Das war schon ärgerlich. Leider hat es das polnische Team auch nicht ins Halbfinale geschafft.

 

 

An Spielzeit hat es vergangene Saison auch bei Leicester City gefehlt - zumindest in der Premier League. Wie bewertest Du das Jahr auf der Insel?

 

Es war von Anfang an ziemlich schwierig für mich. Ich bin erst eine Woche vor dem Saisonstart dort angekommen. Die Mannschaft war gerade englischer Meister geworden und die Erwartungshaltung hoch. Da war es für einen jungen neuen Spieler aus dem Ausland nicht so einfach reinzukommen. Dazu kam noch die ein oder andere kleinere Verletzung nach einer für mich ziemlich langen Saison.

 

 

Du hast im Sommer 2016 mit der polnischen A-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gespielt...

 

Genau. Ich stand in den ersten drei Spielen auf dem Platz, wurde beim Unentschieden gegen Deutschland eingewechselt. Im Achtelfinale gegen die Schweiz musste ich mit einer Gelbsperre zuschauen und war im Viertelfinale gegen Portugal wieder dabei. Das haben wir leider im Elfmeterschießen verloren.

 

 

Gegen den späteren Europameister also. Sonst hätte Polen wohl den Titel geholt...

 

(lacht) Ja natürlich! Das Turnier war jedenfalls eine tolle Erfahrung und wie ein Trampolin für mich.

 

 

Und jetzt bist Du in Freiburg gelandet. Was hast Du Dir vorgenommen?

 

Ich will zurück zu meiner optimalen Form und natürlich wieder spielen. Dazu muss ich die vergangene Saison abhaken, gesund bleiben und Stabilität in mein Spiel bekommen. Daran arbeite ich.

 

 

Wie würdest Du Deine Spielweise beschreiben?

 

Schwierig, sich selbst zu beurteilen. Magst Du die Frage beantworten, Rafal?

 

Gikiewicz: Ja klar. Der Ball ist auf jeden Fall sein Freund, er ist sehr gut im Eins-gegen-Eins. Dazu ist er ein sehr schneller Spieler. Freiburg ist der richtige Ort für ihn, der Trainer kann gut mit jungen Spielern. Es ist gut, ihn bei uns zu haben.

 

 

Was hat Dich überzeugt, zum Sport-Club zu kommen?

 

Ich habe mehrmals mit den Verantwortlichen und dem Trainer gesprochen und hatte schnell das Gefühl, dass Freiburg mich wirklich haben möchte. Natürlich habe ich auch mitbekommen, wie sich junge Spieler hier entwickelt haben und dass im Verein sehr seriös gearbeitet wird. Das ist mir wichtig. Außerdem ist die Bundesliga eine echte Herausforderung. Der deutsche Fußball genießt in Polen eine hohe Wertschätzung.



Es kursieren mehrere Namen, mit denen Du gerufen wirst. Wie viele Spitznamen hast Du eigentlich?

 

Das ist eigentlich ganz einfach. Die meisten rufen mich Bartek, das ist eine Kurzform von Bartosz. Kapi ist auch ok - der kleine Kapustka. Bartosz Kapustka ist eher die offizielle Version, für die Schule oder Behörden.

 


In diesem Sinne: Herzlich willkommen in Freiburg, Bartek! Und vielen Dank für die Übersetzung, Rafal.


Interview: Sascha Glunk