Zwei Optionen für möglichen Stadionneubau

Der Lösung einen Schritt näher

Auf einer Pressekonferenz in der Gerichtslaube des Freiburger Rathaus hat die Arbeitsgruppe der Stadt und des Sport-Club Freiburg die Ergebnisse der Standortuntersuchung für ein mögliches neues SC-Stadion im Stadtkreis Freiburg vorgelegt. Aus insgesamt 25 überprüften Standorten gingen demnach zwei hervor, an denen ein Stadionneubau tatsächlich möglich ist. Der Umbau und die grundlegende Sanierung des vorhandenen badenova-Stadions an der Schwarzwaldstraße ist aber weiterhin eine Alternative zu einem Neubau.

„Der SC Freiburg ist glücklich über das Ergebnis der Arbeitsgruppe", sagte Fritz Keller, 1. Vorsitzender des SC Freiburg, bei der Pressekonferenz in der Gerichtslaube des Freiburger Rathauses. Man sei dem Wunsch des Vereins, einen Stadionneubau auf Freiburger Gemarkung realisieren zu können, einen „großen Schritt näher gekommen."

 

2 plus 1, so lautet das Resultat der im März gegründeten Arbeitsgruppe der Stadt und des Sport-Club Freiburg, das nun in Anwesenheit von OB Dieter Salomon, dem ersten Bürgermeister Otto Neideck, Baubürgermeister Prof. Martin Haag, SC-Boss Fritz Keller, seinem Stellvertreter Dr. Heinrich Breit sowie Detlef Romeiko, Verwaltungsdirektor des SC, vorgestellt wurde. An zwei Standorte in Freiburg, der eine zwischen Lehen und Rieselfeld, der andere nahe des Freiburger Messegeländes (Details unten), wird demnach ein Stadionneubau für umsetzbar gehalten. Hinzu kommt weiterhin die Option eines Um- beziehungsweise Ausbaus des bestehenden badenova-Stadions an der Schwarzwaldstraße.

 

Zusammen mit dem renommierten Frankfurter Planungs- und Architektenbüro Albert Speer + Partner (AS+P) hat die Arbeitsgruppe der Stadt und des SC 25 mögliche Standorte für einen Neubau eines Stadions mit einem Fassungsvermögen von 30000 bis 35000 Plätzen in Freiburg geprüft. „Davon sind zwanzig schnell als nicht realisierbar eingestuft worden", sagte OB Dieter Salomon, aus „fachlichen, rechtlichen oder tatsächlichen Erwägungen". Übrig blieben fünf theoretisch mögliche und unterschiedlich gut geeignete Standorte für einen Stadionneubau, von denen wiederum drei nach der gutachterlichen Prüfung durch AS+P nicht weiter verfolgt wurden. Es bleiben also zwei Standorte, an denen ein Stadionneubau in Freiburg tatsächlich machbar ist.

 

„Hirschmatten", lautet der Arbeitstitel der einen Option. Sie betrifft einen Standort zwischen Lehen und Rieselfeld, außerhalb des Naturschutzgebietes parallel zum Autobahnzubringer Mitte und südlich der Ausfahrt Lehen/Mundenhof. Die zur Hälfte in Privatbesitz stehenden landwirtschaftlichen Flächen sind in ihrem Zuschnitt ausreichend für Stadion, Trainingsplätze und Parkplätze; für den Individualverkehr sind sie durch die Ausfahrt Lehen (Richtung Mundenhof) im Norden, sowie den Knotenpunkt Auto-bahnzubringer/Besanconallee beziehungsweise Paduaallee erschlossen. Für den öffentlichen Nahverkehr empfehlen die Gutachter eine Verlängerung der Stadtbahn Rieselfeld bis in die Nähe des Areals.

 

Die zweite Option trägt den Arbeitstitel „Brühl / Kleingärten Hettlinger" und betrifft eine Fläche im rückwärtigen Bereich der Messe Freiburg an der Hermann-Mitsch-Straße, östlich vom Betriebshof St. Gabriel gelegen und durch die „Rollende Landstraße" sowie die Liebigstraße begrenzt. Das Areal ist überwiegend als Kleingartenanlage genutzt. Die Fläche würde nach Bewertung der Gutachter lediglich Platz für ein reines Stadion plus 1000 Parkplätze bieten, dafür eine gute Erschließung und einen nahezu optimalen ÖPNV-Anschluss verfügen. Als weiterer Parkraum könnten die Flächen der Messe genutzt werden. Dies bedeutet: Trainingsplätze und sonstige Flächen für den Spielbetrieb des SC müssten an anderer Stelle geschaffen oder am derzeitigen Standort  erhalten bleiben.

 

Auch diese beiden Standorte seien nicht frei von Tücken, sagte der Freiburger Baubürgmeister Professor Martin Haag, „aber sie sind als einzige grundsätzlich machbar, und bei so einem großen Bauprojekt gibt es ja immer gewisse Widrigkeiten." Otto Neideck, der erste Bürgermeister, ergänzte: „Ganz wichtig ist, dass beide Optionen ihre Erreichbarkeit schon in ihrer Struktur enthalten. Außerdem sind sie verfügbar."

 

Auf die Frage, welcher der beiden potenziellen Standorte für ein neues SC-Stadion ihm lieber wäre, antwortete SC-Boss Fritz Keller: „Mir sind beide gleich lieb. An beiden Standorten ist ein Stadionbau realisierbar, und das ist das was zählt." OB Salomon betonte, wie wichtig es sei, dass der SC im Falle eines Umzugs im Freiburger Stadtgebiet bleibt, „denn der SC Freiburg heißt ja nicht umsonst SC Freiburg", so Salomon.

 

Alle Beteiligten betonten allerdings auch, dass die Variante „plus 1", also der Aus- beziehungsweise Umbau des badenova-Stadions an der Schwarzwaldstraße, weiterhin eine gleichwertige Alternative darstellt, wenngleich die klare Präferenz des SC laut Keller auf einem Stadionneubau liegt. Ein detaillierte Bewertung der Option Umbau soll nun durch einen weiteren Gutachter erfolgen und anschließend in die weiteren Überlegungen miteinbezogen werden.

 

Auch die Finanzierungsmöglichkeiten eines Stadionneubaus waren noch nicht Gegenstand der bisherigen Anstrengungen der Arbeitsgruppe des SC und der Stadt. Fritz Keller zeigte sich auch dahingehend zuversichtlich. „Von 36 Profiklubs in Deutschland haben 34 einen Stadionneu- oder umbau in den letzten Jahren realisiert. Es gibt keinen Grund, warum wir das nicht schaffen sollten."

 

Zuvor jedoch werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe den jeweiligen Gremien der Stadt und des SC Freiburg vorgelegt. Und im Januar 2012 entscheidet dann der Freiburger Gemeinderat, ob der SC Freiburg seinen Traum eines neuen Stadions weiter träumen kann.


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