Jetzt den Newsletter abonnieren!

Bleiben Sie auf dem Laufenden:

Wir geben Ihre Daten selbstverständlich nicht an Dritte weiter. Abmelden jederzeit möglich.

  1. Newsletter
  2. Facebook
  3. Instagram
  4. Twitter

60.000 Euro für gesellschaftliches Engagement in der Region

 

Im Rahmen seines gesellschaftlichen Engagements unter dem Motto „SC Freiburg - mehr als Fußball" schreibt der Sport-Club gemeinsam mit seinem Vermarktungspartner Infront und elf Partnern zum siebten Mal den FAIR ways Förderpreis aus. Er ist dieses Jahr mit 60.000 Euro dotiert und hat sich seit der ersten Vergabe im Jahr 2012 zu einem der bedeutendsten Sozialpreise Südbadens entwickelt. Im Interview sprechen SC-Präsident Fritz Keller und Nils Vogelsang vom bereits drei Mal geförderten Verein Wendepunkt e.V. über hilfreiche und sinnvolle Nachhaltigkeit.

 

Herr Keller, zusammen mit seinen FAIR ways-Partnern und seinem Vermarktungspartner Infront schreibt der SC bereits zum siebten Mal den FAIR ways Förderpreis aus, bei dem sich gemeinnützige Projekte und Institutionen aus der Region bewerben können, die sich in den Bereichen Bildung, Bewegung, Umwelt und Solidarität engagieren ...

Fritz Keller: ... und schon jetzt freue ich mich, wenn ich nach der Bewerbungsphase und der Auswahl der Preisträger bei der Preisübergabe wieder in glückliche Gesichter schauen werde ...

Nils Vogelsang: ... und nicht nur die Preisverleihung an sich ist toll. Die gesamte Veranstaltung ist für die FAIR ways-Förderpreisträger eine wunderbare Gelegenheit, sich untereinander kennenzulernen und zu netzwerken.

 

Sie sprechen da aus eigener Erfahrung, Herr Vogelsang, „Wendepunkt" ist vergangenes Jahr mit dem Projekt „Hau ab, du Angst!" von der Jury schon zum dritten Mal ausgezeichnet worden.

Vogelsang: Was wunderbar ist. Zumal wir das Projekt letztlich nur durch Förderungen wie der vom FAIR Ways Förderpreis aufrechterhalten können. Öffentliche Mittel gibt es fast keine. Wir sind sehr froh, dass sich der Sport-Club mit seinen FAIR ways-Partnern hinter unsere Arbeit stellt.

 

Um was geht es bei „Wendepunkt" konkret?

Vogelsang: Unser Hauptarbeitsbereich ist die Beratung zum Thema sexueller Missbrauch. Zu uns kommen zum Beispiel erwachsene Frauen und Männer, die in ihrer Kindheit Opfer von Missbrauch geworden sind und heute darunter leiden. Es kommen aber auch pädagogische Fachkräfte, die die Vermutung haben, dass ein Kind missbraucht wird, und mit uns darüber sprechen, wie sie vorgehen können. Oberstes Ziel ist der Schutz für das Kind ...

 

... dem Sie mit „Hau ab, du Angst!" in besonderer Weise zuarbeiten?

Vogelsang: „Hau ab, du Angst!" ist ein Präventions-Projekt gegen sexuellen Missbrauch, mit dem wir in Grundschulklassen gehen. Die Mädchen und Jungen kennen von Haus aus oft nur die Schutzbotschaften, an die wir Erwachsene uns auch von früher erinnern: „Geh nicht mit Fremden mit", „Steig bei niemandem ein", „Nimm keine Süßigkeiten von Fremden". Das sind wichtige Botschaften, aber 95 Prozent allen sexuellen Missbrauchs wird eben nicht von Fremden begangen, sondern in Familie, Verwandtschaft, Bekanntenkreis und Institutionen. Deshalb haben wir 2006 mit „Hau ab, du Angst!" begonnen. Die Mädchen und Jungen erfahren dort: Du darfst nein sagen zu blöden Berührungen, du darfst deine Gefühle ernstnehmen, ein schlechtes Geheimnis weitersagen und: Du darfst dir Hilfe holen. Diese Botschaften ...

 

... übermitteln Sie in ganz unterschiedlicher Form.

Vogelsang: Das ist uns ganz wichtig, dass wir nicht nur einmal in der Schule und dann wieder weg sind. Die Kinder sehen erstmal ein mitreißendes Theaterstück, in dem all diese Botschaften vorkommen und trotzdem auch viel gelacht wird. Danach kommen wir viermal für eine Doppelstunde und üben mit Mädchen und Jungen getrennt ein, wie sie das Gesehene im Alltag anwenden können. Für die Eltern gibt es vorab einen Elternabend und für die Lehrkräfte eine Weiterbildung zum Thema. So ist für alle etwas dabei. Keller: Genau diese Intensität, diese Beharrlichkeit, mit der bei „Wendepunkt" an diesem enorm wichtigen Thema gearbeitet wird, ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wann und warum wir viele Projekte im Sinne der Nachhaltigkeit auch mehrfach mit dem FAIR ways Förderpreis unterstützen.

Gibt es dazu konkrete Zahlen?

Keller: Klar. Zusammen mit den FAIR ways-Partnern und unserem Vermarktungspartner Infront vergeben wird den FAIR ways Förderpreis seit 2012. Angefangen haben wir mit einer Fördersumme von 15.000 Euro, seit 2015 waren es pro Jahr immer 55.000 oder 60.000 Euro. Die 60.000 Euro eingeschlossen, die wir 2018 wieder ausschütten werden, beläuft sich die Gesamtsumme an Fördergeldern für gemeinnützige Institutionen und Projekte aus der Region damit auf 295.000 Euro. 62 Prozent davon gingen bisher an Projekte, die mehrfach gefördert wurden.

Vogelsang: Nicht nur weil es uns sehr geholfen hat, empfinden wir es als etwas ganz Besonderes, dass die Nachhaltigkeit der Projekte beim FAIR Ways Förderpreis so wichtig genommen wird. Der SC und die FAIR ways-Partner unterstützen für unser Gefühl keine Schnellschüsse, sondern bewährte Projekte mit Perspektive. Da denken manche auch anders. Es gibt zum Beispiel Stiftungen, die nach unserem Eindruck eher Neues, Innovatives fördern wollen, statt erwiesenermaßen Sinnvolles und Hilfreiches.

 

Könnte man sagen: das macht das Partner-Konzept von FAIR ways selber zu einem nachhaltigen? 

Keller: Ich finde, das kann man auf jeden Fall sagen. Dafür müssen wir übrigens vor allem auch den FAIR ways-Partnern danken. Mit ihrem Engagement bei FAIR ways stehen Sie für Werte ein, die sie mit dem Sport-Club teilen: die Nachhaltigkeit zählt genauso dazu wie die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen - und das eben auch ausdrücklich hier in der Region.

 

Es gibt derzeit außer dem SC und Infront elf FaIR ways-Partner, ist das eine fixe Zahl?

Keller: Alle Partner haben sich zusammen darauf verständigt, dass es Sinn macht, eine überschaubare Gruppe zu bleiben. Aber zu den aktuellen kann schon noch der ein oder andere dazu stoßen. Das würde nach der Einschätzung aller Beteiligten die besten Voraussetzungen bieten, um der Kernidee des Projektes gerecht zu werden: einerseits Menschen, die sich für soziale Zwecke einsetzen, in ihrem Tun zu bestärken; und andererseits die öffentliche Resonanz für die geförderten Institutionen und Projekte sowie für die FAIR ways-Partner zu nutzen, um noch mehr Menschen zu motivieren, sich gesellschaftlich zu engagieren.

 

Wie gut das schon über die letzten Jahre hinweg funktioniert, belegt auch die Zahl der geförderten Projekte.

Keller: Das stimmt definitiv. Der FAIR ways Förderpreis hat sich inzwischen zu einem der bedeutendsten Sozialpreise Südbadens entwickelt. In den vergangenen drei Jahren konnten damit jeweils zwischen 20 und 30 unterschiedliche, gemeinnützige Institutionen und Projekte gefördert werden. Das ist toll ...

Vogelsang: ... und wie schon gesagt: toll ist dabei auch das Mischungsverhältnis zwischen einmal und mehrfach geförderten Projekten. In dieser Form ist das vielleicht sogar einzigartig und für die vielen Menschen, die sich in solchen Projekten engagieren Bestätigung und Motivation, das auch weiter zu tun.

 

Nils Vogelsang ist Geschäftsführer von Wendepunkt e.V., der sich seit 1984 gegen sexuellen Missbrauch engagiert und mit dem Projekt „Hau ab, du Angst!" bereits drei Mal mit Mitteln des FAIR ways Förderpreises unterstützt wurde.

Fritz Keller ist Präsident des SC Freiburg.

 

Diese elf Unternehmen engagieren sich mit dem SC Freiburg und Infront bei FAIR ways:

SCHLEITH GmbH, NEOPERL GmbH, Streck Transportges. mbH, J. Schneider Elektrotechnik GmbH Kleenoil Panolin AG, NaturEnergie, Zitzelsberger Gebäudereinigung GmbH, DAS HANDWERK, Franz Morat Group, Girsberger GmbH, itp Ingenieur GmbH

 

Infos zum FAIR ways Förderpreis 2018

Ab 17. Februar 2018 können sich gemeinnützige Institutionen und Projekte der Region mit diesem Bewerbungsformular um Fördermittel bewerben, die über den FAIR ways Förderpreis 2018 ausgeschüttet werden. Mit den insgesamt 60.000 Euro Fördergeldern, die von den FAIR ways-Partnern, dem SC Freiburg und seinem Vermarktungspartner Infront eingebracht werden, sollen wieder unterschiedliche regionale Projekte bedacht werden, die sich in den Bereichen Bildung, Bewegung, Umwelt und Solidarität engagieren. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 8. April, die Entscheidung über die Vergabe wird im Rahmen der Saisoneröffnung 2018/19 des SC Freiburg öffentlich kommuniziert werden.