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Bild und Geschichte - von Charly Mähn

 

1983 bis 1985 machte Karl-Helmut „Charly“ Mähn (56) für den SC Freiburg 59 Spiele und 10 Tore. Davor und danach spielte er zwischen 1971 und 1991 323 mal für den FSV. Der „treue Charly“ der 05er arbeitet heute als Vermögensberater bei der Sparkasse.

 

 

Heute versuchen Verteidiger ja möglichst ohne Grätsche auszukommen. Früher war das anders. Insofern ist das Foto mit mir im SC-Trikot zwischen den zwei Duisburgern Markus Kettler (rechts) und Udo Lay, der ja später auch noch beim SC spielte, typisch für den 80er-Jahre-Fußball. Zu Milorad Pilipovic, der bei der 1:2- Niederlage in Duisburg damals das Tor für den SC gemacht hat, fällt mir ein: Er war ein feiner Linksfuß und, ich meine, '84 recht kurzfristig aus dem damaligen Jugoslawien zu uns gestoßen. Er hatte deshalb noch einige Verständigungsprobleme.

 

Außer den zwei Jahren beim SC Freiburg habe ich seit der C-Jugend nur für Mainz 05 gespielt. 1978 schaffte ich als 18-jähriger wendiger Außenstürmer den Sprung in die Erste Mannschaft. Fast in jeder Saison schnupperten wir am Zweitligaaufstieg, scheiterten aber immer knapp; einmal sogar nur, weil es infolge der Zusammenlegung der zweiten Ligen keine Aufsteiger gab. Als 1983 Trainer Fritz Fuchs vom Mainzer Ligakonkurrenten Hassia Bingen nach Freiburg wechselte, nahm er mit Michael Dämgen und mir zwei Spieler aus der Region mit.

 

Mit Michael habe ich in Freiburg dann in einer WG zusammengewohnt. Aber auch mit vielen anderen SC-Kollegen war ich gut befreundet, etwa mit Hansi Schulzke, Rolf Maier, Charly Schulz oder auch Franz Weber, der auf dem Foto im Hintergrund zu sehen ist. Dass es mit Charly Schulz und mir zwei Charlys im Team gab, war kein Problem. Man musste eben aufpassen, wer von uns beiden mit „Charly" jeweils gemeint war. (lacht) Leider fiel ich in der Folgesaison mit Pfeifferschem Drüsenfieber lange aus und fand danach auch nicht gleich wieder Anschluss. Deshalb einigte ich mich mit dem SC einvernehmlich auf meine Rückkehr nach Mainz. Da packten wir 1988 endlich den Zweitligaaufstieg. Nach direktem Ab- und dann  Wiederaufstieg rutschte Mainz nie mehr in den Amateurfußball ab. So gesehen war der Aufstieg von 1990 eine ungeheuer wichtige Weichenstellung.

 

Was ihre Erfolgsgeschichten angeht, ähneln sich Mainz und Freiburg ja genauso wie in ihrem sympathischen Auftreten, dem begeisternden Spielstil und auch dem umgänglichen Menschenschlag in beiden Regionen, also in Rheinhessen und Südbaden. Nach wie vor verfolge ich beide Klubs hochinteressiert. Abgesehen vom Karriereende mit 30 Jahren infolge eines Totalschadens im Knie habe ich fast nur positive Erinnerungen an meine Fußballerlaufbahn. So habe ich ja etwa mit zwei heutigen Trainerkoryphäen zusammengespielt: beim SC mit Jogi Löw und in Mainz mit Jürgen Klopp, der da noch Stürmer war, später dann über Jahre die 05er-Abwehr zusammenhielt. Was seinem Spielernaturell, finde ich, übrigens insgesamt auch besser entsprochen hat.

 

 

Aufgezeichnet von Timo Tabery