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Mensur Mujdza im Gespräch

"Es zählt nur ein Sieg"
Einleitungstext: 

Es lief nicht alles wie geplant für Mensur Mujdza, seit er vor der Saison von NK Zagreb zum Sport-Club kam. Kulturelle und sportliche Akklimatisierungsschwierigkeiten sorgten dafür, dass der 25-Jährige in den ersten sieben Monaten nur zu ein paar Kurzeinsätzen kam. Letzten Samstag feierte er nun endlich im Spiel beim FC Bayern sein Debüt in der Startelf - und überzeugte.

Inhalt: 

scfreiburg.com: Herr Mujdza, zu Beginn wollen wir Sie eine Frage fragen, auf die wir ihre Antwort im Grunde schon kennen ...Mensur Mujdza: Okay. Und die Frage wäre?
 
scfreiburg.com: Diese hier: Was überwiegt nach dem 1:2 beim FC Bayern: Die Freude über ihren ersten Startelfeinsatz für den SC oder der Frust über die Niederlage?Mujdza: Auf der einen Seite bin ich natürlich froh, dass ich zum ersten Mal in dieser Saison von Anfang an spielen konnte, dazu gegen eine Mannschaft wie Bayern München in der Allianz-Arena. Aber der Frust, dass wir dort nicht wenigstens einen Punkt geholt haben, wiegt letztlich viel schwerer als die Freude über meinen kleinen persönlichen Erfolg.
 
scfreiburg.com: Wussten wir's doch. Niederlagen schmerzen immer am meisten. War die vom Samstag trotzdem besonders bitter?Mujdza: Schon, ja. Du fährst ja normalerweise zu den Bayern ohne Erwartungsdruck, ohne wirklich etwas zu verlieren zu haben. Wenn man dann wie wir bis zur 75. Minute mit 1:0 führt und am Ende dennoch verliert, ist das sehr schade.
 
scfreiburg.com: Woran lag es ihrer Meinung nach, dass es nicht ganz zu einem Punktgewinn gereicht hat?Mujdza: Die Bayern haben in der zweiten Hälfte sehr viel Druck gemacht. Und wir selbst  konnten den Ball nicht mehr so gut halten wie noch vor der Pause. Gegen Bayern ist es so dann natürlich sehr hart.
 
scfreiburg.com: Die erste SC-Hälfte war richtig gut. Selbst die Bayern schienen beeindruckt ... Mujdza: Kann sein. Unser Trainer hat uns jedenfalls taktisch hervorragend eingestellt, und wir haben es in der ersten Hälfte geschafft, seine Vorgaben perfekt umzusetzen. In der zweiten dann leider nicht mehr ganz, irgendwann wurde der Druck, den die Bayern gemacht haben, einfach zu groß und uns sind zu viele Fehler unterlaufen.
 
scfreiburg.com: Hätte ein zweites Tor einfach sein müssen, um bis zum Ende durchhalten zu können?Mujdza: Ich denke schon. Und mit den Schüssen von Flumi (Johannes Flum, d. Red.) und Johnny (Jonathan Jäger, d. Red.) hätte es ja auch fast geklappt. Mit nur einem Tor gegen Bayern was zu holen, ist sehr schwer. Die treffen immer irgendwie, gegen uns leider mit zwei Standards.
 
scfreiburg.com: Das 1:2 ist abgesehen vom Zustandekommen auch deshalb hart, weil die Abstiegskonkurrenz aus Hannover und Nürnberg jeweils gewonnen hat. Kannten sie diese Ergebnisse vor dem Anpfiff um 18:30?Mujdza: Ja, aber es war kein Thema für uns. Wir waren in dem Moment voll und ganz auf uns selbst und das kommende Spiel fokussiert. Aber natürlich wäre es schöner für uns gewesen, wenn Hannover und Nürnberg verloren oder zumindest nicht gewonnen hätten.
 
scfreiburg.com: Wie schon erwähnt, Sie haben zum ersten Mal anfangen dürfen in dieser Saison, und dann gleich gegen den FC Bayern in der Allianz-Arena. Wirklich nervös sahen Sie aber gar nicht aus - eine Täuschung?Mujdza: Ein bisschen nervös war ich schon, aber das ist normal, man hat vor jedem Spiel eine gewisse, positive Grundnervosität. Das ist auch eine Hilfe, um sich auf die Dinge zu konzentrieren, die anschließend im Spiel auf einen warten und die von einem selbst erwartet werden.

scfreiburg.com: Die Kritiken waren ordentlich. Sind Sie selbst auch zufrieden gewesen mit ihrer Leistung?Mujdza: Sieben Monate nicht von Beginn an zu spielen ist eine lange Zeit, da braucht man einfach, um wieder reinzukommen in den Rhythmus, ins Spielgefühl. Insofern kann ich glaube ich mit meiner Leistung ganz zufrieden sein. Wir hatten eine gute Organisation, und ich war ein Teil davon. Das ist schön. Aber die Niederlage steht über allem.
 
scfreiburg.com: Wie hat ihr Körper auf die ungewohnte Startelf-Belastung reagiert?Mujdza: Gut. Hier und da zwickt es zwar, aber das ist normal, wenn man so lange Zeit nicht gespielt hast. Training ist Training, im echten Wettkampf sind die Anforderungen ganz andere. Ich bin fit, aber für die allerletzten Prozent brauche ich noch zwei, drei Spiele.
 
scfreiburg.com: Die Sie sicherlich gerne schon etwas früher in dieser Saison bekommen hätten ...Mujdza: Man will immer spielen. Aber alles war neu für mich, als ich im Sommer aus Zagreb herkam: Land, Leute, Sprache. Die Sprache war vielleicht die größte Barriere am Anfang. Und sportlich ist die Bundesliga eine andere Welt als die erste Liga in Kroatien. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass die Eingewöhnung drei, vier Monate geht.
 
scfreiburg.com: Es heißt, Sie hätten sich stets vorbildlich verhalten. Aber mal ehrlich: in der Tasche haben Sie die Faust schon mal geballt, oder?Mujdza: Eigentlich nicht. Natürlich ist es kein gutes Gefühl, wenn man nicht spielt. Aber ich habe Tag für Tag im Training alles gegeben. Und wenn du ruhig und geduldig bleibst, kriegst du irgendwann deine Chance. Man muss immer an sich glauben, dass ist das wichtigste.
 
scfreiburg.com: Am Samstag kommt Mainz 05 zu einem sehr, sehr wichtigen Spiel nach Freiburg. Was erwarten Sie?Mujdza: Einen Sieg. Etwas anderes zählt, etwas anderes hilft nicht. Wenn wir auftreten wie gegen Bayern, haben wir gute Chancen. Aber es wird ein ganz anderes Spiel. Mainz hat eine starke Mannschaft, ist gut drauf und wird es uns sicher nicht einfach machen.
 
scfreiburg.com: Der Frühling erwacht dieser Tage, Herr Mujdza - und mit ihm der SC?Mujdza: Warum nicht? Ich kann mir gut vorstellen, dass mit dem guten Wetter auch endlich mehr Punkte kommen. Irgendwas liegt in der Sonne für uns, ich spüre es. (lacht)
 
scfreiburg.com: Geht das überhaupt zusammen: Abstiegskampf und Frühlingsgefühle?Mujdza: Muss ja, es fällt dieses Jahr beides in die gleiche Phase des Jahres. Und warum soll uns das nicht auch im Abstiegskampf beflügeln? Ich bin mir sicher, dass das bei uns der Fall ist.
 
Interview: Jakob Böllhoff

Bilder zum Inhalt: