"Es ist normal, verschieden zu sein"

 

Der Kindergarten Sterntaler ist einer der Träger des FAIR ways Förderpreises. Die Einrichtung befindet sich mit dem Schulkindergarten Wasserfloh unter einem Dach. Kinder mit und ohne Handicap treffen tagtäglich auf- und lernen den ganz normalen Umgang miteinander. Verschiedenheit wird als selbstverständlich und Bereicherung angesehen. Durch den Landkreis Emmendingen und den Förderpreis konnte bewegliches Mobiliar für die Eingangshalle realisiert werden, das mit heimischem Material von einer kleinen Schreinerei vor Ort produziert wird. So entstehen nicht nur neue Spielmöglichkeiten, sondern auch ein Ort der Zusammenkunft. Martin Burst, Vorsitzender des Fördervereins Kindergarten Sterntaler e.V., stellt das Projekt "Inklusion einmal umgekehrt" vor.

 

 

Herr Burst, wie ist das Projekt „Inklusion einmal umgekehrt" entstanden?

 

Martin Burst: Wir selbst haben ein entwicklungsverzögertes Kind. Der Besuch im Regelkindergarten zeigte schnell, dass unser Kind dort kaum Anschluss finden konnte. Da dachten wir uns: Wir brauchen einen anderen Kindergarten. Eine entsprechende Alternative war aber schwer zu finden...

 

 

 ... deshalb haben Sie Ihren eigenen Kindergarten gegründet?

 

Zusammen mit Eltern besonderer Kinder entstand die Idee für den Kindergarten Sterntaler. Dort haben unsere Kinder nach dem anthroposophischen Prinzip von Rudolf Steiner feste Strukturen: Sie frühstücken gemeinsam, haben festgelegte und dennoch freie Spielzeiten und somit immer wiederkehrende Muster, die für die Kinder enorm wichtig sind.

 


Wie unterscheidet sich der Kindergarten Sterntaler von anderen Einrichtungen?

 

Die heutigen Kindertagesstätten sind viel freier konzipiert, was sowohl positive als auch negative Seiten hat. Die Kinder lernen dort einerseits viel Verantwortung, andererseits wissen sie oftmals durch die viel zu freien Strukturen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. Wir kooperieren mit dem Schulkindergarten Wasserfloh. Dadurch kommt es zu vielen Begegnungen zwischen Kindern mit und ohne Behinderung.

 

 

Wie sehen diese Begegnungen aus?

 

Es gibt gemeinsame wöchentliche Aktivitäten wie Schwimmbad-Besuche, den Waldtag. Bewegungseinheiten oder Jahreszeitenfeste. Dabei leisten die Erzieher eine besondere Arbeit: Kinder ohne Handicap treffen auf Kinder mit Behinderungen und lernen so den ganz normalen Umgang mit ihnen. Es ist nämlich normal, verschieden zu sein.

 


Sie planen, die Eingangshalle des Kindergartens neu zu gestalten.

 

Bisher ist sie kahl und trist. Durch den Förderpreis können nun Möbel realisiert werden, die beweglich, einfach und funktional sind, so dass die Fantasie der Kinder zum Spielen angeregt wird.



Interview: Niklas Batsch

 

 

Seit der Saison 2011/2012 versammelt der SC Freiburg mit seinem Vermarktungspartner Infront unter der Dachmarke „FAIR ways" Partner, die sich wie der Sport-Club in den Bereichen Bildung, Bewegung, Umwelt und Solidarität nachhaltig engagieren. Mit dem FAIR ways Förderpreis fördern die FAIR ways-Partner SCHLEITH GmbH, NEOPERL GmbH, Streck Transportges. mbH, J. Schneider Elektrotechnik GmbH, Kleenoil Panolin AG, NaturEnergie, Zitzelsberger Gebäudereinigung GmbH, DAS HANDWERK, Franz Morat Group, Girsberger GmbH, itp Ingenieur GmbH, der SC und Infront zusammen gemeinnützige Institutionen und Projekte in der Region, die sich in oben genannten Bereichen engagieren. Der FAIR ways Förderpreis hat sich seit der ersten Vergabe im August 2012 zu einem der bedeutendsten Sozialpreise Südbadens entwickelt. Bisher konnte insgesamt eine Fördersumme von 235.000 Euro ausgeschüttet werden, wobei 62 Prozent dieser Summe im Sinne der Nachhaltigkeit an gemeinnützige Institutionen und Projekte gingen, die in den vergangenen Jahren mehrmals gefördert wurden. 2017 war der FAIR ways Förderpreis mit 55.000 Euro dotiert.